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Wir fahren an die Wolga!

Mit dem Arbeitskreis Wolgograd verreisen

Foto-Erinnerung an den Wolgograder Knabenchor vor der Johanneskirche in Schlachtensee. Foto: Arbeitskreis Wolgograd
Foto-Erinnerung an den Wolgograder Knabenchor vor der Johanneskirche in Schlachtensee. Foto: Arbeitskreis Wolgograd
Erschienen in Gazette Zehlendorf Mai 2018
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Seit mehr als 25 Jahren besteht eine lebendige Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf und der südrussischen Stadt Wolgograd.

Gerade in diesen Tagen ist es wichtig, den Kontakt zwischen jungen Menschen aus beiden Ländern zu halten und einander zu besuchen, um die russischen Freunde und ihre Lebensweise kennenzulernen und einander aus dem eigenen Leben zu erzählen.

Die diesjährige Reise findet vom 1. – 8. Oktober 2018 für junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren statt.

Reiseprogramm:

Hinreise: Flug Berlin – Moskau, Bahnfahrt Moskau – Wolgograd

Rückflug: Wolgograd – Moskau – Berlin

Reiseleitung/Information: Irma Petto, irma.petto(at)gmail.com

Arbeitskreis Partnerschaft Wolgograd

Kosten: 350 € (Zuschüsse können beantragt werden.)

Vorbereitungstreffen finden vorab statt.

30 Jahre Arbeitskreis Partnerschaft Wolgograd

Nach 1945 begann der „Kalte Krieg“ und wurde in Berlin-West besonders deutlich spürbar. Doch gleichzeitig wurde auch der Ruf nach Versöhnung mit den Menschen in der Sowjetunion lauter.

So knüpfte die Berliner Landeskirche Anfang der 80er-Jahre Beziehungen zu der Stadt Wolgograd, das bis 1961 Stalingrad hieß.

Im November 1988 setzte die Zehlendorfer Kreissynode den Arbeitskreis Partnerschaft Wolgograd ein. Den Boden dafür geebnet und neugierig gemacht hatten die guten Erfahrungen aus gegenseitigen Besuchen im Rahmen der landeskirchlichen Partnerschaft und die Aufbruchsstimmung, die durch Perestroika und Glasnost in der Sowjetunion unter Gorbatschow herrschte.

Seit 1989 fanden mit dem Arbeitskreis 76 Begegnungen von Schul- und Jugendgruppen, Chören, Studierenden, Theologen, Sozialarbeitern sowie Vertretern des Stadtbezirks Zentrum und des Kirchenkreises statt, an denen rund 750 Personen aus Wolgograd und Berlin teilnahmen.

Als erwähnenswerte Ergebnisse – angeregt und unterstützt vom Kirchenkreis – gingen daraus hervor die Gründung des Runden Ökumenischen Tisches in Wolgograd, ein 3-monatiges Praktikum in Berlin für angehende Sozialarbeiter im Jahr 1993, die langjährige Unterstützung des Heims für behinderte Kinder Maljutka, die alljährlichen Besuche des Universitätsdozenten Dr. Andrej Kaden mit Schülergesprächen und die Beziehung zum Wolgograder Knabenchor, der seit Jahren die Besuche der Berliner Gruppen in Wolgograd mit organisiert.

In den letzten Jahren fanden zahlreiche, gleichermaßen Konzertbesucher, Teilnehmende und Organisierende beeindruckende Chorbegegnungen statt, auch mit dem Chor der Orthodoxen Universität Wolgograd.

Wichtig ist dem Arbeitskreis, in Wolgograd bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen, im sozialen Bereich Hilfestellung zu leisten und Kontakt mit der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sarepta und mit der Russisch-Orthodoxen Kirche zu pflegen.

Als Fazit der 30-jährigen Partnerschaft erklären die Arbeitskreis-Beteiligten:

Für viele Menschen ihres Kirchenkreises birgt „Stalingrad“ nun nicht mehr allein die Erinnerung an die grausame Schlacht vor 75 Jahren:

Durch die gegenseitigen Begegnungen konnten sie vielmehr russische Menschen voller Herzlichkeit und Offenheit kennenlernen, die ihnen ihre wiederaufgebaute Stadt an der Wolga mit ihren Kriegs-Erinnerungsstätten gezeigt haben. Dabei haben sie die Besucher durch ihre besondere Landschaft begleitet und ihnen ihre russische Kultur nähergebracht. Gegenseitig öffneten sich die Menschen ihr Zuhause, aßen gemeinsam mit Familie und Freunden und erzählten sich aus ihrem Leben.

Daraus entstanden viele Freundschaften – trotz schmerzvoller Vergangenheit.

Diese Beziehungen zu pflegen und neue zu schaffen, dazu dürfte auch die Reise im Oktober beitragen.

Jacqueline Lorenz

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