Juni/Juli Nr. 3/2026
Lichterfelde West Journal für Lichterfelde West, Botanischer Garten und Schweizer Viertel
90 Jahre Sankt Annen Kirche im Gardeschützenweg feiert Jubiläum
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Lichterfelde West Journal
90 Jahre Sankt Annen
Kirche im Gardeschützenweg feiert Jubiläum
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er durch den Gardeschützenweg 17 in Lichterfelde geht, passiert ein auffallendes Ensemble: Gemeindezentrum, Pfarrhaus, Kita – und mittendrin eine Kirche, die in diesem Jahr 90 wird. Die katholische Kirche Sankt Annen wurde am 14. Juni 1936 eingeweiht und feiert dieses Jubiläum mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen.
Treffpunkt von Katholiken Die Geschichte der Gemeinde beginnt früher: 1930 schlossen
Richtfest 1935.
Archiv Sankt Annen
sich aus Schlesien, Ostpreußen gene Katholiken in Lichterfelde und anderen Regionen zugezo- zusammen und gründeten eine
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Impressum
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13. Jahrgang
Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4, 14478 Potsdam ☎ 0331 / 37 97 34 50 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 37 97 34 52 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88 Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Das Lichterfelde West Journal erscheint alle zwei Monate am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. Nächste Ausgabe
August/September Nr. 4/2026
Anzeigen-/Redaktionsschluss: 02.07.2026 Erscheinung: 01.08.2026
Lebensbaum-Mosaik.�
eigene Pfarrei. Die Gottesdienste fanden zunächst in der Kapelle eines Altersheimes in der heutigen Klingsorstraße statt, bevor die Kirche sechs Jahre
Foto: Patrick Thomas
später fertiggestellt wurde. Das Gebäude, eine dreischiffige Basilika mit neoromanischen und neugotischen Elementen, steht heute unter Denkmalschutz.
Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus dem Ortsteil beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Lichterfelde West Journals
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Schäden im Zweiten Weltkrieg Der Zweite Weltkrieg hinterließ tiefe Spuren: Brand- und Sprengbomben beschädigten die Kirche schwer. Erst am 17. März 1946 konnte sie wiedereingeweiht werden. Eine literarische Spur dieser Zeit findet sich im Roman „Die Berlinreise“ des Schriftstellers Hanns-Josef Ortheil, der einen Besuch seines Vaters in St. Annen im Jahr 1964 beschreibt – ein stilles, bewegendes Zeugnis von Trauer und Erinnerung.
Mosaik mit 1,6 Millionen Steinen Wer die Kirche heute betritt, dem fällt sofort das Mosaik hinter dem Altar ins Auge: 1,6 Millionen Steine, in zweijähriger Arbeit verlegt, tauchen den Raum in Gold- und Nachtblau. Das Motiv – ein Kreuz als Lebensbaum, zehn weiße Tauben auf den Kreuzarmen – erinnert an die Apsis der Basilika San Clemente in Rom. Kunsthistorisch bemerkenswert ist auch der Tabernakel, der Elemente der ersten Berliner Hedwigskathedrale von 1932 aufgreift. Ein bronzener Engel im Stil der Beuroner Kunstschule steht inmitten blauer und goldener Emailplatten und schmückt den Ort, an dem die Eucharistie aufbewahrt wird.
Markant erhebt sich St. Annen in den Lichterfelder Himmel.
Treffpunkt im Kiez: Kindergottesdienste, ein jährlicher Martinsumzug, Handarbeitskreise, Bibelrunden, Gymnastik und Tanzen – die Gemeinde ist weit mehr als ein Ort für Sonntagsgottesdienste. Zwei Basare im Jahr bringen Erlöse für die „Fazenda da Esperança“ (Höfe der Hoffnung) in Nauen, die süchtigen Menschen hilft. Weitere Spenden gehen an die Bahnhofsmission und die Suppenküche der Paulusgemeinde in Zehlendorf.
Termine zum Jubiläum
Das Jubiläumsjahr bietet mehrere Gelegenheiten, die Kirche Lebendige Gemeinde zu besuchen oder kennenzulernen. Den Auftakt macht ein Heute ist St. Annen Teil der Pfar- Frühlingskonzert am 9. Mai um rei Johannes Bosco – Berliner 17 Uhr – mit Mitsing-Anteilen Südwesten und ein lebendiger und anschließendem Frühlings fest ab etwa 18 Uhr. Am 10. Juni um 20 Uhr spricht Kirchenhistoriker Dr. Konstantin Manthey in einem Vortrag, dessen Titel noch bekanntgegeben wird. Der Höhepunkt folgt am 14. Juni: Um 11 Uhr beginnt der Festgottesdienst zum 90. Kirchweihjubiläum, zu dem unter anderen Erzbischof Dr. Heiner Koch erwartet wird. Danach gibt es ein Gemeindefest im Garten, am Nachmittag um 16 Uhr einen Evensong (Abendgesang) mit den Chören der Pfarrei. Im Herbst folgen ein Herbstkonzert am 10. Oktober um 16.30 Uhr, ein Weinfest am 14. November um 19.30 Uhr sowie ein Adventskonzert am 6. Dezember um 16.30 Uhr. Weitere Informationen, auch zu Kirchenführungen, unter www. johannesboscoberlin.de/sanktannen.� ◾
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Wer schuf die Figur an der Musikschule? Auf den Spuren eines fast vergessenen Meisters
