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EUREF-Campus Berlin-Schöneberg

Innovationshotspot gibt der Lebensqualität eine Zukunft

Auf 5,5 Hektar bietet der Zukunftsort EUREF viel Interessantes.
Auf 5,5 Hektar bietet der Zukunftsort EUREF viel Interessantes.
Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau November 2021
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Als der Architekt und Stadtplaner Reinhard Müller mit seinem Team der EUREF AG im Jahr 2008 das rund 5,5 Hektar große Gelände rund um den Schöneberger Gasometer als Reallabor der Energiewende und als Modellquartier für die klimaneutrale, ressourcenschonende und intelligente Stadt Berlin von morgen vorstellte, hatte der Vorstandsvorsitzende weitaus mehr vor, als ein bloßes Entwicklungszentrum für innovative und nachhaltige Energiekonzepte zu schaffen. Im Focus behielten er und die Macher dabei immer, auch der Lebensqualität und Lebensfreude an diesem Standort der Nachhaltigkeit gute Entwicklungschancen zu geben.

Wie erfolgreich dies gelungen ist, davon kann sich jeder nun, 13 Jahre später, sein ganz eigenes Bild machen, stattet er dem Areal einen Besuch ab – beispielsweise jetzt in der Vorweihnachtszeit, in der das illuminierte Gelände Vorfreude aufs Fest macht. Vieles zu Entdecken gibt es dort, das weit über Mobilitäts- und Energiekonzepte hinausgeht, auch den technisch wenig versierten Gast beeindruckt und den EUREF-Campus vielleicht zu seinem neuen „Lieblingsplatz“ macht.

Sich Zukunftsthemen stellen

Als Symbol für die Energiewende in Deutschland bietet der innovative EUREF-Campus inzwischen Raum für etwa 5.000 Akteure rund 150 vor allem technologieorientierter Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Startups aus den Bereichen Energie, Umweltschutz und Mobilität, um hier ökologisch und ökonomisch nachhaltige Lösungen synergetisch zu entwickeln. Dabei ziehen sich regionale Verbundenheit und Nachhaltigkeit durch alle Bereiche des EUREF-Campus Berlin, dessen Areal in der Vergangenheit der GASAG oblag. Die GASAG-Gruppe mit ihrer gerade von Berlin-Mitte an die Torgauer Straße gezogenen Tochter, der Netzwerkgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB), ist an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Neue Ideen aus ihrer Schmiede sind ebenso angesagt wie Innovationen des Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE), der mit einem Teil der bundeseigenen Deutschen Energie (DENA) auf den Campus gezogen ist. Außerdem zum Wachstum des Zukunftsortes tragen Institutionen wie die Initiative Climate-KIC, die TU-Berlin, Schneider Electric, das Fraunhofer-Institut oder die Deutsche Bahn AG bei. Deren avantgardistischer Büroneubau setzt sich elegant hinter dem geschichtsträchtigen Gasometer – eigentliches Wahrzeichen des Campus – in Szene. Behutsam treten denkmalgeschützte Klinker- und Backsteinbauten des Architekten Alfred Messel in lebendigen Dialog mit energieeffizienten Neubauten und geben Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine gemeinsame Bühne.

In einer hoch technisierten Energiezentrale mit Blockheizkraftwerk wird vor Ort umweltschonend Kälte, Wärme und Strom erzeugt. Seit 2014 erfüllt der EUREF-Campus die CO₂-Klimaziele für das Jahr 2045. Wertvolle Unterstützung in seiner Zukunftsarbeit erfährt der EUREF-Campus, über dem vielversprechend die Regenbogen-Flagge weht, vom Bezirksamt und der bezirklichen Wirtschaftsförderung.

Die multikulturelle Gesellschaft über die EUREF-Community in gemeinsamen Treffen, Clubs und Events mit einzubeziehen, ist ein wichtiger Stützpfeiler des Konzeptes dieses besonderen Zukunftsortes. Dies war wegen der Pandemie in letzter Zeit jedoch nur bedingt möglich, beliebtes Sommerfest und Beachvolleyball-Turnier mussten warten. Doch das soll im nächsten Jahr umso intensiver nachgeholt werden.

Forschen, Fahren und Freizeit, diese Bereiche haben im „Europäischen Energieforum“ in Schöneberg ihren Platz und ihre Community gefunden.

