Charlottenburg
Späte Ehre für einen Expressionisten
Bröhan Museum widmet Cesar Klein die erste Einzelausstellung

18.09.2026: Obwohl er die Kunst- und Theaterwelt im Berlin der Weimarer Republik maßgeblich mitprägte, blieb ihm eine eigene monografische Ausstellung in der Hauptstadt bislang verwehrt. Zum 150. Geburtstag des Künstlers Cesar Klein (1876–1954) ändert sich das nun: Unter dem Titel „Cesar Klein. Bild Raum Bühne“ rückt eine Retrospektive das facettenreiche Werk dieses Vertreters der Moderne in den Mittelpunkt.
Vielseitiger Künstler
Klein bewegte sich während seiner Schaffenszeit souverän zwischen freier und angewandter Kunst. Im Jahr 1910 gründete er gemeinsam mit Vertretern des Expressionismus wie Max Pechstein, Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner die Künstlergruppe „Neue Secession“. Einen Ruf an das renommierte Bauhaus in Weimar schlug er 1919 jedoch aus. Stattdessen übernahm er in Berlin die Leitung einer Klasse für Dekorationsmalerei an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums. In den 1920er-Jahren machte er sich vor allem als gefragter Bühnenbildner für Berliner Theater, als Filmausstatter sowie als Gestalter von Innenräumen, Möbeln und Mosaiken im Stil des deutschen Art Déco einen Namen.
Malverbot im „Dritten Reich“
Der Aufstieg des Nationalsozialismus setzte dieser Karriere ein abruptes Ende. Klein verlor seine Professur, wurde mit einem Malverbot belegt und von den neuen Machthabern als „entartet“ diffamiert. Viele seiner Werke wurden damals aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Seinen Lebensunterhalt konnte er in dieser Zeit lediglich als Bühnenbildner bestreiten, ehe er sich nach 1945 wieder verstärkt der Malerei widmete.
Die Ausstellung „Cesar Klein. Bild Raum Bühne“ ist vom 15. Oktober 2026 bis zum 29. März 2027 im Bröhan Museum, Schloßstraße 1 a – nahe dem Schloss Charlottenburg - zu sehen. Weitere Informationen www.broehan-museum.de.