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n der letzten Ausgabe des Journals hatte die Redaktion um Hinweise zu der steinernen Figur im Garten der Musikschule Steglitz in der Grabertstraße gebeten. Der Lankwitzer Historiker Wolfgang Holtz hat das Geheimnis gelüftet: Die feine Signatur „AR“ auf dem Kunstwerk gehört zu August Rhades. Doch wer war dieser Mann? August Rhades, 1886 in Berlin geboren und 1979 dort gestorben, war ein hochproduktiver Bildhauer. Obwohl sein Name der breiten Öffentlichkeit heute kaum noch ein Begriff ist, galt er zu Lebzeiten vielen schlicht als der „Steglitzer“ oder „Lankwitzer Bildhauer“. Tatsächlich hat er in den 1920er- und 1930er- Jahren sowie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg deutliche Spuren im Bezirk hinterlassen. Am Gemeindehaus der Matthäuskirche in Steglitz lässt sich ein detailreiches Terrakot- das das biblische Gleichnis von ta-Relief von ihm bewundern, den klugen und törichten Jung frauen darstellt. Auch in Lichterfelde ist Rhades präsent: Auf dem Gelände der ehemaligen Heeresfeuerwerkerschule am Gardeschützenweg steht das von ihm 1957 nachgeschöpfte Feuerwerkerdenkmal aus Kupferblech. Rhades war weit mehr als ein rein lokaler Künstler: Seine kunsthistorisch wohl bedeutendste Aufgabe war die Zusammenarbeit mit der weltberühmten Käthe Kollwitz. Nach ihren Gipsmodellen setzte er 1931 die Figurengruppe „Trauerndes Elternpaar“ aus hartem belgischem Granit um, wobei er maßgeblich für die Figur des Vaters verantwortlich zeichnete. Das Werk steht heute auf einem Soldatenfriedhof in Belgien. Nach dem Krieg war er zudem an prominenten Berliner Wahrzeichen beteiligt. So stammt historischen Dokumenten zufolge die monumentale Figur der „Mutter Heimat“ am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park aus seiner Hand. � ◾
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Deutsche Sprache lernen ohne Druck
Im Sprachcafé Gutshaus Lichterfelde ist jeder willkommen
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eutsch lernen – das kann so viel mehr sein als trockenes Vokabelbüffeln. Dies wissen die Organisatoren des Sprachcafé im Gutshaus Lichterfelde nur zu gut. Und da es nicht viele Möglichkeiten zum Sprachtraining für Ausländer gibt, bieten Joshua Hernández und Maike Loerzer vom Stadtteilzentrum Steglitz e. V.gemeinsam mit Sprachlehrerin Jessica und ganz viel Herzlichkeit seit vergangenem Herbst eine Möglichkeit mehr mit diesem besonderen Gemeinsam Spaß haben und Deutsch lernen: (v.l.n.r.) Sevda, Dauda, Joshua, Elena, Jessica, Mohsen und Tingting.� Foto: J. Lorenz Sprachtreff. – Ohne Druck und dafür mit viel Spaß hin zu mehr che. Zu diesem kostenlosen und gebot im Gutshaus Lichterfelde, Sicherheit in der deutschen Spra- ohne Anmeldung nutzbaren An- das jeden Donnerstag in der Zeit
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Lichterfelde West Gesundheit Journal von 17-18.30 Uhr stattfindet, sind Menschen jeden Sprachniveaus, jeder Altersgruppe und aller Kulturen willkommen. Kinder können mitgebracht werden, in der Spielecke des Cafés finden sie u. a. Stifte und Papier. Deutsche Muttersprachler können gern dazukommen, hier Interessantes erfahren und spannenden Einblick im Austausch mit anderen Kulturen erhalten. Das Sprachcafé ist als zeitlich unbegrenztes Projekt angelegt, in der Überzeugung, „dass wir die Welt verändern können“.
Offen für alle... Auch an diesem Donnerstagnachmittag ist der Tisch im Gutshaus-Café dicht besetzt. Sonne fällt durch die Fenster.
Verschiedene Kulturen an einem Tisch.�
Auf der Terrasse mit Blick auf den Schlosspark Lichterfelde ist es noch zu kühl, um draußen zu sitzen. Das bleibt warmen Sommertagen vorbehalten. Fröhlich geht es unter den Sprachschülerinnen und -schülern zu, die ein
Foto: Stadtteilzentrum Steglitz e.V. Sprachcafé
buntes Mult-Kulti-Bild liefern: Da ist die strahlende Tingting aus China, Dauda aus Guinea, der sich so gut auszudrücken weiß, und da sind der zurückhaltende Mohsen aus dem Iran, Elena aus Russland, der man eine 15-jäh Zahnarztpraxis Ulrich C. Degner • Implantatprothetik • Kinderzahnheilkunde • Chirurgie • Parodontologie • Intraorale Kamera • Vollkeramiken
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rige Tochter kaum glauben mag, sowie Sevda aus der Türkei, die für nur eine Stunde Sprachübungen den Weg von ihrem Tempelhofer Arbeitsplatz hierher nach Steglitz auf sich genommen hat. Tingting fand zum Sprachcafé über einen Flyer. Dauda wohnt in der Nähe und erfuhr so von dem Angebot. Und Mohsen machte ein Verwandter darauf aufmerksam. Sevda besuchte einen Kochkurs im Gutshaus und hörte so vom Sprachcafé. Sie alle werden von Joshua mit mexikanischem Temperament und viel Herzlichkeit in gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre des Gutshaus-Cafés begleitet. „Einem sehr deutschen Ort“, findet er. Die Aufgabe teilt er sich wöchentlich mit Maike Loerzer vom Stadtteilzentrum Steglitz.
