22.10.2026: Wer in diesen Tagen am Finanzamt in der Martin-Buber-Straße 20/21 vorbeikommt, sieht es leuchten: Eine neue, knallrote Sitzbank zieht die Blicke auf sich. Doch sie lädt nicht nur zum Ausruhen ein, sondern trägt eine Botschaft mit sich.

Die Idee stammt ursprünglich aus Italien und hat sich mittlerweile weltweit verbreitet: Rote Bänke im öffentlichen Raum mahnen als sichtbares Symbol gegen geschlechtsspezifische Gewalt und erinnern an Frauen, die ihr Leben durch Übergriffe verloren haben. Zudem wird durch Aufkleber oder Schilder an den Bänken über Hilfs- und Beratungsangebote für Betroffene informiert.

In Zehlendorf ist das Projekt eng mit der Nachbarschaft verknüpft. Gestaltet wurde die Bank von jungen Künstlerinnen der Jugend- und Familieneinrichtung Zephir gGmbH. Den passenden Standort wählte das Bezirksamt gemeinsam mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) aus.

Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg betont die Bedeutung des Projekts für den Bezirk: Man stehe an der Seite der Betroffenen und setze sich mit der Bank für eine Kultur des Hinsehens statt Wegsehens ein. Gewalt gegen Frauen sei kein privates Tabuthema, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die frühzeitiges Handeln und Zivilcourage erfordere.