26.10.2026: Statistisch gesehen erlebt jede vierte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner – oft im eigenen Zuhause, dem Ort, der eigentlich Schutz bieten sollte. Um dieses Tabu zu brechen und Hilfsangebote bekannter zu machen, finden rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 24. und 25. November 2026 zahlreiche Aktionen im Bezirk statt. Polizei, Bezirkspolitik, Kirchengemeinden und freie Träger laden Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich zu informieren, ins Gespräch zu kommen und Solidarität zu zeigen.

Beratung im Alltag und ein Signal am Rathaus

Die Aktionen beginnen am Dienstag, 24. November, direkt im Einkaufsalltag: Im LIO Lichterfelde, Lankwitzer Straße 19 – 24, informieren von 14.30 bis 17.30 Uhr Beraterinnen der Interkulturellen Initiative, die Opferschutzbeauftragte der Polizeidirektion 4 und der Weisse Ring über Schutz- und Hilfsmöglichkeiten für Betroffene sowie deren Umfeld.

Ein weithin sichtbares Zeichen folgt am Mittwoch, 25. November, um 15 Uhr: Vor dem Haupteingang des Rathauses Zehlendorf hissen Vertretungen des Bezirksamts, der Bezirksverordnetenversammlung und der Polizei gemeinsam die Fahne gegen Gewalt an Frauen, um das Engagement des Bezirks für ein gewaltfreies Leben zu bekräftigen.

Rote Schuhe und Kinoabend in Zehlendorf

Eindringlich wird es am Mittwoch auch vor dem Nachbarschaftshaus Markus in der Albrechtstraße 81a in Steglitz: Zwischen 14 und 17 Uhr erinnern rote Schuhe, brennende Kerzen und die Namen der Opfer an die in Deutschland ermordeten Frauen – angelehnt an das mexikanische Kunst- und Protestprojekt „Zapatos Rojos“. Im Treppenhaus informiert eine stille Ausstellung über die Einzelschicksale, während bei warmen Getränken Raum für Gespräche geboten wird.

Am Abend greift das BALI-Kino am Teltower Damm 33 das Thema auf großer Leinwand auf. Um 18 Uhr läuft das Drama „She Said“ von Maria Schrader, das die Enthüllung des Weinstein-Skandals durch zwei New-York-Times-Reporterinnen und den Beginn der #MeToo-Bewegung nachzeichnet. Die Sondervorstellung findet in Kooperation mit der bezirklichen Frauenbeauftragten und dem Frauenbeirat statt (Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro).

Workshops, Vernetzung und mehrsprachige Angebote

Auch Initiativen und Vereine öffnen ihre Türen: Die Hellenische Gemeinde in der Mittelstraße 33 bietet gleich zwei Formate an. Am Dienstag, 24. November, geht es von 13 bis 15 Uhr um finanzielle Unabhängigkeit und Berufschancen für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte (Deutsch/Griechisch mit Kinderbetreuung). Am Mittwoch, 25. November, folgt von 12 bis 19 Uhr ein Aktionstag mit Workshops zu Warnsignalen in Partnerschaften (14.30 bis 15.30 Uhr), einem Keramikangebot (16 bis 18 Uhr) und einer Dokumentation (18.30 Uhr).

Bereits am Mittwochvormittag lädt das BENN-Büro am Hindenburgdamm 89 von 10 bis 12 Uhr Frauen mit Fluchterfahrung zu einem Frühstück ein. Fachkräfte der Interkulturellen Initiative informieren dort auf Persisch und Arabisch über häusliche Gewalt und Hilfsmöglichkeiten.

Hilfe rund um die Uhr

Betroffene und Angehörige finden Tag und Nacht vertrauliche, kostenfreie Unterstützung bei der BIG Hotline unter 030 611 03 00 (www.big-hotline.de) und beim bundesweiten Hilfetelefon unter der Rufnummer 116 016 (www.hilfetelefon.de). In akuten Gefahrensituationen ist die Polizei über den Notruf 110 zu verständigen.