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Tempelhof-Schöneberg

Geschichte vor der Haustür

Tag des offenen Denkmals am 12. und 13. September

Wohnen im Grünen - die Siedlung Lindenhof.
Wohnen im Grünen - die Siedlung Lindenhof.

03.08.2026: Einmal im Jahr öffnen Denkmaleigentümer und Vereine historische Orte für die Öffentlichkeit, die sonst meist verschlossen bleiben. Der Denkmaltag, der seit 1993 als Teil der European Heritage Days stattfindet, steht in diesem Jahr unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. In Tempelhof-Schöneberg können Interessierte an diesem Wochenende bei meist kostenfreien Angeboten tief in die bewegte Geschichte des Bezirks eintauchen.

Spuren des Widerstands

Ein wichtiger Schwerpunkt im Bezirk liegt auf der Erinnerung an den Widerstand während des Nationalsozialismus. Am Sonntag führt ein Stadtspaziergang vom Kammergericht über die Schöneberger Rote Insel zur Torgauer Straße 24. Julius Leber traf sich hier mit Gleichgesinnten; seine Frau Annedore führte später das Geschäft fort und förderte das demokratische Bewusstsein durch ihren Verlag. Am künftigen Gedenkort informiert ein Arbeitskreis über die künftige Nutzung, begleitet von einer Mitmach-Aktion auf dem Gelände. Rundgang Leber-Gedenkort: Sonntag um 11 Uhr (Treffpunkt: Elßholzstraße 30–33, Anmeldung unter veranstaltung@gedenkort-leber.de). Die Informations- und Pflegeaktion vor Ort in der Torgauer Straße 24 läuft von 12 Uhr bis 16 Uhr.

Ebenfalls am Sonntag erinnert ein Spaziergang in Friedenau an ehemalige Bewohner, darunter Akteure der Widerstandsgruppe Rote Kapelle sowie verschiedene Schriftsteller und bildende Künstler. Der Rundgang führt unter anderem durch die Stierstraße, wo 58 Stolpersteine verlegt sind. Sonntag um 11 Uhr, Anmeldung erforderlich unter petra.fritsche@magenta.de. Der Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

Müllabfuhr und Bildhauerkunst

Der ehemalige Fuhrhof Pählchen von 1892 war der Sitz der ersten Schöneberger Müllabfuhr. Direkt daneben liegen das Landhaus der Familie sowie ein Atelierhaus von 1900. Auf dem gegenüberliegenden Grundstück befanden sich die Bildhauerwerkstätten von Valentino Casal, wo im kaiserlichen Auftrag Marmorstatuen gefertigt wurden – was dem Ort den Beinamen „Klein Carrara“ einbrachte. Eine Innenbesichtigung der Gebäude ist nicht möglich, die Führungen erschließen jedoch die Außenanlagen. Führungen: Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr. Treffpunkt: Görresstr. 23, 12161 Berlin.

Gartenstadt Lindenhof

Wer sich für die Geschichte des genossenschaftlichen Wohnens interessiert, kann die Gartenstadtsiedlung Lindenhof in Schöneberg besuchen. Die zwischen 1918 und 1921 von Martin Wagner und Bruno Taut erbaute Siedlung gilt als das erste typisierte Großsiedlungsprojekt nach dem Ersten Weltkrieg. Sie zeigt, wie damalige Reformideen von gesundem Wohnen im Grünen umgesetzt und in eine Park- und Teichlandschaft eingebettet wurden. Führung: Samstag um 13 Uhr. Treffpunkt vor dem Werkraum, Eythstraße 32.

Museumsdepot im Kornspeicher

Einen seltenen Blick hinter die Kulissen bietet das Sammlungsdepot des Museums für Kommunikation. Untergebracht im ehemaligen Kornspeicher des preußischen Militärs von 1894/95, lagern hier heute auf 8.800 Quadratmetern Hunderttausende kulturhistorische Exponate der Post- und Kommunikationsgeschichte – von historischen Briefkästen bis hin zu Uniformen. Führung: Sonntag um 14 Uhr. Treffpunkt vor dem Hofgebäude, Ringbahnstr. 130, 12103 Berlin. Anmeldung unter t.jabs@mspt.de erforderlich.

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