nicht verwendet werden dürfen. Wer den richtigen Begriff als Erster erkannt und benannt hat, erhält die jeweilige Karte. Gewinner ist schließlich, wer am meisten Karten bzw. Begriffe erraten hat. An diesem Nachmittag sind u. a. Begriffe wie Reise, Zukunft, aber auch Verkehr und Erinnerung zu erraten. Erstaunlich gut meistern die Sprachlernenden dies, finden
...und alles Die Sprachthematik dieses Nachmittags gibt die fröhliche Jessica – gebürtige Deutsche, die eigentlich in der Personalentwicklung arbeitet – in ihrer Kursfunktion als ehrenamtliche Deutschlehrerin vor. Sie erklärt, fragt nach, korrigiert hier und da behutsam. Fehler sind erlaubt, daraus lernt man. Gesprächsrunden, Spiele und Übungen wechseln sich in den Kursnachmittagen ab. An diesem Tag hat sie das Spiel„Tabu“ mitgebracht. Auf jeder Textkarte steht ein Schlüsselwort, das ein Spieler seinen Mitspielern beschreiben muss, ohne es direkt beim Namen zu nennen. Außerdem sind zu jedem Begriff drei weitere Tabu-Worte aufgeführt, die ebenfalls bei der Erklärung
Joshua Hernández und Maike Loerzer, Organisatoren des Sprachcafé.� Foto: � Stadtteilzentrum Steglitz e.V. Sprachcafé
– an diesem Nachmittag unweigerlich auf das Thema Denkmalschutz zu sprechen: Man erfährt, dass es in Guinea keine Denkmalschutzbehörde gibt, jeder aber das Erbaute seiner Väter achtet und zu erhalten bemüht ist. Man lernt außerdem, dass es im Iran Denkmalschutz gibt, um das reiche kulturelle Erbe des Landes staatlich zu schützen, in den Bauten dabei häufig neueste Technik zu finden ist. Und, ja, auch in China gibt es geschützte Denkmäler, doch stehen nicht selten wirtschaftliche Interessen darüber und lassen umfassende Umbauprojekte zu. Und das Wichtigste: Viele neue Vokabeln finden so beinahe zufällig ihren Weg in die Köpfe. Am Ende sind Joshua und Tinting Tabu-Könige. Kulturübergreifend läßt man sich noch den von der ehrenamtlichen Hobbykonditorin des Gutshaus-Cafés bereitgestellten exzellenten Mohn-Zitronenkuchen schmecken, genießt einen letzten Tee, dann geht’s heim: Mit neuem Sprachschatz, mehr Wissen über andere Kulturen und voller Vorfreude auf einen weiteren Nachmittag im Sprachcafé der nächsten Woche und auf vielleicht auch weitere Gästen, die Spannendes aus ihrem Herkunftsland zu erzählen wissen. Ansprechpartner für das Sprachcafé unter E-Mail loerzer@ stadtteilzentrum-steglitz. org und E-Mail Hernandez@ stadtteilzentrum-steglitz.org� ◾ � Jacqueline Lorenz
geschickt Umschreibungen, die manchmal auch fröhliches Lachen auslösen, immer aber riesig Spaß machen. Locker finden alle darüber ins Gespräch, das dann auch noch den Begriff „Guthaus“ aufgreift. Was das Wort bedeutet? Tingting vermutet: „Weil hier Gutes geschieht.“ – Sie hat nicht Unrecht: Das Wort „Gut“ leitet sich aus dem althochdeutschen Wort „guot“ ab, das ursprünglich „etwas, was gut ist“, aber auch „Besitz“ und „Eigentum“ bedeutete. Und so kommt man über die Ge- Gutshaus Lichterfelde schichte des um 1780 errichteten Sprachcafé Gutshaus Lichterfelde – auch als Hindenburgdamm 28 Carstenn-Schlösschen bekannt 12203 Berlin
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Zwischen Moltke und Garde
Fotoausstellung im Bürgerbüro Stüwe fängt den Alltag ein
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Foto: Alexander Schneider
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er Kiez nahe dem Botanischen Garten ist historisch geprägt. Als Villenvorort in der Kaiserzeit begann alles. Wer heute durch die Straßen spaziert, stößt unweigerlich auf die Namen großer preußischer Generäle, Feldherren und militärischer Einheiten. Doch hinter den Fassaden der Moltkestraße und entlang des Gardeschützenwegs hat sich längst ein moderner Alltag in vielen Facetten etabliert. Wie sich das Leben in diesem Kiez im Jahr 2025 gestaltet, zeigt das neue Fotoprojekt „Moltke + Garde“. Der Architekt Alexander Schneider hat für diese dokumentarische Momentaufnahme elf Bewohnerinnen und Bewohner aus der unmittelbaren
Umgebung ausgewählt. Schneider hat bereits verschiedene Fotoprojekte realisiert. In seiner aktuellen Arbeit richtet er den Blick auf das unmittelbare Lebensumfeld und stellt die Frage, was eine funktionierende Gemeinschaft heute ausmacht. Die Aufnahmen zeigen kleine Ausschnitte aus dem Alltag der Porträtierten, die jedoch stellvertretend für ein größeres Ganzes stehen. Die Ausstellung möchte vermitteln, dass ein lebenswertes Gemeinwesen kein Zufallsprodukt ist. Vielmehr wird hier aufgezeigt, wie demokratische Grundwerte im Kleinen – durch Nachbarschaft und Austausch – lebendig bleiben. Es geht um die Sichtbarkeit der Menschen, die diesen Ort prägen. Für interessierte Bürger aus dem Bezirk bietet die Ausstellung die Gelegenheit, den eigenen Ortsteil aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Die Bilder laden dazu ein, über die Bedeutung von Nachbarschaft und den Wert lokaler Identität nachzudenken, ohne dabei in nostalgische Muster zu verfallen. Die Ausstellung „Moltke + Garde“ ist vom 28. Mai bis zum 14. Oktober 2026 im Bürgerbüro Stüwe in der Moltkestraße 52 zu sehen. Die Räumlichkeiten sind zu den regulären Öffnungszeiten des Büros für Besucher zugänglich. Wer sich für lokale Fotokunst und die gesellschaftliche Struktur von Lichterfelde interessiert, findet hier eine sachliche und dennoch persönliche Auseinandersetzung mit seinem Kiez.� ◾
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Parkidylle und Prominenz
Führung über den Parkfriedhof Lichterfelde
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er Parkfriedhof Lichterfelde am Thuner Platz ist weit mehr als nur ein Ort der Trauer. Er ist eine grüne Oase und ein echtes Stück Berliner Stadtgeschichte. Wer die Vergangenheit des über 100 Jahre alten Geländes genauer kennenlernen möchte, hat dazu Anfang Juni bei einer fachkundigen Führung Gelegenheit. Zwischen 1908 und 1911 aufgrund akuter Friedhofsknappheit angelegt, besticht das Areal bis heute durch die landschaftliche Architektur seiner Planer. Eine tiefergelegte Hauptachse, eine von Gräbern freigehaltene Talwiese und dichte Rhododendrenhaine in den Waldteilen prägen das Bild. Dazwischen reihen sich architektonische Besonderheiten wie der Brunnentempel oder die 1910 errichtete Friedhofskapelle mit ihrer offenen Vorhalle ein.
Die Plastik stellt Franz von Assisi dar.
