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Tempelhof-Schöneberg und seine Städtepartnerschaften

Fotoausstellung der Partnerstädte im U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz

Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau März 2018
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Im U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz ist seit Mitte Januar eine Ausstellung mit Fotos der Partnerstädte zu sehen. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler dazu:

„Die enge Zusammenarbeit und der fachliche Austausch mit unseren Partnerstädten liegt mir sehr am Herzen. Ich möchte, dass diese Kontakte zum Nutzen unserer Bürgerinnen und Bürger weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig sollten unsere Partnerstädte im Stadtbild noch mehr gesehen werden. Deshalb bin sehr froh darüber, dass es in Zusammenarbeit mit dem Lette-Verein gelungen ist, für das Jahr 2018 repräsentative Fotos unserer Partnerstädte auf dem U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz zu zeigen“.

Die Liste der Partnerstädte von Tempelhof-Schöneberg umfasst 14 Namen, sieben nationale und sieben europäische und internationale Städtepartner. Damit ist der Bezirk über die Grenzen Berlins hinaus gut vernetzt.

Die Kontakte zu den Partnerstädten mit ihren vielen Facetten werden durch das Bezirksamt koordiniert und gepflegt. Zu allen Städtepartnern bestehen enge Kontakte, wobei sich die konkreten Inhalte der Zusammenarbeit je nach Interessen und Schwerpunkten unterscheiden.

Die Partnerstädte beteiligen sich beispielsweise am internationalen REC Filmfestival in der ufaFabrik und auch an sportlichen Vergleichen (z.B. Koszalin und Charenton im Tischtennis und Ahlen beim Mini-Marathon). Es gibt Kontakte der Leo-Kestenberg-Musikschule und der Hochschule der populären Künste mit Koszalin und gemeinsame Kiezspaziergänge mit der Landrätin von Teltow-Fläming. Darüber hinaus fand in den Sommerferien 2017 eine sehr erfolgreiche FairTrade-Kochtournee der KochAG der Gustav-Langenscheidt-Schule durch Ahlen, Amstelveen, Paderborn und den Werra-Meißner-Kreis statt. Die Kochschule Palladin nimmt seit mehreren Jahren am Kulinarischen Festival in Koszalin teil. Und wer kennt ihn nicht, den „Schöneberger Nahefreund“ – einen gut bewerteten trockenen Riesling, dessen Trauben vom Weinberg der Gartenarbeitsschule am Sachsendamm im Partnerlandkreis Bad Kreuznach gekeltert werden.

Schulkontakte verbinden die Gustav-Heinemann-Oberschule mit dem Collège la Cerisaie in Charenton-le-Pont, die Sophie-Scholl-Oberschule mit dem Collège Jean Jaurès in Levallois-Perret sowie der Marianne-Cohn-Schule und der Specjalny Osrodek Skolno-Wychowawczy in Koszalin. Auch mit Amstelveen, Barnet und Nahariya soll die schulische Zusammenarbeit entwickelt werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der fachliche Austausch mit Partnerstädten sowohl in mehrwöchigen Hospitationen als auch in kurzen Fachexkursionen. Hier ist der Erfahrungsaustausch auf konkrete Arbeitsgebiete oder Themen (z. B. Gesundheit, Jugendarbeit, Integration, Flüchtlingsbetreuung, Ehrenamt) gerichtet. Darüber hinaus wird die Entwicklungszusammenarbeit mit Mezitli bei der Schaffung eines Zentrums für Aktives Altern durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Die Partnerstädte von Tempelhof-Schöneberg

Die Liste der Partnerstädte von Tempelhof-Schöneberg umfasst 14 Namen auf drei Kontinenten. Dabei halten sich nationale und internationale Partner die Waage. Das nordrhein-westfälische Ahlen ist seit 1964 Partnerstadt. Das Städtchen mit seinen 55.000 Einwohnern liegt idyllisch zwischen dem Ruhrgebiet und Münster. Im Zuge der Industrialisierung wurde aus dem ehemaligen Ackerbürgerstädtchen ein wichtiger Ort für die Emaille-Industrie, den sogenannten „Pöttkesfabriken“. Daneben siedelten sich Maschinen- und Werkzeugfabriken sowie Schuhhersteller und holzverarbeitende Betriebe an. Ab 1913 begann der Abbau der Kohlevorkommen, womit die Stadt auch zu einem Ort des Bergbaus wurde. Politisch ist Ahlen durch die Gründung der Zentrumspartei im Jahr 1870 ein Begriff. 1946 beschloss die CDU hier ihr Ahlener Programm. Zwischen dem Bezirk und Ahlen finden mehrere Austauschprogramme statt.

