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Geliebt, gegossen, vergessen: Phänomen Zimmerpflanze

Sonderausstellung im Botanischen Museum Berlin

Foto: Inspirellie/Shutterstock.com / bgbm
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Erschienen in Lichterfelde West Journal Februar/März 2019
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Zimmerpflanzen bewegen Menschen damals wie heute emotional. Sie sind unsere täglichen Begleiter, sie sind duldsame Mitbewohner und stumme Zeugen unseres Lebensgefühls. Die Gewächse spiegeln nicht nur unsere Innenräume, sondern auch unser Innenleben. Obwohl wir sie oft übersehen, würden wir etwas vermissen, wenn es sie nicht gäbe. Die Sonderausstellung „Geliebt, gegossen, vergessen: Phänomen Zimmerpflanze“ im Botanischen Museum Berlin beleuchtet die emotionalen Facetten einer ganz besonderen Beziehung: Geschichte(n) zwischen liebevoller Pflege und gedankenlosem Konsum. Sie ist vom 7. Dezember 2018 bis 2. Juni 2019 zu sehen.

50 Zimmerpflanzen auf dem längsten Fensterbrett Berlins

Auf dem mit rund 100 Metern längsten Fensterbrett Berlins werden 50 verschiedene lebende Zimmerpflanzen präsentiert, darunter sind beliebte Klassiker wie die Grünlilie, Monstera, Usambaraveilchen und Geigenfeige. In botanischer Hinsicht spiegeln diese Arten die ganze Bandbreite der Tropen und Subtropen weltweit. Wo genau sie herkommen und welche Geschichten sie erzählen, verrät der Blick auf eine große Landkarte. Tipps zu ihrer Pflege und ihre botanische Geschichte sind auf überdimensionalen Pflanzetiketten zu entdecken. Entlang des Fensterbretts schlendern die Besucher durch verschiedene Zimmer mit ihren typischen Pflanzen: Vom Wohnzimmer über das Bad ins Schlafzimmer, von der Küche über den Wintergarten bis ins Büro. Die etwas andere Wohnungsbesichtigung erzählt spannende Geschichten zu Zimmerpflanzen und ihren Hintergründen, begleitet von vielen Objekten wie historischen Gießkannen, Herbarbelegen oder kostbaren Pflanzenbüchern.

Vom raren Biedermeier­grün zur ­modernen Massenware

Die Welt der Zimmerpflanzen hat sich im Laufe der Jahrhunderte radikal verändert und unterliegt der Mode. Was in den eher schlecht beheizten Räumen der Biedermeierzeit nur am Fenster gedieh, fühlt sich heute in unseren gut geheizten und trockenen Innenräumen nicht mehr wohl und umgekehrt. Und während Kakteen, Grünlilien oder Aloen zu Goethes Zeiten noch heiß begehrte Exoten waren, deren Ableger wie Kostbarkeiten unter Freunden weitergereicht wurden, stehen sie heute mit Tausenden Artgenossen als Massenware in Baumärkten und Einrichtungshäusern zum Verkauf.

Dem Menschen ausgeliefert

Die Zimmerpflanze ist ein Sonderfall in der Welt der Botanik. Mit ihren wilden Verwandten und Vorfahren hat sie dabei so gut wie nichts gemein: Als Solitär in einem Blumentopf vereinzelt, ist sie uns Menschen als Zimmerbesitzern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Den Platz am Fenster, Wasser, und Nährstoffe – alles empfängt sie aus unserer Hand. Sie wird geliebt und gegossen – oder schmählich vergessen. Ob passionierter Blumenliebhaber oder puristischer Verweigerer – eine Haltung hat jeder zum Zimmergrün, mit persönlichen Erinnerungen und Geschichten.

Geliebt, gegossen, vergessen: Phänomen Zimmerpflanze

Sonderausstellung im Botanischen Museum Berlin
Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin
Bis 2. Juni 2019
Täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr

Normaler Museumseintritt 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro (bei Garteneintritt 6,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro ist Museumseintritt inkl.)

Führungen im Februar:
3. Februar, 10 Uhr und 6. Februar, 14 Uhr: Männerpflanzen Zimmerpflanzen sind keine reine Frauensache. Charakteristische Männerpflanzen sind unkompliziert in der Pflege und betonen die persönliche Ausstrahlung.

17. Februar, 10 Uhr und 20. Februar, 14 Uhr: Kamelien, die Rosen des Winters
Die populäre Kamelie hat nicht nur eine interessante Geschichte, sondern ist mit ihrer speziellen Biologie eine Herausforderung für Züchter in aller Welt.

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