27.10.2026: Wo heute Spaziergänger ihre Runden durch das Grün des Volksparks Wilmersdorf drehen und Sonnenhungrige im Sommer auf der Wiese liegen, suchten die Berliner vor mehr als einem Jahrhundert Abkühlung und Zerstreuung am Wasser. Der Wilmersdorfer See ist zwar seit über 100 Jahren aus dem Stadtbild verschwunden, doch seine Geschichte kehrt nun an die Wilhelmsaue zurück. Das Schoeler Schlösschen widmet dem einstigen Gewässer die Sonderausstellung „Ab ins Jrüne! Als Wilmersdorf noch Seebad war.“.
Von der Lebensgrundlage zum Freizeitvergnügen
Die Schau zeichnet den Wandel des Sees nach: von der einstigen Lebensgrundlage der Dorfbewohner über den Aufstieg zum florierenden Ausflugsziel bis hin zur Trockenlegung und Umgestaltung in den heutigen Park. Zur Eröffnung am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 19 Uhr erwartet die Gäste neben historischen Einblicken auch eine musikalische Rarität: Nach langer Zeit erklingt der „Wilmersdorfer Schramm Marsch“ wieder. Die Polka war einst dem bekannten Ausflugslokal „Schramms Seebad“ gewidmet und soll die Stimmung der damaligen Sommerfrische akustisch in die Wilhelmsaue holen.

Aktiv bei der Aufarbeitung
Mit der Ausstellung startet zugleich eine Initiative für Bürger, die selbst tiefer in die Kiezgeschichte eintauchen möchten. Das „Geschichtsprojekt am Schoeler“ setzt auf den Ansatz der Bürgerforschung: Interessierte Bürger können sich aktiv an der Aufarbeitung lokaler Themen beteiligen. Ziel des Projekts ist unter anderem eine gemeinsam erarbeitete Broschüre zur Historie des Schoeler Schlösschens. Das erste Treffen der Geschichtsgruppe findet am Montag, 2. November 2026, um 18 Uhr statt. Danach trifft sich die Runde regelmäßig jeden Montag um 18 Uhr im Haus. Anmeldungen sind direkt vor Ort oder per E-Mail an schoeler@charlottenburg-wilmersdorf.de möglich.
Die Sonderausstellung: „Ab ins Jrüne! Als Wilmersdorf noch Seebad war.“ wird am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 3. März 2027 zu sehen. Das: Schoeler Schlösschen, Wilhelmsaue 126, 10715 Berlin ist: Dienstag, Donnerstag und Freitag von 11 bis 17 Uhr; Mittwoch 11 bis 18 Uhr; Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.