Heidelberger Platz
Verkehrsknotenpunkt am Rand von Schmargendorf

Erschienen in Dahlem & Grunewald Journal April/Mai 2026
Unter der nahen Autobahnbrücke trainieren junge Skater. Geschickt manövrieren sie ihre Boards über die Hindernisse aus Beton. Trotz höchster Konzentration in den Gesichtern der Jugendlichen ist ihnen der Spaß an ihrem Hobby deutlich anzusehen. Aus einer eher unwirtlichen Ecke wurde so ein Platz für Sport und Freizeitvergnügen. Dank der „Überdachung“ durch die Autobahn kann die kürzlich mit neuen Skateelementen erweiterte Anlage wetterunabhängig genutzt werden.

Schmuckplatz und Gartendenkmal
Im Jahr 1913 wurde der Heidelberger Platz, der den nördlichen Abschluss des Rheingauviertels bildet, nach Plänen von Paul Jatzow als Schmuckplatz angelegt. Um 1920 wurde die Platzgestaltung durch Richard Thieme leicht verändert. Seit 1995 ist der Heidelberger Platz ein Gartendenkmal. Der oval angelegte Rasenplatz, umrahmt von einem Spazierweg und Taxushecken, hat mehrere Zugänge. Allerdings sieht man anhand der Trampelpfade, dass der Mensch auch hier den direkten Weg vorzieht. Ursprünglich sollte eine Bronzeplastik in der Mitte des Platzes stehen, die Planung wurde jedoch nie verwirklicht. Von Anfang an diente er auch als Zugang der zu jener Zeit neu gebauten U-Bahn, auf die die Stadt Wilmersdorf sehr stolz war. Der Eingang zum U-Bahnhof an der östlichen Seite des Platzes ist als große Pergola gestaltet. Der ziemlich tief liegende Bahnhof – er musste den an dieser Stelle sehr tief liegenden Einschnitt der Ringbahn unterqueren – erinnert mit seinen Kreuzgewölben eher an eine Kathedrale. Obwohl es heißt, die Erbauer hätten einen Weinkeller im Sinn gehabt. Aufgrund der sehr tiefen Lage konnte die Decke von dem beauftragten Architekten Wilhelm Leitgebel sehr hoch angelegt werden. Die S-Bahn hingegen hält schon 30 Jahre länger an der Station der Ringbahn, die anfangs Schmargendorf hieß. Im Jahr 1883 wurde der Bahnhof eröffnet.

Schmargendorfer Verlagsviertel
In der Nähe des Heidelberger Platzes befindet sich neben dem Rheingau-Viertel auch das heimliche „Verlagsviertel“ von Schmargendorf. Der Verlag Springer Wissenschaften hat seinen Sitz direkt am Platz. Er gibt Wissenschafts- und Fachliteratur für alle Bereiche heraus, insbesondere Naturwissenschaften, Medizin, Jura, Wirtschaftswissenschaften, Mathematik und Technik. Nicht weit entfernt ist der Sitz des Cornelsen-Verlags, der in diesem Jahr das 75. Jubiläum feiert und Schülern und Lehrern ein fester Begriff ist.
Ein Stück weiter in Richtung Wiesbadener Straße ist zwar kein Verlag – doch hier engagierte sich einst ein erfolgreicher Verleger zu Hause. Rudolf Mosse (1843 – 1920) und seine Frau Emilie gründeten an der heutigen Rudolf-Mosse-Straße die Emilie- und Rudolf-Mosse-Stiftung, ein interkonfessionelles Waisenhaus. Heute wird es kurz als Mosse-Stift bezeichnet. Mosse, der vom Buchhändler zum erfolgreichen Verleger aufgestiegen war, war für sein soziales Engagement bekannt. Er gründete auch schon früh eine Pensionskasse für seine Mitarbeiter. Im Mosse-Stift, das heute unter Denkmalschutz steht, sind heute Kinder- und Jugendeinrichtungen untergebracht. Eine Gedenktafel erinnert an den Stifter.