Betritt man das Gelände, fällt wohltuende Weitläufigkeit ins Auge. Zwischen den Gebäuden, in denen geforscht, gelehrt, gearbeitet und entwickelt wird, fordern Grünanlagen mit Gräsern, Birken und Kiefern zum Entschleunigen und Chillen auf hölzernen Sitz-Einfassungen und Terrassen auf. Ober- und unterirdische Stellplätze für Fahrräder lassen Radfreunde aufatmen, und die an mehreren Stellen vorhandenen über 150 Ladesäulen machen deutlich, dass neben Fußgängern und Rädern auf dem Areal nur Elektrofahrzeuge, E-Carts mit Solardächern, Taxis und Einsatzfahrzeuge freie Fahrt haben. Leuchtstreifen weisen hier Arbeitenden und Besuchern den Weg zu unterirdischen Parkhäusern.

Immer wieder zum Erprobungs-Einsatz kommen auf dem gut geeigneten Privatgelände neue Fahrzeugtypen, vom E-Scooter bis zum autonom fahrenden Shuttle-Bus.

Lebensfreude und Freizeitwert bereichern das Gelände zusätzlich und laden mit diesem Mehrwert Besucher von außerhalb ein. – Sei es, um im SXILLS-Sport- und Lifestyle-Club Kondition und Lebensfreude zu stärken, in einem der Gastronomiebetriebe zu entspannen oder am gerade neu angelegten Pool oberhalb der Torgauer Straße seine Runden zu drehen. Das mit einem Löschteich kombinierte Wasserbecken soll im kommenden Frühjahr in Funktion gehen. – Mit Blick auf die am 8. Oktober enthüllte Skulptur „Threesome“ des in den Niederlanden lebenden Künstlers Ewerdt Hilgemann, die mit ihren drei, mithilfe einer Vakuumpumpe verformten Stahlsäulen nun als weiteres Wahrzeichen des EUREF gilt.

Kunstfreund Reinhard Müller hatte das Kunstwerk bei einem Besuch in New York auf der Park Avenue entdeckt und zu einem weiteren Highlight seiner „Campusgalerie“ auf dem EUREF-Areal gemacht. Der aufmerksame Besucher entdeckt über die Innen- und Außenbereiche des gesamten Campus als „Kunst im und am Bau“ verteilt faszinierende Skulpturen, Installationen, Gemälde und Kunstwerke:

Beispielsweise rät da gleich an der kleinen Freilichtbühne hinter der Schmiede die Skulptur des Gelehrten Konfuzius zu Gleichmut und Harmonie. Die Figur des Philosophen war ein Geschenk aus China an den viel zu früh verstorbenen Stephan Kohler, Partner und Mitinitiator aus der ersten Reihe der EUREF AG. Und die schwarze Bronze-Krähe des Künstlers Arie van Selm steht sinnbildlich als Campus-Maskottchen für die Scharen schwarzer Krähenvögel, die allabendlich das Stahlskelett des Gasometers lärmend besetzen.

Winfried Flachs „Dona“, die rote Zweimeter-Frau, grüßt im kleinen Birkenhain stählern von rotem Sockel. Wahrhaft nicht zu übersehen ist Olaf Metzels Installation „13.4.1981“: Scheinbar willkürlich gestapelt, werden rot-weiße Absperrgitter von einem Einkaufswagen mit Pflastersteinen gekrönt zur Plastik der Gewalt. 1987 hatte Metzel die Skulptur zur 750-Jahr-Feier Berlins am Kurfürstendamm / Ecke Joachimsthaler Straße aufgestellt, um damit an eine dort sechs Jahre zuvor stattgefundene gewalttätige Demonstration zu erinnern.

Nachhaltige Campus-Gastronomie

Um für Wirtschaft und Wissenschaft in der Schöneberger Denkfabrik einen klugen und klaren Kopf zu bewahren, sollte der Magen nicht allzu laut knurren. Dem beugt eine bunte Restaurantvielfalt auf dem Campus vor, die auch hier die Nachhaltigkeit als wichtige Zutat weiß und neben den EUREF-Akteuren ebenso Gäste von außerhalb willkommen heißt. Unter der gastronomischen Leitung von Meisterkoch Thomas Kammeier und seinem Team laden fünf Tagesrestaurants und ein Dinnerrestaurant – darunter das „Café am Wasserturm“, das „Grüns“ und die „Werkstatt“ – Gäste, Mitarbeiter und Geschäftspartner des EUREF-Campus zum Einkehren und Schlemmen ein. Wegwerfgeschirr hat hier keine Chance dank einer Partnerschaft mit dem VYTAL-Mehrwegsystem, Regionalität und Bio stehen an erster Stelle und Veranstaltungsraum gibt es reichlich.