Wer heute aufmerksam über das Gelände spaziert, stößt unweigerlich auf große Namen der Zeitgeschichte. Auf dem
Architektonische Besonderheit: Der Brunnentempel auf den Parkfriedhof Lichterfelde
einstigen Prominentenfriedhof ruhen unter anderem der Publizist Sebastian Haffner, Bischof Otto Dibelius und der letzte Reichskanzler der Weimarer Republik, Kurt von Schleicher. Gleichzeitig ist der Ort eine historische Mahnstätte: Nach mehreren Erweiterungen der Anlage fanden hier mehr als 2.100 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, vorwiegend aus dem Zweiten Weltkrieg, ihre letzte Ruhe. Um diese vielschichtige Geschichte und Landschaftsarchitektur erlebbar zu machen, leitet der Historiker Dr. Andreas Splanemann am Donnerstag, dem 4. Juni 2026, einen rund zweistündigen Spaziergang über
das Gelände. Treffpunkt ist um 15 Uhr direkt vor der Friedhofskapelle (Thuner Platz 2-4). Da die Gruppe auf maximal 20 Teilnehmer begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Interessenten können sich per E-Mail an berlin@volksbund. de, telefonisch unter der Rufnummer 030-2546 4134 oder per Fax an 030-2546 4138 registrieren. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden werden gerne entgegengenommen. Für die Anreise empfiehlt sich die Fahrt mit den Buslinien 112 oder 188 bis zur Haltestelle Thuner Platz. Die Veranstalter raten zudem, an wetterfeste Kleidung zu denken.� ◾
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Sommerfest im Bürgertreff
Am Bahnhof Lichterfelde West wird am 20. Juni gefeiert
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ach einer dreijährigen Unterbrechung wird der Bahnhof Lichterfelde West wieder zum Festgelände. Am Sonnabend, den 20. Juni 2026, veranstaltet der Bürgertreffpunkt ein großes Sommerfest. Von 11 bis 16 Uhr verwandelt sich das Areal an der Hans-Sachs-Straße 4D in einen lebendigen Begegnungsort für den gesamten Kiez. Statt des gewohnten Alltags erwartet Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm aus Musik, Handwerk und Kuriositäten. Rund um das historische Bahnhofsgebäude lädt ein Kunstund Krempel-Markt zum Stöbern ein. Neben klassischem Trödel und Kunsthandwerk präsentieren sich auch lokale Initiativen an verschiedenen Infoständen. So stellt der örtliche Förderverein seine Arbeit
vor, und auch das Repair-Café ist vor Ort vertreten, um Besuchern das Konzept der nachbarschaftlichen Reparaturhilfe näherzubringen. Wer sich für Miniaturwelten begeistert, sollte einen Blick in den Veranstaltungssaal werfen: Dort bauen Modellbahnfreunde ihre detaillierten Eisenbahnanlagen auf. Passend zur Kulisse zeigt der Förderverein zudem die thematische Briefmarkenausstellung „LOKO Motive“. Den zentralen Rahmen des Festes bildet ein umfangreiches Open-Air-Musikprogramm, das sich auf zwei Bereiche aufteilt. Auf der Bühne vor dem Bahnhof eröffnet die „Kapelle B“ um 11 Uhr das musikalische Geschehen. Im Anschluss sorgt ab 12 Uhr ein Shanty-Chor mit traditionellen Seemannsliedern für maritime Stimmung, bevor
die Formation „Juke Box“ mit einer Mischung aus Jazz, Soul und Pop übernimmt. Als Höhepunkt des Nachmittags tritt ab 14.30 Uhr die „Sir Gusche Band“ auf und unterhält das Publikum mit klassischem Dixieland-Jazz. Wer es etwas gemütlicher mag, findet auf der Rückseite des Bahnhofsgebäudes im Kaffeegarten einen entspannten Rückzugsort. Bei Kaffee und Kuchen greift hier ab 12 Uhr das lokale Ukulele-Orchester in die Saiten. Ab 14 Uhr rundet das Ensemble „BalfolkSW“ das Programm mit traditioneller Folkmusik ab. Das Sommerfest bietet damit nicht nur den älteren Menschen, die den Bürgertreffpunkt sonst regelmäßig für Kurse und Vereinstreffen nutzen, sondern der ganzen Nachbarschaft eine willkommene Gelegenheit zum Austausch.� ◾
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11. Kunstmarkt der Generationen Schlosspark Lichterfelde lockt am 20. Juni mit Angeboten für Alt und Jung
Am 20. Juni findet der beliebte Kunstmarkt der Generationen im Park hinter dem Gutshaus Lichterfelde statt. �
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er Schlosspark Lichterfelde erwacht am 20. Juni 2026 aus seiner gewohnten Ruhe: Unter dem Motto „Das Fest im Schlosspark“ öffnet der Kunstmarkt der Generationen von 13 bis 19 Uhr seine Pforten. Bereits zum elften Mal verwandelt sich der Park, der an das älteste Naturschutzgebiet Berlins grenzt, in einen lebendigen Treffpunkt für Kunstinteressierte und Nachbarn. Auf die Besucherinnen und Besucher warten rund 80 Stände von Kunsthandwerkern und lokalen Organisationen. Die kunsthandwerkliche Bandbreite ist groß und reicht von klassischer Malerei und Fotografie über Keramik, Holz- und Lederarbeiten bis hin zu Schmuck und Textilien. Der Markt setzt dabei bewusst nicht
nur auf den reinen Verkauf: Im Mittelpunkt steht der direkte Austausch. Besucher sind ausdrücklich dazu eingeladen, mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen und sich die verschiedenen Techniken und Entstehungsprozesse aus erster Hand erklären zu lassen. Der Name der Veranstaltung ist Programm, denn hier soll über die Kunst eine Brücke zwischen Jung und Alt geschlagen werden. Senioren können hier Einblicke in aktuelle Kulturformen gewinnen, während Kinder und Jugendliche ungezwungen an traditionelle Handwerkskünste herangeführt werden. Auch abseits der Stände wird es im Schlosspark nicht langweilig. Wer selbst kreativ werden möchte, findet verschiedene
Foto: Stadtteilzentrum Steglitz
Bastelangebote. Auf der großen Wiese ist zudem für Spiel und Unterhaltung gesorgt: Neben einem Schminkstand für Kinder verspricht vor allem ein sogenannter „Bubble-Kicker“ sportlichen Spaß für alle Altersklassen. Auf der Bühne sorgen verschiedene Bands für die passende musikalische Untermalung des Marktgeschehens. Als Höhepunkt wird später ein DJ auflegen, der zum Tanzen und Feiern einlädt. Für eine Stärkung nach dem Stöbern ist ebenfalls gesorgt: Im Nachbarschaftsbereich und auf der Terrasse des Gutshauses bieten Mitarbeiter und Ehrenamtliche zu günstigen Preisen ein kulinarisches Angebot an. Neben Herzhaftem wie Bratwurst gibt es auch Kaffee, Kuchen sowie sommerliche Erfrischungsgetränke.�◾
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Von der Kaserne zum Gedächtnis der Nation Kostenlose Führung im Bundesarchiv
Bewahrer der Geschichte: Bundesarchiv an der Finckensteinallee.
