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Wort des Bezirksbürgermeisters

Charlottenburg-Wilmersdorf November 2017

Erschienen in Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf November 2017
Reinhard Naumann
Reinhard Naumann

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf!

Auch in diesem Jahr erinnern wir uns des 9. November 1938. Zum 79. Mal findet der Gedenktag an die Reichspogromnacht statt. Die Nacht, in der die Synagogen brannten und der braune Nazi-Mob Geschäfte jüdischer Inhaber zerstört hat, ist zum Symbol geworden für all das in unserer Geschichte, was sich niemals wiederholen darf.

Kerzen und Blumen für Stolpersteine

Auf Initiativen von Nachkommen und Verwandten, vieler Bürgerinnen und Bürger sowie der bezirklichen Stolpersteine-Initiative erinnern inzwischen in Charlottenburg-Wilmersdorf mehr als 3.000 Stolpersteine insbesondere an die jüdischen Opfer des Nazi-Terrors (www.stolpersteine.charlottenburg-wilmersdorf.de und www.stolpersteine-berlin.de ). Seit einigen Jahren werden viele Stolpersteine am Vorabend und am Abend des 9. November gereinigt, und es werden Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt. Ich rufe Sie dazu auf, mit dieser symbolischen Geste die Stolpersteine in unseren Straßen zu erleuchten und zur Erinnerung an diesen Tag so ein Zeichen zu setzen.

Ich selbst werde am 9. November um 17.45 Uhr nach dem Gedenken am Mahnmal Gleis 17 an den Stolpersteinen für Berta und Gittel Zellner, Hildegard Peril, Albert, Hertha und Pauline Lewinnek in der Ahornallee 10 Gedenkkerzen aufstellen.

17. Bezirkstag

Im Rahmen eines Festaktes zum 17. Bezirkstag trugen sich am 19. Oktober im Festsaal des Rathauses Charlottenburg Bürgermeister Michael Jäcke aus unserer Partnerstadt Minden sowie Landrat Frank Kilian aus unserem Partnerlandkreis Rheingau-Taunus in das Goldene Buch des Bezirks ein. Diese besondere Ehrung ist Ausdruck der großen Wertschätzung für beide intensiv gelebten Partnerschaften, die wir mit weiteren gemeinsamen Aktivitäten im neuen Jahr 2018 vertiefen werden.

Im Anschluss habe ich gemeinsam mit der Vorsteherin der BVV, Annegret Hansen, die bezirkliche Bürgermedaille an herausragend zivilgesellschaftlich engagierte Bürger*innen verliehen, die sich um ihren Bezirk in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Mit der Bürgermedaille wurden geehrt:

Winfried Bruder war über 2 Jahrzehnte Leiter des Versorgungsamtes Berlin und zuletzt kommissarischer Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales. Er setzt sein Engagement seit Anfang 2003 für behinderte Menschen im VdK fort. Seit 15 Jahren engagiert er sich im Sozialverband Berlin-Brandenburg und für dessen ca. 20.000 Mitglieder in Form von Sprechstunden für behinderte Menschen, telefonischen Beratungen sowie der Bearbeitung von Schwerbehindertenanträgen und Widersprüchen.

Kirsten Fedler trat bereits im Alter von 12 Jahren der DLRG im Bezirk Wilmersdorf bei und begann nach relativ kurzer Zeit damit, sowohl im Wasserrettungsdienst als auch in der Kinderschwimmausbildung mitzuarbeiten. Sie war seit Mitte der 80er-Jahre hauptverantwortliche Fachübungsleiterin in der Erwachsenenschwimmausbildung und schaffte es durch ihre freundliche Art und ihren direkten Umgang, ausländische Mitbürger*innen nachhaltig in unsere Gesellschaft zu integrieren. Dank ihrer Leistungen ist es gelungen, einen gut funktionierenden Bereich Erste Hilfe- und Sanitätsausbildung zu installieren, der auch für den Gesamtverband vorbildlich ist.

Michael Kossow ist Mitbegründer und Manager des Fördervereins des Keramik-Museums. Er stellte mit seinen Kolleg*innen die zahlreichen hochinteressanten Ausstellungen des Keramik-Museums zusammen und hat diese oft erst ermöglicht, indem er Objekte aus seiner eigenen Sammlung zur Verfügung gestellt hat. Auch verkauft er regelmäßig während der Öffnungszeiten die Eintrittskarten.

Kiezspaziergang

Alljährlich ist der November-Kiezspaziergang eng mit dem 9. November 1938, der Reichspogromnacht, verbunden. So auch unser 191. Kiezspaziergang, der ganz im Zeichen dieser Erinnerung und des heutigen jüdischen Lebens in unserem Bezirk steht.

Wir treffen uns am Samstag, dem 11. November, um 14 Uhr an der Ecke Leibniz- und Pestalozzistraße und gehen von dort aus zum Savignyplatz. Unterwegs werde ich etwas zur Synagoge in der Pestalozzistraße, zum ehemaligen jüdischen Badehaus in der Bleibtreustraße und zur deutsch-spanischen Joan-Miró-Schule sagen. Ehe wir auf dem Savignyplatz eintreffen, kommen wir noch am Abenteuerspielplatz in der Knesebeckstraße vorbei.

Ich freue mich sehr, dass uns Dr. Charlotte Herman, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde unserer Partnerstadt Linz, bei diesem Spaziergang begleiten wird.

Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www.kiezspaziergaenge.de .

Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter naumann@charlottenburg-wilmersdorf.de.

Ihr
Reinhard Naumann
Bezirksbürgermeister

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