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Tag des offenen Denkmals

Amadiyya-Moschee in Wilmersdorf

Erschienen in Gazette Wilmersdorf September 2017
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Krossa & Co.

Fast wie ein kleines Taj Mahal steht die Amadiyya-Moschee an der Brienner Straße in Wilmersdorf. Sie wurde bereits 1928 von der Gemeinde eingeweiht, die den Bau aus Spenden finanzierte. Der beauftragte Architekt K. H. Hermann orientierte sich an dem indischen Mogulstil. Das Gebäude, dessen Kuppel 26 Meter misst, wird von zwei 32 Meter hohen Minaretten überragt. Das Innere ist in warmen Ocker- und Rottönen gehalten. Geschäftsführer der Gemeinde war Hugo Marcus, ein Schriftsteller, der vom Judentum zum Islam konvertiert war und sich Hamid nannte. Dennoch blieb er Mitglied in der jüdischen Gemeinde, denn er sah viele Gemeinsamkeiten in den beiden Glaubensrichtungen. Während des Dritten Reichs nutzte die SS die Moschee zwar für antisemitische Auftritte, dennoch half die Gemeinde ihrem Geschäftsführer im Jahr 1938 bei der Flucht ins Exil.

Beim Einmarsch der Roten Armee am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Soldaten von den Minaretten aus beschossen. Dort hatten sich Wehrmachtssoldaten mit Maschinengewehren verschanzt. Die Minarette wurden im Zuge dieser Kampfhandlungen zerstört. In der Nachkriegszeit konnten sie mit Hilfe von Spenden, vor allem aus den USA, wieder aufgebaut werden. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Sanierungsarbeiten an der Moschee. Die Moschee spielt heute vor allem bei indischen Muslimen eine Rolle.

Tag des offenen Denkmals

An den Tagen des offenen Denkmals am 9. und 10. September kann das hübsche Bauwerk besichtigt werden. Die Öffnungszeiten sind von 10 – 18 Uhr.

Führungen: 9. September: Baugeschichte der Moschee und aktuelle Baumaßnahmen 11 und 15 Uhr; 9. und 10. September: Die Geschichte der Moschee 10.30, 11.30, 12.30, 13.30, 14.30, 15.30, 16.30 Uhr.

Ausstellung: Die Geschichte der Moschee. Infostand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu Ihrer Arbeit und Informationen über die aktuelle Instandsetzung. Adresse: Brienner Straße 7-8, 10713 Berlin.

Weitere offene Denkmale in Wilmersdorf: Die U-Bahnlinie 3 und der Rüdesheimer Platz, ehemaliges Wasserwerk am Teufelssee, Auenkirche an der Wilhelmsaue, Grunewaldturm und andere. Das Programm finden Sie unter www.tag-des-offenen-denkmals.de .

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