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ie Gebäude an der Finckensteinallee 63 haben in den vergangenen 150 Jahren schon vieles gesehen. Wo einst preußische Kadetten marschierten und später amerikanische Soldaten stationiert waren, lagern heute historische Dokumente. Die Führung am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, von 16.45 bis 17.45 Uhr gleicht einer kleinen Zeitreise quer durch die politischen Epochen. Ursprünglich im Jahr 1873 als Preußische Hauptkadettenanstalt errichtet, wurde der riesige Komplex während der Weimarer Republik als ziviles Gymnasium genutzt. Im Jahr 1933 schlug hier dann die „Leibstandarte Adolf Hitler“ ihr Quartier auf – architektonische Spuren aus der NS-Zeit lassen sich auf dem Areal zum Teil bis heute finden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen schließlich die US-Streitkräfte das Gelände. Als „Andrew Barracks“ blieb der Ort bis zum Abzug der Amerikaner im September 1994 ein fester Begriff im Berliner Südwesten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung werfen unter anderem einen Blick in das moderne, erst 2021 eröffnete Benutzungszentrum. An über hundert Arbeitsplätzen können Interessierte hier Schriftstücke, Karten und alte Filme einsehen. Das Archiv in Lichterfelde hütet wahre Schätze: Hier lagern die zentralen zivilen Staatsdokumente aus der Zeit des Deutschen Reiches bis 1945 sowie
die staatlichen Unterlagen der DDR, abseits der Stasi-Akten. Wer nach dem Rundgang noch tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, kann direkt vor Ort bleiben. Im Anschluss beginnt um 18 Uhr ein Vortrag des Historikers Alexander Sachse vom Museumsverband Brandenburg. Er beleuchtet das Thema Bodenreform und Republikflucht und spricht über den staatlichen Kulturgutentzug in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Treffpunkt für die Führung ist am Info-Tresen im Foyer des Benutzungszentrums. Der Eintritt ist sowohl für die Führung als auch für den Vortrag frei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.� ◾
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Der weibliche Körper im Mittelpunkt
Niina Lehtonen Braun erleuchtet weibliche Rollenbilder und medizinische Sichtweisen
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er weibliche Körper steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung in der Steglitzer Schwartzschen Villa. Unter dem Titel „My body is my studio“ präsentiert die finnische Künstlerin Niina Lehtonen Braun Werke, die sich mit Veränderungen wie den Wechseljahren, Geburten und Frauenkrankheiten auseinandersetzen. Lehtonen Braun nutzt für ihre Arbeiten ein breites Spektrum an Materialien. In der Ausstellung sind Tuschemalereien, Erzählcollagen und ein Animationsfilm zu sehen. Die Künstlerin verarbeitet darin nicht nur eigene Erlebnisse, sondern greift auf eine Sammlung von Geschichten, Anekdoten und Erinnerungen zurück, die sie von anderen Frauen zusammengetragen hat. So entsteht ein vielschichtiges Bild über Generationen hinweg, das Rollenerwartungen und das Selbstverständnis als Frau, Mutter oder Tochter hinterfragt. Ein zentraler Aspekt der Ausstellung ist die kritische Auseinandersetzung mit der Medizin. Lange Zeit orientierte sich die medizinische Forschung primär am männlichen Körper, während spezifisch weibliche Themen oft vernachlässigt wurden. Niina Lehtonen Braun möchte mit ihren Kunstwerken eine alternative Erzählweise schaffen. „Mich interessiert, wie Wissen, das frü Ohne Titel aus der Serie My body is my studio von Niina Lehtonen Braun.
her kaum zugänglich war, heute geteilt werden kann“, erklärt die Künstlerin. Themen wie Scham oder Wut übersetzt sie dabei in eine bildhafte Sprache. Besucher haben im Rahmen der Ausstellung zudem die Möglichkeit, tiefer in die Thematik einzutauchen. Zum Abschluss
der Laufzeit lädt die Galerie am Donnerstag, den 24. September 2026, um 18 Uhr zu einem Gespräch mit der Künstlerin ein. Die Ausstellung in der Grunewaldstraße 55 ist bis zum 27. September 2026 täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.� ◾
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Wie behandelt man eine kranke Kuh? Das kann man beim Tag der offenen Tür erfahren. �
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Foto: Fachbereich Veterinärmedizin der FU Berlin
Hinter den Kulissen der Tiermedizin
Tag der offenen Tür am 20. Juni in Düppel
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b für Haustierbesitzer, wissensdurstige Kinder oder angehende Schulabgänger: Am 20. Juni gewähren Tiermedizinerinnen und –mediziner am Oertzenweg 19 B wieder seltene Einblicke in ihren Berufsalltag. Ab 13 Uhr öffnet der Fachbereich seine Türen für interessierte kleine und große Besucherinnen und Besucher.
Interaktive Rallye Große und kleine Gäste erwartet an diesem Nachmittag auf dem Campus ein abwechslungsreiches Programm rund um die Tiermedizin, das sowohl für Familien als auch für fachlich Interessierte spannend ist. Kinder
können sich auf eine interaktive Rallye mit über 20 Stationen freuen. Diese führt unter anderem zu Forschungsinstituten, zur Klinik für Klein- und Heimtiere sowie zu den Ständen weiterer Organisationen. Wer alle Aufgaben erfolgreich meistert, erhält ein „Tierisches Diplom“.
Kuscheltierkrankenhaus und Kurzvorträge Zu den weiteren Höhepunkten für Kinder zählen ein Besuch im Kuscheltierkrankenhaus und Kinderschminken. Ergänzt wird das Programm durch informative Rundgänge über das Gelände und Kurzvorträge von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern des Fachbereichs, u. a. über Resistenzen in der Umwelt. Vor Ort geben außerdem ein Falkner und eine Imkerin praxisnahe Einblicke in ihre Arbeit.
Berufswunsch Tiermedizin Das Studienbüro, Auszubildende des Fachbereichs und die Tierärztekammer Berlin informieren über Studienmöglichkeiten und Berufsperspektiven in der Tiermedizin. Für das leibliche Wohl sorgen Studierende und Mitarbeitende des Fachbereichs mit selbst gebackenem Kuchen und einem Grillangebot.� ◾
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Füchslein klein, fiel allein in den tiefen Schacht hinein Fuchshilfe Berlin rettet Fuchswelpen dank aufmerksamer Anwohner
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in laues Frühlingswochenende: Der kleine Fuchsrüde will im grünen Bezirk Steglitz-Zehlendorf endlich die weite Welt entdecken. Doch der Ausflug endet abrupt unweit seines behüteten Baus nahe Erlenbusch, in dem Mama immer so gut auf ihn aufgepasst und ihn mit leckerem Futter versorgt hat: Durch einen schmalen Spalt zwischen Gitter und Wand rutscht der Kleine unter dem Balkon eines Privathauses in einen tiefen Lichtschacht. Irina hört die kläglichen Tierschreie, als sie Samstagmittag mit ihrem Dackel spazierengeht. Sie will helfen, doch das Jammern des Kleinen lässt sich nicht genau orten. Also Polizei und Feuerwehr gerufen. Die durchsuchen die nahe Tiefgarage akribisch ohne Erfolg. Irina, mit großem Herzen für alles, was
Gefangen im Lichtschacht.�
Foto: Holger Koppatsch
Fell oder Federn hat, alarmiert nun sämtliche Nachbarn – auch Thomas von gegenüber – Augen und Ohren offenzuhalten.
