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Mit der Rikscha unterwegs

Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer gesucht

Rikscha-Treffen. Gemeinsam „eroberten“ sechs Rikschas im Jahr 2019 den Mauerradweg. Foto: Evangelische Kirchengemeinde Wannsee
Rikscha-Treffen. Gemeinsam „eroberten“ sechs Rikschas im Jahr 2019 den Mauerradweg. Foto: Evangelische Kirchengemeinde Wannsee
Erschienen in Wannsee Journal April/Mai 2021
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Spazierfahrten mit der Rikscha gibt es in Wannsee seit 2017. Die evangelische Kirchengemeinde hatte eine dänische Rikscha der Marke Christiania angeschafft und einen ehrenamtlichen Fahrerkreis aufgebaut, so dass fünf Pflegeeinrichtungen das Angebot hatten, Bewohnerinnen und Bewohner für eine Spazierfahrt abholen zu können. Die Nachfrage war so groß, dass im vergangenen Jahr eine zweite Rikscha angeschafft wurde. Nun ist es möglich, dass mehrere mobiliätseingeschränkte Menschen in den Wald, ans Havelufer, zum Schlachtensee oder in einen der nahegelengen Schlossparks in Potsdam gefahren werden können. Indra Wiesinger, die Diakonin der evangelischen Kirchengemeinde in Wannsee sucht weiterhin nach ehrenamtlichen Rikscha-Radlern. Als Kapitänin erteilt sie zukünftigen Rikscha-Piloten die Einweisung. Für jeden Monat gibt es per Mail eine Info mit Kalender, wo sich die Ehrenamtlichen für ihren Einsatz selbständig im Doodle-Kalender eintragen. Es bleibt jedem Fahrer selbst überlassen wie oft und an welchem Wochentag er Spazierfahrten anbietet. Jeder Rikscha-Pilot ruft im Pflegeheim am Vortag an, um die Spazierfahrten mit der Rikscha anzukündigen. Von den Betreuungsassistenten in den Heimen werden dann die Senioren zu einer Ausfahrt ermuntert. „Wie schön, endlich komme ich mal wieder ans Ufer!“. Die Freude und Begeisterung der Passagiere ist der größte Dank an diesem Ehrenamt. Und die begeisterten Blicke der Spaziergänger ebenfalls. Oft wird gewunken oder neidisch bemerkt: „So schön hätte ich es jetzt auch gerne. Da sind die weiten Wege durch die großen Schlossparks des neuen Gartens oder in Babelsberg kein Problem“. Menschen, die im Pflegeheim leben haben durch die Rikscha die Möglichkeit am Leben „draußen“ wieder teilzunehmen und die Rikscha-Piloten werden mit manch netter Geschichte unterwegs belohnt.

Verleih gegen Spende

Ist es auch möglich, die eigene Oma oder Schwiegermutter mit der Rikscha zu fahren? Ja, das geht ebenfalls. Gegen eine Spende von 15 Euro und vorheriger Einweisung durch die Diakonin oder ihren Co-Kapitän Herrn Römer, ist dies möglich. Alle Interessierten werden, genau, wie die ehrenamtlichen Rikscha-Piloten als Ehrenamtliche der Kirchengemeinde geführt und sind somit über die Ecclesia versichert.

Fahrten in Corona-Zeiten

Fahrten in Corona-Zeiten waren auch 2020 möglich, denn die Rikscha hat ein Verdeck. Dies dient eigentlich als Wind- und Regenschutz, aber in Pandemiezeiten eben auch als Abstandshalter, so dass der Fahrer seine Atemluft dem Passagier nicht direkt in den Nacken blasen kann. Beim Aus- und Einstig tragen Rikscha-Pilot und Fahrgäste Mund-Nasen-Schutz. Das Gesundheitsamt gestattete unter diesen Voraussetzungen bereits zum Frühjahr 2020 die Spazierfahrten. In einem mitgeführten Logbuch werden die Namen der Fahrgäste und der Piloten notiert. Rückschlüsse wären somit möglich. Manche Pflegeeinrichtungen waren im vergangenen Jahr zurückhaltend und erlaubten keine Ausfahrten. Aber nun sind fast alle Bewohnerinnen und Bewohner geimpft und freuen sich auf das Angebot.

Geteilte Freude – doppelte Freude

Viele Rikscha-Piloten, die in Wannsee mit den Rikschas unterwegs sind, kommen für ihr radelndes Ehrenamt extra aus Potsdam, Werder oder Berlin. Sie verbinden den Ausflug ins Grüne damit andere an ihrem Radelspass teilhaben zu lassen. Denn geteilte Freude ist doppelte Freude. Neue Rikscha-Piloten sind jederzeit willkommen. Die Rikschas sind E-Rikschas und man ist immer mit zusätzlichem „Rückenwind“ unterwegs und hat auch eine Extraladung E-Akku an Bord, so dass man immer sicher zurückkommt.

Das Vitanas Seniorencentrum Schäferberg stellt für die Rikschas den Stellplatz und die Stromversorgung sicher. Für diese gute Zusammenarbeit ist die Kirchengemeinde sehr dankbar. An jedem Dienstag, wenn das Rikscha-Angebot für die Heimbewohnerinnen und Bewohner besteht, werden die Fahrer immer freundliche begrüßt und Fahrgäste freuen sich auf eine Ausfahrt. An anderen Wochentagen sind die Spazierfahrten dann für andere Pflegeheime vorgesehen.

Für Rückfragen und Interesse am radelnden Ehrenamt stehen Diakonin Indra Wiesinger von der ev. Kirchengemeinde und ihr Co-Kapitän Wilfried Römer jederzeit Rede und Antwort. Kontakt: diakonin@kirchengemeinde-wannsee.de, mobil: 0151 20 22 19 66 oder wilfried.roemer@web.de

Indra Wiesinger

Titelbild

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