Gazette Verbrauchermagazin
☰
Geldanlage

ETCs: Gold, Silber und Erdöl im Depot

Sinnvolle Anlage-Ergänzung oder unkalkulierbares Risiko?

13.10.2026: Wer sein Geld heute klug anlegen will, streut das Risiko. Da kommen Rohstoffe wie Gold, Silber oder Industriemetalle gerade recht – und die Finanzindustrie bietet mit Exchange Traded Commodities (ETCs) auch gleich das passende, bequeme Werkzeug. Einfach kaufen, ins Depot legen, fertig? Ganz so leicht sollten Verbraucherinnen und Verbraucher es sich nicht machen. Denn während die bekannten ETFs Ihr Geld als geschütztes Sondervermögen hüten, begeben sie sich bei einem ETC rechtlich auf dünneres Eis: Sie vergeben im Grunde einen Kredit an den Herausgeber. Damit aus dem Traum vom Rohstoff-Gewinn kein Albtraum wird – ein Blick hinter die Kulissen dieser Anlageklasse.

ETCs machen den Zugang zum globalen Rohstoff-Monopoly kinderleicht. Sie lassen sich flexibel über regulierte Börsenplätze kaufen und verkaufen. Wer sein Portfolio gegen Krisen absichern oder von Rohstofftrends profitieren möchte, greift häufig zu diesen Papieren. Der entscheidende Haken ist jedoch juristischer Natur: Während ETFs als rechtlich geschütztes Sondervermögen gelten, das selbst bei einer Pleite der Fondsgesellschaft sicher ist, handelt es sich bei ETCs um Inhaberschuldverschreibungen oder auch Zertifikate genannt.

„Im Grunde vergeben Anleger bei einem ETC einen Kredit an den Herausgeber. Geht dieser insolvent, droht ohne ausreichende Absicherung der Totalverlust“, weiß Markus Latta, Fachteamleiter für Finanzdienstleistungen beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB). Anlegerinnen und Anleger sollten sich daher nicht vom ETF-ähnlichen Namen blenden lassen und zwingend auf die Art der Besicherung achten. Physisch hinterlegte ETCs, bei denen das echte Edelmetall als Pfand im Tresor lagert, bieten hierbei den höchsten Schutz.

Grundsätzlich eignen sich Rohstoffe zur Risikostreuung in einem ausgewogenen Portfolio. Ein Anteil von etwa fünf bis zehn Prozent des Gesamtvermögens gilt dabei als idealer Richtwert.

© Gazette Verbrauchermagazin GmbH 2026