Ach, das Füchslein weinet sehr… Nach einer nicht nur für Irina unruhigen Nacht, entdeckt Thomas unter seinem Balkon Sonntagnachmittag schließlich das
in den Schacht gefallene Fuchskind. Das Gitter darüber ist verschraubt, schwer heranzukommen. Wenige Meter weiter die Fuchsmutter, die ihren kleinen Ausreißer lockt, nicht aus den Augen lässt. Professionelle Hilfe naht bald: Holger Koppatsch, ehrenamtlicher Helfer der herbeigerufenen Fuchshilfe Berlin, eilt aus Tempelhof herbei, ausgerüstet mit Handwerkszeug, dicken
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Da besinnt sich das Fuchskind, läuft nach Haus geschwind Irina, Thomas und Holger trauen ihren Augen kaum: Die Fuchsmutter ist pünktlich da, ihren vermissten Sohn abzuholen. Der kann gar nicht schnell genug von Holgers Arm kommen, und – endlich wieder in
Freiheit – rennt der Kleine auch schon Richtung Fähe los, eine liebevolle Begrüßung folgt. Aus einiger Entfernung schenken beide ihren Rettern noch einen, man könnte meinen, dankbaren Blick. Dann haben sie es recht eilig, diesen Ort des Geschehens zu verlassen.
diese besondere Wiedervereinigung und das Happy End der Geschichte miterlebt und nicht wenig dazu beigetragen zu haben. Der verhängnisvolle Spalt am Schacht soll möglichst schnell verschlossen werden, um weitere Wildtierunfälle zu vermeiden. Augen und Ohren offenhalten für Wildtiere, aber auch für eventuelle Gefahrenquellen wie unabgedeckte Keller oder Schächte in ihrer Nähe, wollen Irina und Thomas auch zukünftig – und wünschen sich das gemeinsam mit Holger ebenso von ihren Mitmenschen.
Ansprechpartner in der Not Holger Koppatsch, der aus Tempelhof zur Hilfe geeilt ist, ist an diesem Tag begeistert über die große Hilfsbereitschaft der Anwohner für ihre vierbeinigen Fuchsretter Holger Koppatsch mit dem geborgenen Welpen. Foto: privat wilden Nachbarn. „Menschen Auf dem Nachbargrundstück mit Herz und Seele“, freut er sich, halten sie sich noch eine zeitlang der während seiner Einsätze auf. Hier entdecken die Retter nicht immer so glimpflich verlauspäter zwei Erdlöcher, die Zu- fende Wildtierunfälle erlebt. Zugang zu einem aktiven Fuchsbau sätzlich zur Fuchshilfe Berlin für sein könnten. Alle Drei verbindet den Eichhörnchen Notruf aktiv, an diesem Sonntagabend das hat der gelernte Fotograf schon herrliche Glücksgefühl darüber, etliche Füchse, Eichhörnchen,
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Handschuhen, Transportkiste, Decke, Einwegspritze etc., denn man weiß ja nie, in welchem Zustand der kleine Findling sein wird. Gemeinsam mit Irina und Thomas wird das Gitter von der Außenseite geöffnet, Holger klettert in den Lichtschacht, der fast so tief ist wie er groß. In der Ecke kauert Füchslein, verängstigt und hilflos, aber unversehrt. Fest kuschelt es sich in den Arm seines Retters, beißt kurz in dessen Handschuh, als der ihn nach Verletzungen absucht. So schnell gibt ein kleiner Fuchsrüde nicht auf! Der Abgestürzte ist in gut genährtem Zustand, etwa 9 Wochen alt. Da der kleine Racker ja so etliche Stunden im Schacht zugebracht hat, bekommt er von Holger vorsichtig etwas Flüssigkeit ins Mäulchen.
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Igel, aber auch zwei Schwäne aufgenommen, erstversorgt und an passende Pflegeplätze gebracht. Darunter war sogar ein alter Waschbär, der in einer Villa durchs Dachfenster gebrochen war, nun verletzt auf der Couch darunter lag und vom Bewohner ob seines räudigen Haarkleides für einen Fuchs gehalten worden war. Wenn er angerufen wird, steht Tierfreund Holger bereit, Erste Hilfe zu leisten, um gefiederte und haarige Wildtiere aus allen möglichen Notlagen zu befreien. Die Fuchshilfe Berlin, die sich seit drei Jahren gut organisiert von Mareike und ihrem Sohn als einzige Berliner Einrichtung dieser Art der Tierhilfe widmet, unterstützt Holger seit über einem Jahr mit seinem ehrenamtlichen
Einsatz. Hand in Hand arbeitet er dabei ebenso gerne mit den Mitstreitern dieser gemeinnützigen Tierhilfe-Organisation wie mit aufmerksamen Bürgern und anderen Tierrettern. Auch wenn manche Füchse nur noch von ihrem Leid erlöst werden können, überwiegen die Fälle, in denen sie unter den Augen der Fuchshilfe Berlin gesundgepflegt wieder in die Freiheit entlassen oder ausgewildert werden können. – Holgers schönster Lohn für seinen selbstlosen Einsatz. Dabei mahnt er jeden, mehr auf vermeidliche Todesfallen für (Jung-)Tiere in seiner Umgebung zu achten, wobei eben schon ein kleiner Spalt reichen kann, um das Tier in eine „Falle“ stürzen zu lassen, aus der es alleine nicht mehr herauskommt.
– Eine kleine Hilfe können da in Becken und Schächte gestellte Äste oder Steine sein, über die abgestürzte Tiere hinausklettern können.
