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Prägende Jahre

Ausstellung 1910: Brücke. Kunst und Leben

Erich Heckel, Am Teich, 1910, Aquarell über Bleistift, Brücke-Museum. Foto: Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen/VG Bild-Kunst, Bonn
Erich Heckel, Am Teich, 1910, Aquarell über Bleistift, Brücke-Museum. Foto: Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen/VG Bild-Kunst, Bonn
Erschienen in Dahlem & Grunewald Journal April/Mai 2022

1910 war eines der prägendsten Jahre der Künstlergemeinschaft Brücke und ihr künstlerischer Höhepunkt. Fünf Jahre zuvor von den Architekturstudenten Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff in Dresden gegründet, fand die Gruppe 1910 ihren gemeinsamen Stil. Im Atelier oder draußen in der Natur arbeiteten die Künstler intensiv zusammen und beeinflussten sich dabei gegenseitig. Schnelle Pinselstriche, kräftige Farben und eine unverstellte Energie kennzeichnen ihre Arbeiten in dieser Zeit.

Nichts weniger als der Aufbruch gegen die damaligen Konventionen war das erklärte Ziel der gemeinsamen Aktivitäten. So gründete sich 1910 unter der Führung des Brücke-Mitglieds Max Pechstein auch die sogenannte Neue Secession als Gegenpol zu der bis dahin dominierenden Berliner Secession, dem Zusammenschluss einer älteren Generation an Künstlern. Nur wenige Monate danach fand in der Galerie Ernst Arnold die wegweisende Ausstellung der Künstlergruppe Brücke statt, die ihren Ruhm weit über die Grenzen Dresdens verbreitete. Otto Mueller trat im Laufe des Jahres als neues Mitglied der Gruppe bei und verstärkte die Gemeinschaftsbande.

Besonders eng schlossen sich Kirchner, Heckel und Pechstein in diesem Jahr zusammen und verbrachten viele Wochen gemeinsam an den Moritzburger Teichen, in der Nähe von Dresden. Jedoch zog es die Künstler nun – einzeln und zusammen – verstärkt aus der Enge Dresdens, nach Berlin, Hamburg, an die Nordsee. 1911 sollten dann alle nacheinander in die Hauptstadt ziehen, wo sich die frühe Vertrautheit und Verbundenheit nicht mehr einstellten.

Die Ausstellung ist der zweite Teil der 2018 begonnenen dreiteiligen Reihe, die zentrale Jahre der Künstlergruppe Brücke kulturgeschichtlich untersucht: 1913: Die Brücke und Berlin (2018), 1910: Brücke. Kunst und Leben (2022), und 1905: Der Beginn (geplant 2024).

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Zeitung (dt./engl.) mit einem Essay von der Schriftstellerin Mariam Kühsel-Hussaini.

Brücke-Museum, Bussardsteig 9, 14195 Berlin. Weitere Informationen und die aktuellen Hygienebestimmungen unter www.bruecke-museum.de

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