Charlottenburg
Käthe Kollwitz und das Theater
Sonderausstellung mit Kuratorinnenführung

17.03.2026: Für Käthe Kollwitz und ihre Familie gehörten Theaterbesuche zum selbstverständlichen Alltag – ebenso wie politische Debatten und die künstlerische Arbeit. Genau diese bislang wenig beachtete Seite ihres Lebens rückt das Käthe-Kollwitz-Museum Berlin in der neuen Ausstellung in den Mittelpunkt.
Im ehemaligen Theatergebäude des Schlosses Charlottenburg, Spandauer Damm 10, ist noch bis zum 3. Mai 2026 „Käthe Kollwitz und das Theater“ zu sehen. Der Ausstellungsort ist dabei mehr als Zufall: Ein passenderer Rahmen für dieses Thema wäre kaum denkbar.
Die Familie Kollwitz erlebte eine der aufregendsten Phasen der Berliner Theatergeschichte hautnah – vom Naturalismus des späten 19. Jahrhunderts bis zum expressionistischen Theater der 1920er-Jahre. Große Namen wie Max Reinhardt, Otto Brahm und Leopold Jessner prägten diese Ära. Tagebucheinträge und Briefe an ihren Sohn Hans belegen, wie aufmerksam Kollwitz das Bühnengeschehen verfolgte. Auch Tanz, Konzert, Film und Kabarett gehörten zu diesem kulturellen Alltag.
Was die Ausstellung besonders macht: Sie fragt nicht nur, was Kollwitz gesehen hat – sondern was davon in ihrer Kunst nachhallt. Nicht als direktes Motiv, sondern als gedanklicher Resonanzraum, der ihre Bildsprache durchzieht. Literarische Stoffe, szenische Verdichtungen, dramatische Momente – wer die Verbindungen erst einmal sieht, entdeckt das Werk neu.
Über 100 Exponate von 17 Leihgebern, darunter die Alte Nationalgalerie und das Stadtmuseum Berlin, machen diese Zusammenhänge sichtbar. Neben Arbeiten von Kollwitz sind Werke von Ernst Barlach, Max Liebermann, Lovis Corinth und anderen zu sehen. Die Ausstellung schließt eine dreijährige Forschungsarbeit der Kuratorin Dr. Annette Seeler ab.
Wer tiefer einsteigen möchte, hat gleich dreimal die Gelegenheit, die Kuratorin persönlich durch die Ausstellung zu begleiten: Dr. Seeler führt am 31. März, 14. April und 28. April 2026, jeweils um 16 Uhr, durch die Schau. Die rund 60-minütigen Führungen sind auf Deutsch und im regulären Eintrittspreis enthalten – eine Anmeldung ist nicht nötig.