Im Kreis Bad Kreuznach ist die Hauptsache Wein. Mit vielen mittelalterlichen Burgen ist die Gegend touristisch interessant und dank seines salzhaltigen Quellwassers wurde der Zusatz „Bad“ verliehen und viele Erholungssuchende sind hier zu Gast. Die Winzer sind mit ihren Weinen regelmäßig auf dem Schöneberger Maifest im Rudolph-Wilde-Park vertreten.

Die Partnerschaft mit dem Landkreis Paderborn begann eigentlich mit partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Tempelhof und dem Kreis Büren. Nach einer Gebietsreform gehörte Büren zum Kreis Paderborn. Hier kann man auf den Spuren der 1200-jährigen Geschichte wandern und viele historische Gebäude bewundern.

Das bayerische Penzberg ist vor allem durch grausame Vorgänge bekannt geworden. In der „Penzberger Mordnacht“ ermordete die SS noch kurz vor Kriegsende Penzberger Einwohner. Ein Gedenkstein in Tempelhof-Schöneberg an der Münchener/Ecke Penzberger Straße erinnert an dieses Geschehen. Die Partnerschaft mit dem früheren Bergarbeiterstädtchen wird durch gegenseitige Besuche gepflegt.

Der nächste Partner ist ganz nah – der brandenburgische Landkreis Teltow-Fläming grenzt an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Mit historischen Städten, Schlössern, herrlicher Landschaft und abwechslungsreichen Angeboten ist der Landkreis längst zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Etwas weiter entfernt, aber touristisch nicht weniger interessant ist der Werra-Meißner-Kreis im hessischen Bergland. Mit malerischem Fachwerk und einer hügeligen Landschaft lädt die Gegend zu Wander- und Fahrradurlauben ein. Die Beziehungen zwischen Tempelhof und dem früheren Landkreis Eschwege begannen mit einem Erholungsprogramm für Tempelhofer Kinder während der Blockadezeit, nach einer Verwaltungsreform gehörte der Landkreis Eschwege dem Werra-Meißner-Kreis an. Die Partnerschaft wurde 1957 geschlossen und nach der Bezirksfusion weitergeführt. Wuppertal im Bergischen Land zählt ebenfalls zu den Partnerstädten. Die Stadt mit der Schwebebahn und der Bezirk Schöneberg sind seit 1964 partnerschaftlich verbunden.

Auch die Partnerschaft mit dem niederländischen Amstelveen – die Endung –veen deutet darauf hin, dass hier einst Moore waren – wird durch gegenseitige Besuche gepflegt. Die Nachbargemeinde von Amsterdam ist für ihre schönen Parkanlagen bekannt. Bereits seit 1955 besteht die Partnerschaft mit dem im nördlichen London gelegenen Bezirk London Borough of Barnet, in dem sich eine der exklusivsten Wohngegenden der englischen Metropole befinden. Auch die verstorbene Sängerin Amy Winehouse wohnte hier.

Mit Charenton-le-Pont und Levallois-Perret geht es nach Frankreich, in die Nähe von Paris. Während erstere Partnerstadt südlich von Paris liegt und Schulkontakte mit der Gustav-Heinemann-Schule bestehen, befindet sich letztere nordwestlich von Paris und hat Kontakte zur Sophie-Scholl-Schule.

Koszàlin – ehemals das pommersche Köslin – liegt im nordwestlichen Polen nahe der Ostseeküste. Die frühere Hansestadt wurde 1214 erstmals als Dorf Cossalitz erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte die damals entvölkerte Stadt zu Brandenburg. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der Bausubstanz zerstört, dennoch sind bis heute Gebäude im neugotischen Backsteinbau zu bewundern. Im Zuge der Städtepartnerschaft werden hier auch die Wirtschaftskontakte aktiv gepflegt.

Ab in die Wärme – Mezitli-Mersin liegt an der türkischen Mittelmeerküste. Die attraktive Hafenstadt im Osten der Türkei bietet moderne Hotels, palmengesäumte Straßen und lange Strände. Auch wirtschaftlich sieht es gut aus – neben dem Hafen, immerhin der wichtigste am östlichen Mittelmeer, ist hier natürlich die Fischerei, aber auch die Erdöl- Nahrungsmittel-, Textil- und Zementindustrie zu Hause. Die 2012 geschlossene Städtepartnerschaft ist die jüngste. Mit dem israelischen Nahariya geht es am Mittelmehr weiter. Die 1935 von deutschen Einwanderern gegründete Stadt hat heute 45.000 Einwohner. Die 1970 begründete Partnerschaft war die erste zwischen einer deutschen und einer israelischen Gemeinde. Die Stadt ist ein beliebter Badeort.

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