Schwerer Stoff im MEK
Trachten erzählen Lebensgeschichten

Erschienen in Gazette Steglitz März 2026
Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) in Dahlem zeigt ab dem 24. April 2026 die Sonderausstellung „Schwerer Stoff: Frauen – Trachten – Lebensgeschichten“. Die Schau, eine Übernahme des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm, präsentiert textile Objekte aus dem Zeitraum von 1880 bis 1990.
Im Zentrum der Ausstellung stehen rund 20 Kleiderensembles sowie Fotografien und Zeichnungen. Die Exponate reichen von bunten Stoffen auf goldenem Grund bis hin zu tiefschwarzer Brautkleidung. Sie illustrieren die Lebenswelten der Donauschwaben, die als Nachfahren deutschsprachiger Auswanderer vom späten 17. bis zum 19. Jahrhundert im Königreich Ungarn siedelten.
Die Kleidung spiegelt das Spannungsfeld zwischen dörflichen Regeln und einer multikulturellen Gesellschaft wider. Laut der Ulmer Kuratorin Henrike Hampe bestehen die Ensembles aus bis zu 15 Teilen. Die Besitzerinnen trennten sich trotz oft bewegter Biografien nicht von diesen Stücken – vom Arbeitsgewand bis zum Totenkleid. Damit verknüpfen die Textilien individuelle Schicksale mit der Geschichte von Migration, Abgrenzung und Integration. Auch Aspekte wie textiles Upcycling werden thematisiert.
Nach einer Station am Ethnografischen Museum Budapest ist die Ausstellung bis zum 29. März 2027 im Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25,14195 Berlin, zu sehen. Begleitend ist ein zweisprachiger Katalog erschienen.













