Zehlendorf
Mit repariertem Hubboden hinein ins Badevergnügen
Dank Spendenfreudigkeit PrimaVita-Bad wieder nutzbar

17.03.2026: Über 32.000 Euro sind bis Redaktionsschluss bei der Spendenaktion von PrimaVita zusammengekommen: Stammnutzer, Institutionen, Firmen und Freunde des Bades am Teltower Damm hatten sich nicht lange bitten lassen, als der Kursbetrieb im Januar wegen des defekten Gestänges seines technisch anspruchsvollen Hubbodens – einer der letzten seiner Bauart in Berlin – auf unbestimmte Zeit pausieren musste: Mit ihren großzügigen Spenden zeigten viele Menschen aus dem Bezirk nun deutlich, wie wichtig für Klein und Groß das kleine Therapie- und Lehrbad ist, in dem Gesundheitsprävention und Schwimmenlernen an erster Stelle stehen und großgeschrieben werden.
Wasser und Kurse marsch dank erfolgreicher Spendenaktion
Dr. Sylke Engel, Teamleiterin beim Gesundheitszentrum PrimaVita, hatte nach der Hiobsbotschaft im Januar nicht lange gefackelt und sich mit der Bitte um Spenden über die Presse an die Bürger gewandt – denn die Reparatur sollte rund 35.000 Euro kosten; unerschwinglich für das Gesundheitszentrum, das kleinere Reparaturen, Instandhaltungsmaßnahmen sowie die jährlichen Wartungskosten trägt. Das Echo und die Spendenfreudigkeit waren beeindruckend, und so konnte das Bad mit seinem Kursprogramm bereits Ende Februar mit neuem Hubboden-Gestänge wieder durchstarten.
„Dieses Ergebnis zeigt den enormen Zusammenhalt in Zehlendorf und unterstreicht, wie dringend bezahlbare Wasserflächen für die Gesundheitsprävention und das Schwimmenlernen benötigt werden. An dieser Stelle möchten wir allen Spenderinnen und Spendern herzlich danken“, so die Verantwortlichen des PrimaVita, die auch noch Dankesbriefe versenden wollen. Dr. Engel betont, wie froh sie darüber ist, dass der Betrieb nun wieder läuft. Sie lobt außerdem, dass das Bad sich in den letzten Jahren auf die zuverlässige Unterstützung aus Bezirksamt und Politik verlassen konnte.

Zum Problem mit der Mechanik waren bedingt durch den Stromausfall im Januar Schäden an der Heizungsanlage hinzugekommen, deren Kosten zusätzlich gestemmt werden mussten. So wurden Heizkörper in der Schwimmhalle in Mitleidenschaft gezogen, Handwerker mussten bei der Reparatur des Hubbodens im Kalten arbeiten. Und: Ohne Heizung keine funktionierende Wasserchemie im Becken. Also musste auch noch die elektronische Steuerung des Bades repariert werden. Immerhin dauert es eine Woche, bis bei rund 130.000 Liter frischem Wasser im Becken die Chemie wieder stimmt und unbedenkliches Baden erlaubt ist. Die Bedingungen werden dann jeden Morgen vor Beginn des Badebetriebes vom hausinternen Techniker – Herr über Chlor, Flockungsmittel und Filterzusatzdesinfektion – akribisch kontrolliert.
Prävention, Sport und Training
Jung und Alt waren begeistert, nach relativ kurzer Ausfallzeit ihr geliebtes Bad mit den Kursen vom Gesundheitszentrum PrimaVita wieder nutzen zu können, das neuerdings auch Reha-Kurse im Wasser bietet. Kurse finden entweder im Tiefwasser bei 1,80 Meter Wassertiefe oder in Stehhöhe bei 1,20 Meter Wassertiefe statt, der verstellbare Hubboden macht‘s möglich. „Für uns ist Aqua-Training unverzichtbar, um uns im Alltag nahezu beschwerdefrei bewegen zu können. Wenn es dieses Angebot für unsere Knochen nicht gäbe, wüssten wir nicht, wohin wir sollen“, erklärt Rentnerin Inge aus Düppel, die einmal wöchentlich mit ihrer Freundin hier Wassergymnastik unter fachtherapeutischer Anleitung betreibt – und das seit über fünf Jahren. Das Kursangebot ist vielseitig, spricht sowohl bürogeschädigte Rücken, OP-vorbereitende und nachbereitende Hüften und Gelenke sowie das Koordinationsvermögen älterer Menschen und präventionsbereite Kursteilnehmer jeden Alters an, wobei penibel auf die präzise Ausführung der jeweiligen Übungen geachtet wird. Schwangere finden hier Aquakurse als Sportersatz während der Schwangerschaft, ganz kleine Leute, begleitet von zwei Schwimmschulen, Babyschwimmen für verschiedene Altersklassen, etwas ältere Kleinkinder Vorbereitungskurse zum Schwimmenlernen, die Angst vorm Wasser gar nicht erst aufkommen lassen. Und dann sind da noch DLRG und DRK, die hier regelmäßig trainieren und Zusatzangebote liefern: So rekrutiert die DLRG hier ihren Nachwuchs, der später vielleicht einmal in den offenen Gewässern Leben retten wird: Immerhin rund 80 Prozent der im Wasser Verunfallten wird von aktiven Mitgliedern der DLRG gerettet, bevor überhaupt die Feuerwehr eingreifen muss. Hier am Teltower Damm lernt der Nachwuchs in geschütztem Raum Ganzheitliches Schwimmen, erfährt er in speziellen Praxis-Kursen, was zu tun ist, falls das Schlauchboot umkippt oder man ins Wasser fällt.

Sie alle sind nun froh, wieder in gewohnter Umgebung Fitness, Prävention und Training im nassen Element betreiben zu können. – Hoffentlich über einen langen Zeitraum ohne technische Störungen. Spenden sind indessen weiterhin willkommen, denn: „Der Motor der Hubanlage ist auch in die Jahre gekommen“, wie Dr. Engel erklärt. Und dann sind da noch die Fenster, denen die heizungslose Zeit im Januar alles andere als gut getan hat. Dies alles in Stand zu halten oder zu setzen, kostet. – Spendengelder sind da gut angelegt. – Bringen sie doch hohe Gesundheitszinsen, die in Zahlen kaum auszudrücken sind.
Weiter Informationen und Kursangebote unter www.primavita-berlin.de
Jacqueline Lorenz