Fuchshilfe Berlin gUG – Tierrettung in Eigeninitiative ist eine gemeinnützige Organisation, die sich aktiv der Rettung von kranken und verletzten Füchsen und der Aufklärung zu diesem Thema verschrieben hat. Die Zügel führen mit viel Fachwissen und Sachkenntnis seit drei Jahren Mareike Seadini und ihr Sohn. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Mitstreitenden – derzeit rund 15 ehrenamtlich Aktive – und Hand in Hand mit anderen
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Lichterfelde West Journal Tierrettungs-Organisationen das Leid dieser Wildtiere zu lindern und sie zu retten. Tierschutz mit Herz und Verstand, wobei auch die Beratung der Menschen zum Wildtier Fuchs eine wichtige Rolle spielt. Denn ein entspanntes Miteinander in der Stadt wird mit mehr Wissen und Verständnis für dieses Tier deutlich erfolgreicher. Zur sich allein aus Eigeninitiative und Spenden finanzierenden Organisation hat Mareike vor Kurzem den Förderverein gegründet. Die Fuchshilfe Berlin ist in allen Berliner Bezirken im Einsatz. Die geretteten und aufgenommenen Füchse erhalten bei Bedarf tierärztliche Behandlung, werden gesundgepflegt und möglichst wieder ausgewildert. „Zuvor sind sie in zwei Freigehegen je nach Altersgrup 19 19
zige Organisation, die ehrenamtlich mithelfen wollen, sind daher ebenso willkommen wie Fragen zum Wildtier Fuchs und Spenden für Tierarzt-, Futter-, Pflegeund Transportkosten. Und sogar Fuchspatenschaften für junge Füchse sind möglich. Weitere Informationen dazu unter www.fuchshilfe-berlin.de Telefonische Beratung, Kontakt und Notfall unter Telefon 01515 Fähe und Jungtier wieder vereint. 430 4890 und E-Mail: info@ Foto: Holger Koppatsch fuchshilfe-berlin.de ◾ pen mit Artgenossen zusammen, Jacqueline Lorenz sodass sie sich nicht so sehr an den Menschen gewöhnen“, er- Spenden: klärt Mareike, die das Wildtier Fuchshilfe Berlin im Fuchs erhalten sehen will, IBAN: DE93 1005 0000 0191 4815 21 dem in unserer Nähe aber auch BIC: BELADEBEXXX unsere Hilfe zuteil werden muss, Paypal: info@fuchshilfe-berlin.de wenn er sie benötigt. Interessier- Spendenbescheinigungen werden te Mitstreiter für die gemeinnüt- ausgestellt.
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Lichterfelde West Journal
Berliner Feuerwehr um 1910.�
Archiv Berliner Feuerwehr
175 Jahre Berliner Feuerwehr
Die älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands feiert Geburtstag
B
erlin im Jahr 1850: Enge Straßen, Gestank und noch viele Gebäude aus Holz, geheizt wurde mit Feuer im Kamin. Wenn es brannte – was oft vorkam – halfen Feuerwachen aus den Spritzenhäusern mit Handdruckspritzen sowie Freiwillige mit Feuerhaken und Eimerketten. Am 1. Februar 1851 änderte sich das Vorgehen. König Friedrich Wilhelm IV. hatte genug von unzureichender Brandbekämpfung und gründete die Berliner Feuerwehr als älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands.
Aufbau der ersten Berufsfeuerwehr Der erste Chef war Ludwig Scabell (1811 – 1885). Ihn beauftragte der König mit dem Aufbau der Berufsfeuerwehr. Er sorgte nicht nur dafür, dass es innerhalb kurzer Zeit 18 rund um die Uhr besetzte
Feuerwachen in der Stadt gab, sondern ließ auch ein flächendeckendes Telegrafennetz für die Feuerwehr schaffen. Er kümmerte sich darum, dass gusseiserne Feuermelder gebaut wurden, die anschließend auf öffentlichen Plätzen in Berlin standen. Ab 1856 gab es in der Stadt ein Wasserleitungsnetz mit 1520 Hydranten. An ihn erinnert die Scabellstraße in Wannsee.
Von der Feuerspritze zum Löschzug Die Feuerspritzen wurden damals von Pferden gezogen. Sie hatten auch Auswirkungen auf den boomenden Wohnungsbau in der Stadt und dem Umfeld. Die damaligen Hinterhöfe mussten mindestens 5,34 x 5,34 Meter messen, damit die Feuerspritze wenden konnte. Dieses Mindestmaß wurde von den Bauherren der Gebäude nur selten
Lichterfelde West Gesundheit Journal
Im 19. Jahrhundert rückte die Feuerwehr noch mit der Pferdekutschen aus.�
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Archiv Foto Marburg / CC BY-SA 4.0
überschritten, was zu den berühmt-berüchtigten Jahren stark gewandelt. Schon 1969 wurde das dunklen Berliner Hinterhöfen führte. Ab 1906 gab Rettungsamt bei der Feuerwehr im Westen Berlins es einen Probebetrieb mit elektrisch betriebenen eingegliedert. Im Osten der Stadt blieb bis 1990 Löschfahrzeugen, nach zweijähriger Probezeit das Rettungsamt verantwortlich, das änderte sich wurde ein elektrisch betriebener Feuerlöschzug erst mit der Wiedervereinigung. Seitdem gibt es in den Dienst gestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg mehr Einsätze im Rettungsdienst als im Brandfall. stellte man die Fertigung der elektrischen Radna- 2024 waren es 454.765 Rettungseinsätze, 25.385 benmotoren ein, daraufhin nutzte die Feuerwehr Einsätze vom Rettungsdienst mit technischer HilFahrzeuge mit Benzinmotor. Im Nationalsozialis- feleistung und dagegen 20.545 Einsätze bei Bränmus bekam die Feuerwehr einen neuen Namen den.� ◾ – sie hieß „Feuerlöschpolizei“ und unterstand dem Reichsministerium des Inneren. Feuerwehrfahrzeuge waren ab 1940 nicht mehr rot, sondern Tannengrün.
Eine Stadt, zwei Feuerwehren
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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin geteilt, was auch zu zwei unterschiedlichen Feuerwehren führte. Im Westteil waren die Fahrzeuge Rot und die Feuerwehrleute waren Beamte. Im Ostteil fuhr die Feuerwehr rot-weiße Autos und war in die Volkspolizei eingegliedert. Während des Mauerbaus sprangen viele verzweifelte Berlinerinnen und Berliner aus höher gelegenen Wohnungen entlang der Demarkationslinie in die rettenden Sprungtücher der Feuerwehr aus dem Westen der Stadt.
