Gazette Verbrauchermagazin

Mausgezeichnete Zukunftsperspektiven

Sonderausstellung BVG im Deutschen Technikmuseum

170 Jahre U-Bahn Gleis an Gleis. Das Mock-up der neuen U-Bahnreihe JK (rechts) wird im historischen Lokschuppen des Museums direkt neben einem historischen Wagen aus dem Jahr 1908 präsentiert. Foto: Malte Scherf / SDTB
170 Jahre U-Bahn Gleis an Gleis. Das Mock-up der neuen U-Bahnreihe JK (rechts) wird im historischen Lokschuppen des Museums direkt neben einem historischen Wagen aus dem Jahr 1908 präsentiert. Foto: Malte Scherf / SDTB
Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau Juni 2021

Berlin bekommt neue U-Bahnen und die können vorab betrachtet werden. Ein virtuelles 360°-Modell lädt jetzt zum Entdecken und Erleben der zukünftigen Züge ein. In Kooperation mit dem Deutschen Technikmuseum und dem Hersteller Stadler wird seit der Wiedereröffnung des Museums auch ein lebensgroßes Modell „aus der Zukunft“ in einer Sonderausstellung zu sehen sein – Seite an Seite mit einem der ältesten U-Bahnwagen Deutschlands.

Eine Zeitreise in die Zukunft

In dem virtuell begehbaren 360°-Modell lassen sich schon heute die Züge von morgen erkunden. Vom Fahrgastraum durch das Multifunktionsabteil bis in die Fahrerkabine – per Maus geht es durch das Fahrzeug der Baureihe JK. Dank der hohen Auflösung lässt sich in jeden Winkel hineinzoomen. Multimediale Infopoints vermitteln in Texten, Audio- oder Video-Clips Informationen zu verschiedenen Aspekten wie Fahrgastinformation, Lichtdesign oder Barrierefreiheit. Die Grundlage bilden rund 200 Einzelaufnahmen aus einem Mock-up, einem 1:1-Modell der neuen U-Bahn-Baureihe J/JK, das die BVG im Frühjahr 2020 bei Stadler bestellt hat. Das 360°-Modell ist auch auf der Projektseite der neuen U-Bahnfahrzeuge zu sehen: www.bvg.de/neue-u-bahn

Mock-Up der neuen U-Bahnen steht bereits im Museum

Dabei ist der virtuelle Zug nur der erste Schritt. Um die Vorfreude auf die neuen Züge zu beflügeln, gibt es im Deutschen Technikmuseum eine weitere Premiere. Das besagte Mock-up ist auch öffentlich zu sehen. Und es ist nicht allein. Das Technikmuseum schlägt in Kooperation mit der BVG im historischen Lokschuppen einen ganz großen Bogen aus den Anfängen der Berliner U-Bahn im Jahr 1902 über die Gegenwart bis in die Zukunft. Direkt neben dem Mock-up auf Gleis 15 steht der Wagen 86 der Baureihe A1 von 1908, das älteste in Deutschland erhaltene U-Bahn-Fahrzeug. Abgerundet wird die Präsentation durch einen Doppeltriebwagen der Reihe F79 von 1980, der im Freigelände des Museums gezeigt wird.

Von 1902 bis 2072

Der Titel der Ausstellung lautet „Von A bis J – Berliner-U-Bahnen von 1902 bis 2072“. Die U-Bahn-Baureihen werden mit fortlaufenden Buchstaben bezeichnet, nun ist Berlin bei „J“ angekommen, und die neuen Züge, die bis 2032 geliefert werden, sollen über 40 Jahre hinweg im Einsatz sein. Joachim Breuninger, Vorstand der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin: „Wir freuen uns darauf, nach dem Ende des Lockdowns die Zukunft und die Vergangenheit der Berliner U-Bahn unter einem Dach präsentieren zu können. Dieses Stück Mobilitätsgeschichte einer wachsenden Metropole ist in unseren historischen Lokschuppen bestens aufgehoben. Direkt nach der coronabedingten Schließung wird das ein besonderes Highlight für unsere Besucherinnen und Besucher“.

Vom Modell bis zum fertigen Zug

Die U-Bahn aus Berlin für Berlin: Die ersten Fahrzeuge der neuen U-Bahnbaureihe werden voraussichtlich im vierten Quartal 2022 für Testfahrten zur Verfügung stehen. Für die BVG besteht die Möglichkeit, bis zu 1.500 Wagen der neuen Baureihe J/JK bis 2032 von der Firma Stadler in Berlin-Pankow zu beschaffen. Zum Vergleich: Derzeit verfügt die BVG insgesamt über 1.300 U-Bahn-Wagen verschiedener Baureihen. Weitere Informationen zur Ausstellung unter www.technikmuseum.berlin .

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