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Menschlichkeit und Widerstand

Stille Heldinnen in der dritten Schlachtenseebroschüre

Erschienen in Nikolassee & Schlachtensee Journal Dezember/Januar 2018
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In seiner neuen Schlachtenseebroschüre widmet sich Dirk Jordan den Stillen Heldinnen in Schlachtensee während des Dritten Reichs und zwei Militärs, die am 20. Juli 1944 beteiligt waren. So geht es unter anderem um die Schwestern Gertrud und Magarethe Kaulitz aus dem Eiderstedter Weg. Sie versteckten in ihrem Reihenhaus zeitweise bis zu 17 als Juden verfolgte Menschen und halfen der theologischen Schriftstellerin Annie Kraus, einen Selbstmord zu fingieren, durch den sie untertauchen und überleben konnte.

Erzählt wird auch von dem Wirken der Gemeindehelferin Hanna Reichmuth, die das Zentrum der Bekenntnisgemeinde Schlachtensee war. Unter anderem überbrachte sie kurz vor der Verhaftung von Dietrich Bonhoeffer für ihn einen Brief in das Haus von Wilhelm Canaris, dem Chef des Auslandgeheimdienstes, der im heutigen Waldsängerpfad wohnte, und übermittelte auch die Antwort.

Wilhelm Canaris und Cäsar von Hofacker sind die beiden Militärs, deren widersprüchliche Lebenswege vorgestellt werden. Einerseits dienten sie dem Nationalsozialismus, doch letztendlich gingen sie den Weg des Widerstands gegen das Terror- und Mordregime Adolf Hitlers, den sie mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Eine Stille Heldin ist auch Lucie Strewe, eine bescheidene Frau, der z. B. Josef Scherek sein Leben verdankt, der sich zeitweise auf einem Faltboot im Schilf am Großen Wannsee versteckte und auch bei Lucie Strewe Unterschlupf fand. Nach Lucie Strewe wurde im Mai 2018 ein kleiner Platz an der Fischerhüttenstraße benannt, unweit ihrer letzten Wohnung.

Diese und weitere Stille Helden werden von Dirk Jordan vorgestellt. Die Broschüre ist gut bebildert und umfangreich mit Quellen versehen. Sie ist über den örtlichen Buchhandel und im Gemeindebüro, Matterhornstraße 35, erhältlich und kostet 2 Euro. Der Autor ist über www.meinschlachtensee.de zu erreichen.

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