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Geschichte der Ringbahn begann vor 100 Jahren

Die erste Fahrt führte von Moabit nach Schöneberg

Strecke der Ringbahn vor 100 Jahren.
Strecke der Ringbahn vor 100 Jahren.
Erschienen in Gazette Wilmersdorf Januar 2022
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„Einsteigen bitte!“ Am 1. Januar 1872 durften die ersten zivilen Fahrgäste auf der Ringbahn fahren. Bereits am 17. Juli 1871 startete der erste Abschnitt der Ringbahn, der vom Bahnhof Moabit zur Lehrter Bahn über Gesundbrunnen, Stralau, Rixdorf und Tempelhof nach Schöneberg führte. Vorläufer der Ringbahn war die Königliche Bahnhofs-Verbindungsbahn, die vor allem Militärtransporte und Güter zwischen den fünf Berliner Kopfbahnhöfen bewegte. Die Verbindungsbahn innerhalb der Berliner Stadtgrenzen kollidierte jedoch schnell mit den Interessen des weiteren Berliner Stadtverkehrs, sodass der Beschluss gefasst wurde, eine Bahn zu bauen, die außerhalb der Berliner Stadtgrenzen verlief.

Auch diese Bahn sollte vorwiegend militärischen Interessen und dem Güterverkehr dienen. Jedoch gab es auch bereits Gedanken an Personentransporte, denn ein weiterer Grund für den Bau eines geschlossenen Bahnrings um Berlin war die Hoffnung auf Erschließung neuer, billiger Wohngebiete für die arbeitende Bevölkerung, da Wohnraum in Berlin – wie immer – knapp war. Diese Hoffnung der Berliner Verwaltungsbeamten erfüllte sich und führte später zum Ausbau der Städte Schöneberg und Charlottenburg. Die Mittel für die Ringbahn wurden 1866 bewilligt und 1867 war Baubeginn.

Die Ringbahn wurde gut angenommen. Auch die Personentransporte nahmen zu – der Grund war allerdings nicht nur der Wohnraum, sondern auch die Erschließung neuer Ausflugsgebiete. Schnell folgten die nächsten Bahnhöfe in Wedding und Friedrichsberg (heute Frankfurter Allee). Am 15. November 1877 fuhr die Ringbahn erst einen echten Ring. Von Schöneberg aus ging es über Halensee nach Charlottenburg und weiter nach Moabit. Weitere Haltebahnhöfe folgten: 1883 Schmargendorf (Heidelberger Platz), 1892 Bundesplatz, 1894 Jungfernheide, 1901 Papestraße (Südkreuz), 1910 Hohenzollerndamm, 1916 Witzleben (Messe Nord), 1928 Ausstellung (Westkreuz) und 1933 Innsbrucker Platz.

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