Rettungsdienst an erster Stelle Heute, 175 Jahre nach der Gründung, ist die Berliner Feuerwehr eine der größten und modernsten der Welt. Aber der Job hat sich in den vergangenen
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Gesundheit West Journal Lichterfelde
Artenreiche Stadtnatur statt Betongold
BUND argumentiert gegen naturvernichtende Bebauungspläne
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ut mit der S-Bahn erschlossene Grünflächen sollen nicht generell bebaut werden, sie dienen vielmehr in Zukunft als schnell erreichbares Erholungsgebiet für Menschen aus dem Stadtzentrum. Am Coca-Cola-Gelände beginnt eine Naherholungsverbindung zum Umland, die – richtig behandelt – zur Biotopverbindung werden kann. Wenn der Grünflächenanteil nicht proportional mit der Bevölkerung wächst, wird die Stadt unattraktiv und schwer regierbar werden“, gibt Dr. Achim Förster von der Bezirksgruppe Südwest BUND Berlin angesichts der drohenden Bebauung des rund 25.000 Quadratmeter großen Grundstücks der ehemaligen Coca-Cola-Zentrale an der Hildburghauser Straße nahe S-Bahnhof Osdorfer Straße (die GAZETTE berichtete) zu bedenken. Er, bekennender Umweltschützer und Wiederentdecker der Schwarzpappeln in Berlin, blickt auf eine über 50-jährige Geschichte im Naturschutz zurück und engagiert sich mit großer Fachkenntnis u. a. beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) noch immer unverändert aktiv in zahlreichen Naturschutzprojekten, ohne dabei den Blick auf eine lebenswerte Zukunft von Flora und Fauna zu verlieren. Über Jahre hat sich auf dem ungenutzten Areal in Lichter „Wäldchen“
Hildburg
hauser St
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Ehemals Coca-Cola
Hildburghause
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Map data © OpenStreetMap contributors
felde nach den harten Gesetzen eg tzw er der Natur anstatt nach Regeln ck n a Bl der Forstwirtschaft oder Landschaftsarchitektur auf bewaldeter Brache eine artenreiche Stadtnatur gebildet, die in der Hauptstadt ihresgleichen sucht. Doch mit der geplanten Bebauung könnte damit Schluss sein.
Flächensparende Bebauung, wenn überhaupt... Im Rahmen der Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz“ hatte im April der BUND-Berlin zum Vor-Ort-Termin an die Hildburghauser Straße gebeten, um anschaulich zu machen, welch Naturpotential hier bedroht ist, wenn das ca. 1,2 Hektar große Waldgrundstück nicht etwa mit sozial-verträglichem und
flächensparend gebautem Wohngeschossraum bebaut würde, sondern 50 LuxusReihenhäusern weichen sollte. Laut BUND steht eine Mehrheit der BVV Steglitz-Zehlendorf aus CDU, AfD und FDP sowie drei von sechs Bezirksamtsmitglieder inklusive zuständiger Stadtentwicklungsstadtrat Patrick Steinhoff hinter diesen Plänen. Dagegen plädieren Grüne, SPD und Linke, die auf bezahlbare Mietwohnungen statt auf Luxus setzen, für Geschosswohnungsbau mit Blockrandbebauung, um möglichst viel des Naturwaldes zu erhalten. Der Berliner Mieterverein sieht es überhaupt als „baupolitische Sünde“, unversiegelte Flächen anstatt bereits bebauter, brachliegender Flächen und leerstehender Gewerbeflächen zuzubauen. Der
Lichterfelde West Gesundheit Journal Investor sei laut SPD und BUND sei jedoch erst nach beschlossenem Bebauungsplan bereit, sich auf eine Diskussion einzulassen. – Seine Zusage bereits vor diesem Beschluss für eine zukünftige Gestaltung des Geländes im Sinne der Natur sowie Erholung und Abkühlung suchenden Menschen zu erreichen, dürfte nun oberstes Verhandlungsziel des Bezirks sein.
Grüne Flächen retten – Hitzeschutz tut Not Dr. Achim Förster macht indessen klar, dass jede Art von Bebauung auf diesem Areal einen Eingriff in die ungestörte und die behauptende Natur bedeutet und hebt den hohen Wert des Wäldchens hervor: So haben auf dem Gelände sich gegen schwierige Stadtbedingungen behauptete junge Bäume dank kräftiger Eltern(Samen)bäume in dichtem Robinienvorwald überlebt, ihre Wurzeln trotz erlittener Trockenheit durch festen Boden wachsen lassen und sich gegen andere Gehölze und krautige Pflanzen durchgesetzt. Sie überlebten nach den harten Gesetzen der Natur. Pilz- und
Insektenbefall ebenso wie den Verbiss von Tieren und tragen nun maßgeblich zur nächtlichen Abkühlungsrate bei. Auch eine artenreiche Fauna mit geschützten Arten konnte sich ungestört ausbreiten und ungestört heranwachsen: U.a. Zauneidechse, Bachstelze, Mönchsgrasmücke, verschiedene Meisenarten, der gefährdete Igel, Ringeltaube und Grünfink fühlen sich in dem Wäldchen wohl. Um dieses Biotop in seiner Weiterentwicklung nicht zu stören, bedarf es unbedingt der Verhinderung weiterer Flächenversiegelung.- Nicht zuletzt für ein verbessertes Stadtklima spielt das Wäldchen schon heute als Kaltluftentstehungsgebiet eine wichtige Rolle. – Angelegte und von Forstwirtschaft und Landschaftsarchitektur geprägte Grünflächen mit gezüchteten Pflanzen verlören hingegen diese Dynamik. – Kaum ein Gärtner würde wohl auf bebautem Areal – wie auf diesem sich gegen alle widrigen Klimaeinflüsse behaupteten CocaCola-Wäldchen gegeben – Laub, Zweige etc. austragen, um Unterschlupf für Nager und sogar Echsen zu schaffen. Und im Sommer fehlte auf gärtnergepflegter
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Dr. Achim Förster, Naturversteher, -fürsprecher und -schützer.
Grünfläche mit gedüngter aufgelockerter Erde das wichtige zu Humus zerfallende Totholz, um kühlende Feuchtigkeit zu speichern und dabei natürliche Nährstoffe freizusetzen. Ganz zu Schweigen von absinkendem Grundwasserspiegel infolge von Bebauung. – Unschätzbare Werte birgt dieses Lichterfelder Wäldchen also für unsere klimaresiliente Zukunft, die sich Investor und Bezirk VOR einer Bebauung verantwortungsbewusst vor Augen halten müssen. ◾ Jacqueline Lorenz
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