Gazette Verbrauchermagazin

Wort der Bezirksbürgermeisterin

Tempelhof-Schöneberg April 2020

Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau April 2020
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Evangelisches Seniorenheim
Angelika Schöttler
Angelika Schöttler. Foto: Photo Huber

Liebe Leser_innen,

normalerweise ist mein Beitrag zur April-Gazette immer von der Freude über den Frühling und den vielen Aktivitäten, die in unserem Bezirk und in Berlin stattfinden, geprägt. Es war schon so viel geplant, wie zum Beispiel der Kiezspaziergang, der uns im April einmal wieder nach Mahlow in unsere Partnergemeinde führen sollte. Nun ist aber alles anders und unsere Stadt – die eigentlich niemals schläft – befindet sich wegen der Coronavirus-Pandemie fast im Stillstand. Aktuell gilt die Kontaktsperre, wonach man nur noch zu zweit aus triftigem Grund auf die Straße darf. Hierzu gehören derzeit Sport treiben, Einkaufen oder der Weg, um zur Arbeit zu gelangen. Viele Menschen befinden sich im Home-Office und viele wirtschaftliche Aktivitäten sind heruntergefahren. Der Redaktionsschluss für diese Gazetten-Ausgabe war der 2. April 2020. Wie sich die Coronakrise weiter entwickelt und welche Maßnahmen noch ergriffen werden müssen, vermag zurzeit keiner zu sagen. Es ist eine ganz neue Situation für uns alle. Es sind wirklich starke Einschnitte in unser gesamtes gesellschaftliches Leben. Wir müssen alle – weltweit – unseren Beitrag leisten, den Virus zu bekämpfen und dies mit all unserer Kraft. Sie erhalten jeden Tag eine Vielzahl von Informationen über das Coronavirus. Es wird viel spekuliert und es kursieren zum Teil Halbwahrheiten. Bitte informieren Sie sich ausschließlich bei seriösen Informationsquellen. Auf den Internetseiten des Robert Koch-Institutes, bei der Senatskanzlei und unserer Bezirksseite erfahren Sie alles Notwendige. Schon jetzt gibt es zum Glück viel Solidarität unter den Menschen – und das zeichnet unser gemeinsames Leben in Berlin auch aus. Es ist gut, wenn wir in der Nachbarschaft helfen, aber bitte so, dass wir einander nicht gefährden.

Infos:

Robert Koch-Institut: www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html

Senatskanzlei: www.berlin/corona/

Bezirkssamt Tempelhof-Schöneberg: www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/

Enkeltrick entlarven

Leider gibt es aber auch Menschen, die diese Krise für betrügerische Zwecke ausnutzen. Ich möchte Sie auf diesem Wege vor dem sogenannten Enkeltrick warnen, den es in verschiedensten Ausprägungen gibt. Bei der ganz neuen Coronavariante wird versucht, von älteren Menschen Geld zu ergaunern. Am Telefon wird behauptet, Angehörige hätten sich mit dem Coronavirus infiziert und bräuchten dringend Geld für teure Medikamente. Wenig später kommen dann Personen, um Geld und Wertsachen abzuholen. Die Polizei weist in ihrer Aufklärungsarbeit immer wieder auf Betrugsmethoden hin, bei denen angebliche Verwandte Geld brauchen. Übergeben Sie niemals Geld oder Schmuck an unbekannte Personen und seien Sie misstrauisch, wenn sich unbekannte Menschen am Telefon als Ihre Verwandten ausgeben. Raten Sie nicht, wer am Telefon ist, sondern fordern Sie die Anrufer_innen dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

Kommen Ihnen die Anrufenden verdächtig vor, beenden Sie sofort das Gespräch! Informieren Sie unverzüglich die Polizei. Sollten Sie schon Opfer eines Enkeltricks geworden sein, zeigen Sie diesen an. Schämen Sie sich nicht, wenn Sie auf die Betrügereien hereingefallen sind. Hier sind wirklich Profis am Werk, die psychologisch Druck ausüben. Ich weiß, auch dies ist kein schönes Thema, aber es ist wichtig, auch hierüber informiert zu sein.

Infos der Berliner Polizei zur Seniorensicherheit: www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/

#kauflokalts – die Geschäfte im Kiez unterstützen

Sicherlich können Sie sich vorstellen, dass die Coronakrise besonders die kleinen Unternehmen hart trifft. Viele Geschäfte mussten schließen oder können aufgrund der geltenden Abstandsregelungen nur noch sehr eingeschränkt tätig sein. Um ihre Existenzen zu sichern und ihre Kundschaft trotzdem zu erreichen, haben sich einige Unternehmen Kreatives überlegt. Gemeinsam mit unserer bezirklichen Wirtschaftsförderung haben wir zu ihrer Unterstützung die Hashtag-Aktion #kauflokalts gestartet. Auf Instagram können die Unternehmen Ihnen mitteilen, wie sie ihre Angebote für Sie in dieser schwierigen Zeit bereithalten. Zum Beispiel können Sie sich Bücher im Moment direkt bis vor die Haustür liefern lassen. Restaurants bieten ihre Speisen „außer Haus“ und auch die Wochenmärkte haben offen. Einstellen müssen die Unternehmen die Infos selber, wir reposten sie dann gerne. Aber auch Sie als treue Kundschaft können Ihr Lieblingsgeschäft mit Foto und Angebot vorstellen. Ich hoffe sehr, dass wir mit der Aktion viele erreichen, weise aber natürlich darauf hin, dass die Gesundheit das wichtigste Gut ist. Die Aktion soll nicht dazu führen, dass mehr Menschen draußen einkaufen gehen. Vielmehr sollen Sie bei Ihren notwendigen Einkäufen Ihre Kiez-Geschäfte nicht vergessen. Schauen Sie ins Internet oder bilden Sie Einkaufsgemeinschaften mit Ihren Nachbar_innen. Wenn weniger Menschen unterwegs sind, können alle die Sicherheitsabstände besser einhalten.

Info: E-Mail an wirtschaftsberatung@ba-ts.berlin.de, Telefon (030) 90277-4242.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und vor allem Gesundheit!

Herzlichst Ihre
Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin
Tempelhof-Schöneberg

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