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Wort der Bezirksbürgermeisterin

Charlottenburg-Wilmersdorf Oktober 2022

Erschienen in Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf Oktober 2022
Kirstin Bauch
Kirstin Bauch. Foto: BA

Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf,

die warmen Sommertage sind gezählt, die Nächte werden zum Teil schon wieder empfindlich kühl. Uns alle treibt die Sorge um, wie kalt es in diesem Winter wirklich wird, und ob wir es uns leisten können, unsere Wohnungen und Häuser so heizen zu können, dass wir und unsere Familien uns darin wohl fühlen. Auch ich weiß nicht, welche Konsequenzen uns noch wegen des Kriegs in der Ukraine erwarten. Vielen erscheint dieser Krieg offenbar noch immer weit weg, doch er ist längst auch bei uns angekommen. Lassen Sie uns solidarisch und friedlich zusammenstehen und die Krise nutzen, neue Wege zu gehen, die uns hoffentlich gestärkter diese herausfordernde Zeit überstehen lassen.

Ein Rückblick auf den Kehrday

Manchmal reichen ja auch schon kleine Aktionen, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Gemeinsam mit vielen anderen Menschen aus dem Kiez haben ich am 8. September in der Wilmersdorfer Straße den Besen geschwungen und mitgeholfen, den Kiez auf Hochglanz zu polieren. Es liegt auch an uns, wie unser direktes Umfeld aussieht. Es wäre schön, wenn solche Aktionen dazu beitragen, dass wieder mehr Menschen achtsam mit ihrem Umfeld umgehen.

Tag der Deutschen Einheit

Was die unversehrte Einheit eines Landes bedeutet, sehen wir gerade so schmerzlich in der Ukraine. Wir sehen, welche Opfer Menschen bringen, um ihre Identität und staatliche Einigkeit zu wahren. Wir feiern am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit dieses Mal auch im Gedenken daran, was es bedeutet, gewaltsam daran gehindert zu werden, als Nation zusammenleben zu dürfen. Wir haben es dem klugen Handeln des jüngst verstorbenen sowjetischen Staatpräsidenten Michail Gorbatschow zu verdanken, dass die beiden deutschen Staaten wiedervereinigt werden konnten. Hoffen wir auf die Einsicht der aktuellen russischen Regierung, dass ein Krieg keine Lösung sein darf.

Preisverleihung Eberhard-Schulz-Stiftung

Auch dieses Jahr werden wir hier in Charlottenburg-Wilmersdorf wieder Einzelpersonen, Vereine, Projekte, Organisationen oder Unternehmen mit dem „Sozialen Menschenrechtspreis“ auszeichnen. Millionen Menschen auf der Erde werden Bildung, Unterkunft, Arbeit und die Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben vorenthalten. Die Eberhard-Schultz-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, dafür das Bewusstsein und die Voraussetzungen zu schaffen. Ich bin stolz, am Montag, 17. Oktober, die Schirmherrin dieser Veranstaltung sein zu dürfen.

Tag der ersten Deportation am Gleis 17

Das Gleis 17 am Bahnhof Grunewald hat eine besondere Bedeutung, denn hier fuhr am 18. Oktober 1941 der erste Zug aus Berlin ab, der jüdische Berlinerinnen und Berliner in ein Konzentrationslager deportierte. 1998 eröffnete die Deutsche Bahn auf dem ehemaligen Bahnsteig das begehbare Mahnmal „Gleis 17“. Die intensive Gedenkkultur gerade in Charlottenburg-Wilmersdorf ist kein Zufall. Charlottenburg und Wilmersdorf waren vor dem Holocaust die beiden Bezirke mit dem höchsten Anteil jüdischer Bevölkerung. Ich finde es wichtig, dass die Gedenkkultur in unserem Bezirk weiter aktiv gepflegt wird.

Videokonferenz mit Peking

Am 20. Oktober 2022 soll ein Deutsch-Chinesischer Online-Austausch stattfinden. Es ist gut, wenn auch in Krisenzeiten Gesprächsfäden nicht abreißen. In diesem Jahr wird nicht nur das 50-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China gefeiert, sondern auch die 15-jährige Freundschaft zwischen Charlottenburg-Wilmersdorf und dem Pekinger Stadtbezirk Dongcheng. Mein Pekinger Kollege Zhou Jinxing und ich wollen die freundschaftlichen Beziehungen intensivieren. Im besonderen Fokus stehen dabei der Austausch zwischen den Wirtschaftsförderungen und Vertretern der großen Geschäftsstraßen.

Eröffnung des Spielplatzes am Klausingring

Meine Bezirksamtskollegen und ich werden am 20. Oktober die Spiel- und Bolzanlage am Klausingring wiedereröffnen. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen Verwaltung und den Menschen im Kiez. Schon 2018 wurden Ideen für die Umgestaltung von Kindern, Jugendlichen und Anwohner:innen gesammelt. Zwei Weidenhaine und ein von Bäumen gesäumter Weg vom südlichen Klausingring zum neuen U-Bahn-Eingang gliedern das Areal in drei Bereiche: den Ballspielplatz, den offenen Spielbereich mit Sandspiel- und Wiesenfläche sowie die große Bewegungs- und Platzfläche mit den Containern des Mädchenprojekts „Jackie“.

Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburg-wilmersdorf.de. 

Herzlich grüßt Sie Ihre
Kirstin Bauch
Bezirksbürgermeisterin

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