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Werner Düttmann. Berlin. Bau. Werk.

Eine Ausstellung im Brücke-Museum und an 27 weiteren Orten

Brücke-Museum, um 1967, Akademie der Künste, Berlin, Werner-Düttmann-Archiv.
Brücke-Museum, um 1967, Akademie der Künste, Berlin, Werner-Düttmann-Archiv.
Erschienen in Dahlem & Grunewald Journal April/Mai 2021
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„Düttmann führte „sein Leben […] im Raum, der Sprache, in den Nachbarschaften dieser Stadt, sich bedankend mit Arbeit für sie.“ So beschrieb der Schriftsteller Uwe Johnson seinen engen Freund und dessen Beziehung zu seiner Heimatstadt. Als Architekt, Senatsbaudirektor, Professor an der Technischen Universität Berlin und Präsident der Akademie der Künste war Düttmann eine der zentralen Persönlichkeiten von West-Berlin. Er prägte die städtebauliche Identität bis heute. Das Spektrum seiner Arbeiten umfasst dabei bekannte Kulturbauten, Wohnbauten, öffentliche Plätze, Gemeinschafts-und Verkehrsbauten. Heute existieren noch rund 70 seiner Gebäude in Berlin.

Ausstellung in zwei Teilen: Außen…

Die netzwerkartig angelegte Ausstellung eröffnet coronabedingt in zwei Teilen. Seit dem 6. März 2021, Düttmanns 100. Geburtstag, markieren Informationstafeln 28 Gebäude im Berliner Stadtraum und führen in die jeweilige Architektur ein. Neben dem Brücke-Museum zählen hierzu unter anderem die Verkehrskanzel am Ku’Damm, drei U-Bahnhöfe der Linie U7 in Neukölln, der Kreuzberger Mehringplatz und die Kirche St. Martin im Märkischen Viertel. Die Schilder vor Ort verlinken direkt auf die umfangreiche Website wernerduettmann.de. Sie ist das zentrale Informations- und Navigationstool des Projekts und bietet vertiefende Informationen zu den Bauten sowie umfangreiches historisches und aktuelles Bildmaterial. Videoporträts mit Bewohnern und Nutzern ermöglichen besondere Einblicke. Audiotracks, beispielsweise zur Akademie der Künste oder zur Hansabücherei im Hansaviertel, laden zu neuen Perspektiven auf bekannte Räume ein. Kuratierte Routen machen architektonische Zusammenhänge erfahrbar und dienen als Inspiration für den nächsten Stadtspaziergang.

…und Innenraumpräsentation

Am Samstag, den 17. April eröffnen die Innenraumpräsentationen. Neben der Hauptausstellung im Brücke-Museum finden sich weitere Ausstellungskapitel im Haus der Kulturen der Welt (HKW), in der KÖNIG GALERIE in St. Agnes, der Hansabücherei am Hansaplatz und im Foyer der Akademie der Künste am Hanseatenweg. Im Brücke-Museum werden Düttmanns architektonisches Oeuvre und sein Werdegang vorgestellt. Düttmann war Sohn eines Bildhauers und selbst Künstler. So zieht sich die tiefgreifende Beschäftigung mit der Kunst wie ein roter Faden durch sein Leben und findet auch intensive Reflexion in seiner Architektur. Das Museumsgebäude rückt aber auch selbst in den Blick: Ein Ausstellungsraum wird dafür in den historischen Zustand zurückgeführt, Wände im originalen Farbton gestrichen und die Oberlichter werden geöffnet. Eine Präsentation ausgewählter Highlights der Sammlung zeigt, wie kongenial sich Düttmanns Räumlichkeiten und die Kunst des Expressionismus ergänzen. Die anderen Ausstellungskapitel erweitern die Hauptausstellung im Brücke-Museum um zusätzliche Themenkomplexe, wie die besondere Situation der geteilten Stadt Berlin, Fragen der Denkmalpflege oder den Aspekt der Stadtplanung.

„Die Ausstellung ist eine Einladung an alle Berlinerinnen und Berliner, Architekturinteressierte und Berlinbegeisterte, die gewohnte Umgebung neu oder mit anderen Augen zu entdecken“, sagt Lisa Marei Schmidt, Direktorin des Brücke-Museums. „Ich freue mich, dass wir unter den aktuellen Bedingungen dieses große Projekt mit unseren zahlreichen Partnerinnen und Partnern so umsetzen konnten und nun die Ausstellung mit unserem Publikum und der Stadtgesellschaft teilen können.“

Die Ausstellung ist vom 6. März/17. April bis 11. Juli zu sehen. www.bruecke-museum.de

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