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Französisches Erfolgsstück in Zehlendorf

Theatergruppe Schattenlichter spielt „Der Vorname“

Gastgeberin Elisabeth hat sich alle Mühe mit dem Essen gemacht. Den Gästen schmeckt’s. Von links: Elke Brumm, Justin Becker, Kristina Lane, Ariane Ahlgrimm, Iver Lauermann. Foto: Frederik Ahlgrimm
Gastgeberin Elisabeth hat sich alle Mühe mit dem Essen gemacht. Den Gästen schmeckt’s. Von links: Elke Brumm, Justin Becker, Kristina Lane, Ariane Ahlgrimm, Iver Lauermann. Foto: Frederik Ahlgrimm
Erschienen in Gazette Zehlendorf Februar 2018
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Wie viele Vornamen mit A fallen Ihnen spontan ein? Die Mitglieder der Theatergruppe Schattenlichter kennen nun mehrere Dutzend, denn um Vornamen geht es in ihrer neuesten Inszenierung, die Ende Februar auf die Bühne kommt: „Der Vorname“, ein – inzwischen auch schon verfilmtes – modernes Theaterstück der beiden französischen Erfolgsautoren Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière aus dem Jahre 2010.

Eine Debatte, die aus dem Ruder läuft

Ein gemütlicher Abend soll es werden in der Pariser Wohnung von Elisabeth und Pierre Garaud. Die Kinder sind im Bett, und enge Freunde und Verwandte sind zu Gast. Für Elisabeths Bruder Vincent, einen begnadeten Selbstdarsteller, ist die Runde zu friedlich. Um für „Stimmung“ zu sorgen, enthüllt er den fassungslosen Freunden den geplanten Vornamen seines noch ungeborenen Sohnes. Die Debatte um die Frage, wie man sein Kind nennen darf, führt dazu, dass das gemütliche Treffen aus dem Ruder läuft. Denn alle sind nun in der Laune, sich endlich einmal ein paar Wahrheiten zu sagen. Mit Lust und Niveau werden Wortgefechte ausgetragen, und einiges tritt zutage, was niemand erwartet hätte.

Erstmals Theaterblut bei den Schattenlichtern

Im Vergleich zu der heiteren Verwechslungskomödie „Boeing Boeing“, die die Schattenlichter im vergangenen Jahr zeigten, ist „Der Vorname“ ein kopflastigeres Stück, das aber durchaus auch einige „Action“-Szenen zu bieten hat. „Erstmals werden wir sogar Theaterblut benötigen“, verrät Iver Lauermann, der den Gastgeber Pierre spielt und schon seit 1994 zur Gruppe gehört. Das ist ein anderes Kaliber als die Schattenspiele, mit denen die Schattenlichter bei ihrer Gründung 1985 anfingen.

Paulus-Gemeinde ist seit 36 Jahren Spielort

„Der Vorname“ ist die 36. Produktion der Schattenlichter. Die Gruppe ist im denkmalgeschützten „Großen Saal“ der Paulus-Gemeinde Zehlendorf zu Hause, wo sie einst als Konfirmandengruppe ins Leben gerufen wurde. Heute bestehen die Schattenlichter aus rund 20 Berlinern zwischen zwölf und 68 Jahren, inklusive Souffleuse, Maskenbildnerin, Beleuchter, Webmaster und einem regelmäßigen Helfer- und Beraterteam. „Nur einen Regisseur gibt es nicht“, berichtet Elke Brumm, die seit 32 Jahren mitspielt. „Wir erarbeiten unsere Stücke grundsätzlich in Gruppenregie, damit jeder mitdenken kann und viele Ideen in die Aufführung einfließen. So macht es uns am meisten Spaß.“

Spendensammlung für Flüchtlinge

Da das Theaterspielen für die Schattenlichter ein Hobby neben dem Beruf ist, wird jede Aufführungsreihe nur dreimal gezeigt. Dementsprechend sind die Aufführungen häufig ausgebucht, so dass sich eine frühzeitige Kartenreservierung empfiehlt. Restkarten an der Abendkasse sind aber so gut wie immer zu bekommen. Der Eintrittspreis beträgt unverändert nur fünf Euro. Die Schattenlichter sammeln am Ausgang für die Deckung der Heizkosten des elf Meter hohen Theatersaals. In diesem Jahr wollen die Schattenlichter die Einnahmen jedes vierten Sitzplatzes einer gemeinnützigen Organisation spenden, die sich für Integrationsprojekte und gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzt – eine Reaktion der Gruppe auf das Ergebnis der Bundestagswahl im September 2017. „Wir können angesichts der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit in Deutschland nicht tatenlos bleiben“, sagt Mitspieler Marc Roulet, der im aktuellen Stück den Aufrührer Vincent spielt.

Die Spende wird an den Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf gehen, der die sozialen Aktivitäten seiner 16 Mitgliedsgemeinden in der Region koordiniert und zudem eigene Projekte durchführt. Er gibt Flüchtlingen aufenthaltsrechtliche Erstberatung, leistet Integrationshilfe und unterstützt und vernetzt Flüchtlinge und Ehrenamtliche in kirchlichen und außerkirchlichen Gruppen bei ihrer Arbeit.

„Der Vorname“ ist zu sehen am Donnerstag, 22. Februar, um 19.30 Uhr, am Freitag, 23. Februar, um 19.30 Uhr und am Samstag, 24. Februar, um 18 Uhr. Einlass in den Theatersaal ist 30 Minuten vor Aufführungsbeginn. Kartenvorbestellungen sind bevorzugt über ein Internetformular auf www.schattenlichter.info möglich; wenn es nicht anders geht, aber auch per E-Mail schattenlichter@gmx.de und telefonisch unter 030 84724974. Aufführungsort ist der große Saal im Gemeindehaus der Paulusgemeinde, Teltower Damm 6.

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