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Treffpunkt und Erinnerungsort

Adenauerplatz wurde 1973 nach erstem Bundeskanzler benannt

Moderne Architektur und große Miethäuser bilden das Umfeld vom Adenauerplatz.
Moderne Architektur und große Miethäuser bilden das Umfeld vom Adenauerplatz.
Erschienen in Gazette Charlottenburg März 2019
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Ein Frühlingstag mit strahlend-blauem Himmel. Die Cafés und Restaurants rund um den Adenauerplatz sind gut gefüllt und die ersten Mutigen genießen den Kaffee bereits draußen, wo die Frühlingssonne zwar hinkommt, aber noch nicht wirklich wärmt. Passanten hasten hin und her, andere treffen sich hier, um einen Bummel entlang dem Kurfürstendamm einzuläuten. Der Stadtplatz, der gut erreichbar am Kurfürstendamm und der Wilmersdorfer Straße liegt, entstand im Jahr 1970 im Zuge von Straßenumbauarbeiten. Seinen Namen bekam er drei Jahre später. Der Versuch, den Kaiserdamm im Jahr 1967 in Adenauerdamm umzubenennen, scheiterte am Protest der Berliner. Doch irgendein zentral gelegener Ort sollte dem ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewidmet werden. So fiel die Wahl auf den neu entstandenen Platz in Charlottenburg, auf dem heute mehrere Platanen im Sommer für Schatten sorgen.

Brunnen und Statue

Der erste Schmuck auf dem Platz war die Brunnenskulptur „Säule in der Brandung“ von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff. Sie wurde 1974 auf dem Platz aufgestellt. Eine Statue des Namensgebers steht ebenfalls dort. Sie wurde von Hans Wall gestiftet und am 19. April 2005 enthüllt. Es handelt sich um eine sehr dynamische Darstellung: Konrad Adenauer eilt vorwärts, der Mantel weht und den Hut trägt er in der Hand. Vorbild der von Helga Tiemann geschaffenen Bronzestatue war ein Foto vom 21. September 1949. Konrad Adenauer verließ an jenem Tag den Sitz der Hohen Kommission auf dem Petersberg in Bonn. Die Hohe Kommission bestand aus drei Kommissaren der westlichen Alliierten: John McCloy, André Francois-Poncet und Sir Brian Robertson. Adenauer teilte ihnen an jenem Tag offiziell die Bildung des neuen Kabinetts mit. Laut Protokoll hätte Adenauer, als Vertreter des besiegten Landes, vor dem Teppich, auf dem die Kommissare sich befanden, stehen bleiben sollen. Er missachtete diese Anweisung und demonstrierte so das Selbstbewusstsein der jungen Bundesrepublik Deutschland.

Gedenkstein für Toleranz

Ein Stück dahinter erinnert ein Gedenkstein an ein trauriges Ereignis. Er steht seit 1996 auf dem Platz und erinnert an den Tod des erst 19-jährige Mete Eksi. Der junge Mann wollte 1991 auf dem Adenauerplatz einen Streit zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft schlichten. Dabei wurde er mit einem Baseballschläger so schwer verletzt, dass er 17 Tage später im Krankenhaus starb. Der Gedenkstein ist eine Mahnung zu mehr Toleranz und Respekt gegenüber dem Anderen.

Neuer Aufzug am Adenauerplatz

Der Bahnhof Adenauerplatz ist die 126. stufenlos zugängliche Station im Berliner U-Bahnnetz. Am 1. Februar ging in dem 1978 eröffneten Bahnhof der Linie U7 der neue Aufzug in Betrieb. Der Bau der Anlage kostete rund 1,1 Millionen Euro.

Aktuell haben nun 118 Berliner U-Bahnhöfe Aufzüge. Acht weitere sind über Rampen stufenlos zugänglich, so die BVG.

Immer wieder von Geschäftsleuten und Politikern gewünscht ist die Anbindung des U-Bahnhofs Adenauerplatz an die Linie 1, die momentan an der Uhlandstraße endet. Der Rohbau eines Bahnhofs ist bereits unter dem Bahnhof zur U7 vorhanden. Ob und wann dieser Wunsch Wirklichkeit werden kann, steht allerdings noch in den Sternen.

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