Charlottenburg-Wilmersdorf
„Pinkelstein“ schützt Straßenbäume
Spezielle Baumbeete sollen das Grün im Kiez stärken

03.09.2026: Das Leben eines Berliner Straßenbaums ist hart: Hitze, Trockenheit und nicht zuletzt Hundeurin setzen den Pflanzen stark zu. In Charlottenburg-Wilmersdorf hat man dafür nun eine ebenso einfache wie kreative Lösung gefunden: das „Berliner Baumbeet mit Pinkelstein“.
Das Konzept basiert auf einer niedrigen Hecke aus Totholz, die mit Erdheringen um den Baum herum befestigt wird. Der Clou an der Konstruktion sind jedoch größere Steine in den Ecken des Beetes. Diese sogenannten Pinkelsteine sollen Hunde gezielt anlocken und so den eigentlichen Wurzel- und Stammbereich sauber halten. Zusätzlich wird ein "Kackstreifen" frei gehalten, der auch Hundebesitzerinnen und -besitzern das Aufsammeln des "großen Geschäfts" erleichtert. Das schont nicht nur den Baum, sondern gibt auch Wildstauden die Möglichkeit, ungestört zu wachsen. Aus dem oft festgetretenen und kargen Boden entsteht so eine kleine, artenreiche Grünfläche, die Feuchtigkeit besser speichert und das Mikroklima in der Straße verbessern soll.
Hinter der Idee steckt eine jahrelange Zusammenarbeit zwischen der Nachbarschaftsinitiative Fritschestraße und dem Straßen- und Grünflächenamt. In den vergangenen drei Jahren wurde das Modell an mehr als 40 Standorten erprobt und stetig weiterentwickelt. Mit Erfolg: Das Projekt wurde für einen europäischen Preis für ökologisches Gärtnern nominiert und weckt bereits das Interesse anderer Großstädte.
Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger sieht in der Initiative ein gelungenes Beispiel dafür, wie Verwaltung und Bürgerschaft gemeinsam ihr Wohnumfeld an veränderte Klimabedingungen anpassen können. Das Timing ist passend, denn ein neues Berliner Gesetz sieht vor, dass ab Dezember 2027 alle Berliner ganz offiziell ein Baumbeet anlegen und pflegen dürfen. Charlottenburg-Wilmersdorf baut dafür bereits jetzt die nötigen Strukturen auf, um die Nachbarschaft bestmöglich zu unterstützen.
Wer nicht bis 2027 warten möchte, kann in seinem Kiez schon heute aktiv werden. Das Bezirksamt unterstützt engagierte Bewohner in Zusammenarbeit mit der Initiative Fritschestraße und dem Verein Natur im Garten Deutschland. Das benötigte Material – Totholz, Findlinge und Erdheringe – wird sogar kostenlos angeliefert. Wer mitgärtnert, erhält am Ende eine offizielle Plakette für sein Beet.
Für Fragen und Tipps gibt es eine telefonische Beratung, die am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie am Mittwoch von 13 bis 16 Uhr unter der Nummer 030-362 88 909 erreichbar ist. Weitere Informationen zum Ablauf finden Interessierte zudem auf www.einfach-beeten.de.




