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Round Midlife-Bigband Berlin: Wo Eltern den Ton angeben

Seit 15 Jahren sind Swing, Rock und Pop Programm

Erschienen in Dahlem & Grunewald Journal April/Mai 2018
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Montag ist Probentag. Während in der Aula des Dahlemer Arndt-Gymnasiums die Schülerinnen und Schüler der United Big Band jazzen und für ihre Auftritte proben, swingt die Elterngeneration im Wilmersdorfer Kulturzentrum „Spirale“. Denn der Probenraum im Gymnasium wird derzeit für schulische Aktivitäten benötigt.

Als Round Midlife-Bigband Berlin (RMBB) ist die Elternband, deren Gründungsort das Arndt-Gymnasium ist, immer wieder gern gesehener Gast bei angesagten Musikveranstaltungen wie der Fête de la Musique, bei Konzerten in Jazzclubs wie im „Schlot“ oder beim Jazztreff Berlin, bei Stadtteilfesten, Privatkonzerten und natürlich am Arndt-Gymnasium und Dahlemer Tag. Diese Veranstaltung im September 2003 war es auch, welche vor rund 15 Jahren Eltern zusammengeführt hat, die nun mit Schlagzeug, Trompete, Klavier und Gitarre in eigener Band ihren musikalischen Kindern erfolgreich nacheifern.

Von Swing bis Pop

„Mit dem Satz „Ich gründe eine Elternband“ hat es Martin Burggaller am Arndt-Gymnasium damals geschafft, uns für diese Band zu begeistern“, erinnert sich Christa Schütt, die von Anfang an dabei ist. Dr. Burggaller, Musikdidaktiker, -pädagoge und –profi, begleitete da bereits die Schulbands am Arndt-Gymnasium.

In der neu gegründeten Elternband spielte Christa zuerst noch die Klarinette ihrer Tochter. Als aber klar wurde, dass ein Saxophon fehlt, sattelte sie musikalisch um. Dazu kamen Musikbegeisterte wie Hans-Peter Mohr – ebenfalls Saxophonist in der Band und heute ihr Sprecher – Thomas Mertens (Gitarre) und Frank Trautmann, der erzählt: „Eigentlich wollte ich die vierte Gitarre spielen, aber Burggaller entschied: „Du spielst Trompete.“

Einige der Sprösslinge der Round-Mitlifer haben United Bigband-Erfahrung. Die setzt sich aus jungen Musikern verschiedener Oberschulen und Gymnasien ebenso Arndt-übergreifend zusammen wie die aktuell 19-köpfige Round Midlife-Amateurband. Dazu zählen inzwischen Musikerinnen und Musiker unterschiedlichster Berufe vom Architekten bis zum Kameramann aus Steglitz, Zehlendorf, Wilmersdorf und Charlottenburg im Alter zwischen 30 und 75.

Ihre Kinder finden´s immer noch gut, dass ihre Eltern eine Band gründeten. Längst sind die meisten der Schule entwachsen, doch auch heute springen sie notfalls noch als Ersatz-Musiker bei Round Midlife ein.

Voraussetzung, dort Mitglied zu werden, ist nach wie vor, sich im „Elternstatus“ zu befinden. Doch auch dabei gilt: Keine Regel ohne Ausnahme.

Anfangs probten die Amateur-Musiker nur alle sechs Wochen. Doch die Band wuchs und damit auch ihr Anspruch. Das Ergebnis kann sich heute hören lassen und ist durchaus mit Profi-Bigbands vergleichbar.

Als Bandgründer Burggaller mit dem Unterricht der Jugend-Ensemble am Arndt-Gymnasium ausgelastet war, übergab er Round Midlife im Jahr 2009 an Profimusiker und Drummer Michael Rowalska. Unter seiner Leitung erarbeitete sich die Bigband ein abwechslungsreiches Repertoire von Swing, Bossa, Rock und Pop, das aktuell rund 140 Stücke umfasst. Weitere Instrumente und eine Sängerin kamen hinzu.

Auf regelmäßigen Band-Meetings rückt die Gruppe näher zusammen, sie erarbeitet neue Stücke, lernt dazu und hat auf jeden Fall eines: viel Spaß.

Professionelle Amateurband

Derzeit gehören zur Bigband fünf Saxophone, jeweils vier Trompeten und Posaunen, Gitarre, Bass, Klavier, Schlagzeug und Percussion. Sechs Frauen sind dabei, von denen eine ihre Sängerin Ute Fischer-Kramps ist. Vor vier Jahren kam sie dazu, als die damalige Sängerin ausfiel. Ihr Mann ist erster Trompeter von Round Midlife. Sie betont: „Mit der Auswahl der Stücke wird eigentlich immer auf meinen Stimmumfang Rücksicht genommen.“

An diesem montäglichen Probenabend nun, der nur wenige Wochen vor dem nächsten Auftritt liegt, wird konzentriert gearbeitet, auch wenn die Frühjahrsgrippe die Drummer und einen Trompeter ans Bett gefesselt hat. Dafür gibt Christiane an den Congas ihr Bestes. Die Musikstücke mit ihren jeweiligen musikalischen „Klippen“ werden auch an diesem Abend step by step durchgespielt:

„Smooth operator“ geht in die Beine, ein Rhythmus, bei dem man mitmuss. Knut, Neuzugang am Klavier, bekommt noch Hilfestellung von Volker, der zukünftig etwas kürzer treten will.

Bandleader Michael Rowalska hat die Ohren überall: „Noch mal Takt 40, besseren Übergang! – Jetzt müssen wir es noch Konzertchic machen!“ spornt er seine Band an und weiß geschickt zu motivieren.

Dann das nächste Stück, Stevie Wonders “You are the sunshine of my life”, aus dem Band-Repertoire wiederbelebt. Sängerin Ute lässt mit ihrer Stimme, die erstaunliche Tiefe besitzt, die Sonne aufgehen, Michael wippt zufrieden mit.

Weiter geht´s unter sengender Band-Sonne durch die Wüste mit „Caravan“: Wüstenschiffe ziehen zum Riq-Rhythmus mit wiegenden Schritten am Horizont zur nächsten Oase. Der Daddelbass muss eine Extrarunde dreh´n – dann ist Pause.

Entspannte Gesichter, Lächeln, hier und da eine nett gemeinte Neckerei. Und da ist er, stets präsent: Der Spaß, den wohl alle hier haben in ihrer Round Midlife-Bigband, egal ob an Schlagzeug, Trompete, Gitarre oder Gesangsmikrofon.

Übrigens: Am 21. Juni 2018 spielt Round Midlife bei der Fête de la Musique.

Weitere Termine und Kontaktadresse unter www.round-midlife.de

Jacqueline Lorenz

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