Ratgeber
Zahnersatz wird teurer
Wie Versicherte jetzt sparen können
14.07.2026: Für gesetzlich Versicher stehen ab 2027 spürbare finanzielle Änderungen beim Zahnarztbesuch an. Durch das vom Bundestag beschlossene GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sinken die staatlichen Zuschüsse für Kronen, Brücken und Prothesen um zehn Prozent. Der Eigenanteil für Patienten steigt dadurch je nach Behandlung um mehrere hundert Euro. Eine aktuelle Analyse des unabhängigen Geldratgebers Finanztip verdeutlicht, wie sich dies finanziell auswirkt.
Deutlich weniger Zuschuss von der Krankenkasse
Bisher übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung bei der sogenannten Regelversorgung je nach Bonusheft-Pflege 60, 70 oder 75 Prozent der Kosten. Ab 2027 sinken diese Sätze auf 50, 60 und 65 Prozent.
Fehlt beispielsweise ein Zahn im Oberkiefer und soll durch eine klassische dreigliedrige Brücke ersetzt werden, kostet diese Standardbehandlung rund 1.718 Euro. Wer sein Bonusheft über zehn Jahre lückenlos geführt hat, erhält aktuell noch einen Zuschuss von etwa 1.289 Euro. Ab 2027 zahlt die Kasse für dieselbe Leistung nur noch rund 1.116 Euro – der Eigenanteil erhöht sich somit um 173 Euro. Wer sich statt der medizinisch ausreichenden Regelversorgung für eine ästhetischere Lösung wie ein Implantat entscheidet, zahlt ohnehin deutlich mehr, da sich der Festzuschuss der Kasse dadurch nicht erhöht.
Wer eine größere Zahnersatzbehandlung plant, sollte deshalb nicht zu lange warten. Eine Bewilligung des Heil- und Kostenplans noch im Jahr 2026 sichert die aktuell höheren Zuschüsse, selbst wenn die eigentliche Behandlung erst im Folgejahr durchgeführt wird.
Zahnzusatzversicherung: Sinnvoll oder unnötig?
Experten raten davon ab, wegen der Kürzungen überstürzt eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Die monatlichen Beiträge, die je nach Alter meist zwischen 20 und 40 Euro liegen, summieren sich über das Jahr oft auf mehr als die tatsächliche Mehrbelastung bei einer Standardbehandlung. Eine solche Police ist vor allem dann sinnvoll, wenn in naher Zukunft umfangreiche oder sehr hochwertige Versorgungen absehbar sind. Als Alternative bietet es sich an, einen ähnlichen Betrag regelmäßig auf einem Tagesgeldkonto anzusparen, um Rücklagen für künftige Zahnarztkosten zu bilden.
Falls eine Versicherung abgeschlossen werden soll, kommt es vor allem auf die Details an. Empfehlenswerte Tarife sollten mindestens 90 Prozent der Kosten für Zahnersatz inklusive der Kassenleistung abdecken sowie Implantate, Brücken, Kronen und Inlays einschließen. Auch die Übernahme professioneller Zahnreinigungen und der Verzicht auf Wartezeiten sind wichtige Kriterien. Vorsicht ist bei Angeboten geboten, die lediglich eine „Verdopplung der Kassenleistung“ versprechen – dies reicht bei teuren Behandlungen meist nicht aus. Vor dem Behandlungsstart sollte der Heil- und Kostenplan immer zur Genehmigung bei der Versicherung eingereicht werden.
In einer Untersuchung von 125 Zahnzusatzversicherungen, bei der unter anderem Tarifleistungen, Erstattungsgrenzen und Preise bewertet wurden, schnitten fünf Angebote besonders gut ab: „ZZ Pro90“ von der Huk24 und der Huk-Coburg, „MeinZahnschutz 90 AR“ sowie „MeinZahnschutz 90“ der Allianz und „Zahnersatz90 + Zahnbehandlung Plus“ der Württembergischen.