Seit Mai frisch am Start mit dem Erfolgsteam Thomas Kammeier, Florian Peters und Olaf Rode ist das Fine-Dining-Lifestyle-Restaurant „the CORD“, das mit exklusiver Grillküche und einem erlesenen Weinangebot die Küche zur Innovationswerkstatt erklärt. Anschaulicher Mittelpunkt des Restaurants ist das Automobil „Cord 810/812“ aus dem Jahr 1937, das für Fortschritt und Pioniergeist steht.

Aktuell im Bau ist an der Torgauer Straße gleich neben dem Eingang des EUREF-Campus eine in jeder Hinsicht nachhaltige Bäckerei und Konditorei mit eigener Backstube und begrünter Außenterrasse, die demnächst Vorbeiflanierende und EUREF-Akteure gleichermaßen mit Köstlichkeiten vom frischen Brot bis zum süßen Teilchen und röstfrischen Kaffee versorgen wird.

Baudenkmal Gasometer wird Veranstaltungsort

In nächster Zeit ist viel Spannendes zu erwarten von dem Schöneberger Giganten, für dessen Geschichte mit seiner Umgestaltung ein neues Kapitel geschrieben wird. Als unübersehbare Landmarke im Schöneberger Abendhimmel ist der zwischen 1908 und 1910 erbaute und bei der Bevölkerung schon damals nicht unumstrittene Gasometer weit über die Stadt hinaus bekannt. 1913 ging der Teleskopgasbehälter der Schöneberger Gasanstalt in Betrieb. Auch nach Abschaltung der Gasanstalt 1946 blieb der Gasometer als Gasspeicher aktiv.

Inzwischen unter Denkmalschutz wurde er 1995 abgeschaltet. Seit 2009 als beliebter Veranstaltungsort mit „Bundestagsarena“, einem mobilen kuppelartigen Bau, betrieben, ging Günther Jauch mit seiner Talkshow hier ein und aus. Führungen in luftiger Höhe fanden statt und ließen Besuchern den Schöneberger Wind um die Nase wehen. Doch nun haben Bauarbeiter den Schöneberger Giganten geentert, das finale Bauvorhaben auf dem Campus anzugehen und den inzwischen als Symbol für die Energiewende Deutschlands geltenden Gasometer bis 2023 zum innovativen EUREF-Mittelpunkt umzugestalten: Dazu wird sein Unterteil, der grüne Stahlmantel, zum Konferenzbereich und Forum des EUREF-Campus ausgebaut, das historische Stahlgerüst wird Meter für Meter denkmalgerecht saniert, und in 16 Meter Höhe aufwärts wird ein Bürohaus mit knapp 30.000 Quadratmetern Fläche bis zum vorletzten Ring für ca. 2.000 Mitarbeiter der Sparte „Digitale Schiene“ der Deutschen Bahn errichtet. Eine gläserne Fassade verspricht Transparenz. Die obersten Etagen sind Präsentationen und Veranstaltungen hinter der Stahl-Glas-Fassade vorbehalten, und zuoberst des Neubaus entsteht in etwa 66 Meter Höhe eine dann auch der Öffentlichkeit zugängliche Skylounge mit Terrasse und Rundblick über Berlin. Im Zuge der Bürgerbeteiligung sprachen sich im Vorfeld von 700 Beteiligten 382 für die Bebauung aus. Kritische Stimmen meldeten sich u. a. wegen befürchteter Verschattung durch das Gebäude. Doch nach verschiedenen Studien und der Zustimmung der Bezirksverordneten konnte schließlich Bauantrag gestellt und die Genehmigung zum Ausbau des Gasometers erteilt werden.

Die kuppelartige „Bundestagsarena“ reist indessen – gut betreut von erfahrenen EUREF-Architekten – einem neuen, zweiten EUREF-Zukunftsort entgegen: Auf dem Gelände des 2022 an den Start gehenden EUREF-Campus Düsseldorf blickt die gläserne „Jauch-Kuppel“ in Nordrhein-Westfalen neuen spannenden Aufgaben als Event-Location entgegen.

Jacqueline Lorenz

EUREF-Campus 1-25

10829 Berlin

Weitere Informationen, Gastronomie, Kontakt sowie Öffnungszeiten unter www.euref.de

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