Gazette Verbrauchermagazin

Ein lichtes Wäldchen für Dahlem

Heinrich Schweitzer ließ Birken im Vogelsang pflanzen

Erschienen in Dahlem & Grunewald Journal August/September 2022
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Eine landschaftliche Besonderheit ist die Straße Vogelsang, die zwischen Hirschsprung und Königin-Luise-Straße verläuft. Sie führt direkt auf das Arndt-Gymnasium zu. Der Blick fällt sofort auf die vielen Birken, die die breite Mittelpromenade dominieren. Die Straße bekam ihren Namen um das Jahr 1907, als mit der Erschließung Dahlems für die Wohnbebauung begonnen wurde.

Der Architekt Heinrich Schweitzer hatte den Auftrag bekommen, einen Bebauungsplan für Dahlem zu erstellen. Er plante den Birkenhain, um der Umgebung mit dem zarten Grün und den hellen Stämmen der Birken ein leichtes und lichtdurchflutetes Flair zu geben. Doch zunächst hatte der Plan wenige Freunde. Die Kommission für den Verkauf der Grundstücke war dem preußischen Finanzministerium direkt unterstellt und der Finanzminister fand die Idee mit der Bepflanzung vermutlich zu kostenintensiv. Schweitzer gab nicht auf und beriet sich mit seinem Freund, dem Berliner Gartendirektor Albert Brodersen. Von ihm bekam er den Rat, sich nicht beirren zu lassen und seinen Plan weiter zu verfolgen. Darüber hinaus besorgte Brodersen aus seiner Heimat Schleswig-Holstein die ersten jungen Birken, die auf der Promenade gepflanzt wurden. Mit seiner Hartnäckigkeit schuf Schweitzer ein Kleinod, das nicht nur einmalig in Dahlem ist, sondern auch gemeinsam mit der Wohnbebauung als Ensemble unter Denkmalschutz steht.

Titelbild

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