Gesundheit
Hitze in der Stadt
Wie Sie im Asphaltdschungel einen kühlen Kopf bewahren
17.06.2026: Wenn im Sommer die Temperaturen auf über 30 Grad steigen, verwandelt sich Berlin schnell in eine Hitzeinsel. Der Asphalt glüht, die Luft flirrt zwischen den Häuserzeilen und viele Wohnungen heizen sich stark auf. Diese extreme Wärme ist jedoch keine bloße Unannehmlichkeit, sondern eine ernsthafte Belastung für den menschlichen Körper. Mit einigen gezielten Maßnahmen lässt sich die Belastung im Alltag jedoch deutlich senken.
Die unsichtbare Gefahr im Sommer
Um sich abzukühlen, weitet der Körper die Blutgefäße und schwitzt. Dadurch verliert er Wasser und wichtige Salze (Elektrolyte). Wer diesen Verlust nicht ausgleicht, riskiert eine Dehydration, die sich durch Schwindel, Kopfschmerzen oder Schwäche äußert.
Noch gefährlicher sind ein Sonnenstich – verursacht durch direkte Sonne auf Kopf und Nacken – und der lebensbedrohliche Hitzeschlag. Letzterer ist ein medizinischer Notfall, bei dem die körpereigene Kühlung komplett versagt und die Körpertemperatur auf über 40 Grad steigt. In diesem Fall muss sofort der Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 alarmiert werden.
Richtig trinken und aktiv sein
Die wichtigste Grundregel an heißen Tagen lautet: ausreichend trinken. Mindestens zwei bis drei Liter am Tag sollten es sein. Am besten eignen sich Wasser, ungesüßte Kräutertees oder verdünnte Saftschorlen. Alkohol und zuckerhaltige Getränke belasten den Kreislauf hingegen zusätzlich.
Auch der Tagesablauf sollte an die Temperaturen angepasst werden. Anstrengende Aktivitäten, Sport oder schwere Einkäufe werden am besten in die kühleren Phasen vor 9 Uhr morgens oder nach 19 Uhr abends verlegt. Die extreme Mittagshitze zwischen 11 Uhr und 16 Uhr sollte man nach Möglichkeit im Schatten oder drinnen verbringen. Weite, helle Kleidung aus Naturfasern und eine Kopfbedeckung schützen zusätzlich vor der Sonne.
Die Wohnung kühl halten
Damit die Hitze gar nicht erst in die Wohnräume dringt, sollten die Fenster tagsüber geschlossen bleiben. Erst in den kühlen Abendstunden nach 21.00 Uhr oder am frühen Morgen vor 7 Uhr ist Stoßlüften sinnvoll. Rollos, Jalousien oder Vorhänge an Fenstern mit direkter Sonneneinstrahlung sollten tagsüber komplett geschlossen bleiben. Ein Ventilator kann Erleichterung verschaffen – insbesondere, wenn man ein feuchtes Tuch oder eine Schale mit Eis davor platziert. Direkt auf den Kopf sollte der Luftzug jedoch nicht gerichtet sein.
Unterwegs im Berliner Alltag
Wer in der Stadt unterwegs ist, sollte Routen durch schattige Straßen oder durch die Berliner Parks wählen. Klimatisierte öffentliche Gebäude wie Bibliotheken oder Einkaufszentren bieten gute Gelegenheiten für eine kurze Pause im Kühlen.
Bei Fahrten mit dem Auto sorgt eine Klimaanlage für Entlastung. Um den Kreislauf beim Aussteigen nicht zu überfordern, sollte die Innentemperatur jedoch moderat eingestellt werden – ein Richtwert von etwa 22 Grad ist empfehlenswert. Lebensgefährlich ist es, Kinder oder Haustiere im geparkten Auto zurückzulassen; bereits nach wenigen Minuten kann der Innenraum in der Sonne zur tödlichen Falle werden.
Achtsamkeit für Mitmenschen
Besondere Aufmerksamkeit benötigen gefährdete Gruppen. Ältere Menschen verspüren oft weniger Durst und dehydrieren schneller. Säuglinge und Kleinkinder dürfen niemals der direkten Sonne ausgesetzt werden; Kinderwagen gehören stets in den Schatten. Auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes sind besonders gefährdet, da Hitze den Blutzuckerspiegel schwanken lässt und die Wirkung mancher Medikamente wie Blutdrucksenker beeinflussen kann.
„Wer sich unsicher ist, wie sich die Hitze auf die eigenen Medikamente auswirkt, sollte Rücksprache mit der Hausarztpraxis oder einer Apotheke halten“, empfiehlt Solveig Haw, Ärztin bei der DKV Deutschen Krankenversicherung. Ein aufmerksamer Blick auf alleinstehende Nachbarinnen und Nachbarn kann an heißen Tagen zudem Leben retten.


