Charlottenburg-Wilmersdorf
Streit um Bäume am Schloss Charlottenburg
Bezirksstadtrat Schruoffeneger kritisiert geplante Fällungen
06.08.2026: Der geplante Bau eines neuen Besucherzentrums am Schloss Charlottenburg sorgt für politischen Streit im Bezirk. Für das Vorhaben westlich des Ehrenhofvorplatzes plant die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die Fällung von 34 Bäumen. Charlottenburg-Wilmersdorfs Umwelt- und Baustadtrat Oliver Schruoffeneger kritisiert dieses Vorgehen deutlich und fordert eine gesetzliche Neuregelung.
Nach Angaben des Bezirksamts ist dies bereits der zweite Fall innerhalb weniger Wochen, bei dem eine Landes- oder Bundeseinrichtung weitreichende Baumfällungen auf Bezirksgebiet plant, ohne dass das zuständige Bezirksamt darauf direkten Einfluss nehmen kann. Da diese Institutionen häufig eigenen Planungsrechten oder speziellen Genehmigungsverfahren unterliegen, greifen die Berliner Baumschutzverordnung und das Klimaanpassungsgesetz in diesen Fällen nicht zwingend.
Schruoffeneger fordert daher eine gesetzlich verbindliche Beteiligung der Bezirke bei solchen Vorhaben. Durch die Fällungen verliere der Bezirk wichtige Abkühlungsflächen im städtischen Raum. Zudem stehe die Verwaltung vor dem Problem, den ökologischen Verlust später selbst ausgleichen zu müssen, um die gesetzlichen Vorgaben zur Erhaltung der Baumkronenüberschirmung einzuhalten. Auch führe das Übergehen des Bezirks regelmäßig zu erheblichem Unmut bei den betroffenen Anwohnern.
Der Stadtrat fordert das Land Berlin auf, die rechtlichen Lücken zu schließen. Es müsse sichergestellt werden, dass auch öffentliche Institutionen des Landes und des Bundes die lokalen Vorgaben zum Baumschutz konsequent einhalten und die betroffenen Bezirke in die Planungen einbezogen werden.




