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„Das Leben festhalten“

Schöneberg Museum zeigt Fotoalben jüdischer Familien

Edith Schlomann und Freundin in Swinemünde 1936. Archiv: The Wiener Holocaust Library
Edith Schlomann und Freundin in Swinemünde 1936. Archiv: The Wiener Holocaust Library
Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau Juli 2024
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Reiseland am Bayerischen Platz

Das Schöneberg Museum eröffnet am 21. Juni die Sonderausstellung „Das Leben festhalten: Fotoalben jüdischer Familien im Schatten des Holocaust“. In den Jahren des Nationalsozialismus hielten jüdische Familien ihren Alltag in Fotografien fest und bewahrten diese Erinnerungen in sorgfältig gestalteten Alben. Viele von ihnen nahmen diese Fotos und Alben mit ins Exil, selbst wenn sie ihr Gepäck auf nur wenige Koffer beschränken mussten. Andere versteckten sie oder überließen sie nahestehenden Personen. Einige Überlebende und ihre Nachfahren übergaben diese wertvollen Dokumente später an Archive und Museen in der ganzen Welt.

Private Fotos von sechs Familien

Die Ausstellung im Schöneberg Museum erzählt die Geschichten von sechs Berliner Familien anhand ihrer privaten Fotoalben. Die gezeigten Aufnahmen widersprechen dabei den gängigen Vorstellungen jüdischen Lebens nach 1933. Sie zeigen Momente der Heiterkeit und Normalität, die im Angesicht von Verfolgung, Vertreibung und drohender Vernichtung eine besondere Bedeutung erlangen. Ein Strandbesuch in Swinemünde im Sommer 1936, ein Sportfest in einem jüdischen Waisenhaus oder ein Ausflug ins Grüne im Jahr 1944 – es sind scheinbar profane Szenen, die jedoch inmitten der tiefen Erschütterungen, die die Lebenswelt jüdischer Menschen damals prägten, zu Zeugnissen einer subtilen Selbstbehauptung werden.

Die Ausstellungstexte sind auf Deutsch und Englisch verfasst. Zur Eröffnung ist ein zweisprachiger Katalog erschienen, der bei den Museen Tempelhof-Schöneberg zum Preis von 15 Euro erhältlich ist. Die Ausstellung ist bis zum 22. Dezember im Schöneberg Museum, Hauptstraße 40/42, 10827 Berlin, zu sehen. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten und weitere Informationen unter www.museen-tempelhof-schoeneberg.de

Titelbild

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