28.10.2026: Vom 1. bis 10. November verwandelt sich Berlin wieder in ein Forum für aktuelle Forschung. Unter dem diesjährigen Festivalmotto „In Touch“ rückt die Berlin Science Week die Frage in den Mittelpunkt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse den Alltag prägen und Menschen berühren. Während das Festivalzentrum erstmals im Haus der Kulturen der Welt residiert, müssen Neugierige aus dem Berliner Südwesten für viele Höhepunkte gar nicht weit reisen: Universitäten, Kliniken, Kulturhäuser und Bibliotheken in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg beteiligen sich mit eigenen Formaten.
Dahlemer Einblicke und Zukunftsfragen
In Steglitz-Zehlendorf schlägt das Herz der universitären und botanischen Forschung. Einen seltenen Blick hinter die Kulissen ermöglicht das derzeit noch geschlossene Botanische Museum: Am 7. November gewährt das Haus von 12 Uhr bis 13 Uhr eine exklusive Vorschau auf seine Neugestaltung. Gesellschaftspolitisch wird es am 5. November von 18 Uhr bis 19.30 Uhr an der Freien Universität Berlin. Im Rahmen der „Einstein Lecture Dahlem“ analysiert der Soziologe Steffen Mau Risse und Spannungen moderner Gesellschaften.
Medizinische Ethik und Nanotechnik in Charlottenburg
Themen der Veranstaltungen in Charlottenburg-Wilmersdorf gehen über universitäre Fachgrenzen hinaus. In den DRK-Kliniken Berlin Westend diskutieren Mediziner und betroffene Familien am 3. November über die Chancen und Grenzen moderner Gentests bei Neugeborenen.
An der Technischen Universität Berlin hält am 4. November von 17 Uhr bis 18.30 Uhr die Bioingenieurin Molly Stevens die traditionelle „Queen’s Lecture“. Sie erläutert, wie Nanomaterialien die regenerative Medizin voranbringen und dazu beitragen können, schwere Krankheiten deutlich früher aufzuspüren.
Nachdenken in Schöneberg und Entdeckungen in der Nachbarschaft
Den Schritt aus dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm wagt am 5. November von 09.30 Uhr bis 21 Uhr das Philosophie-Festival in der Schöneberger Urania. Einen ganzen Tag lang stehen dort alltagsnahe Debatten und philosophische Fragestellungen auf der Tagesordnung, die sich ausdrücklich an das breite Publikum richten.
Wissenschaft vor Ort gibt es zudem über das stadtweite Projekt „Wissen zwischen Büchern“. Insgesamt 33 öffentliche Bibliotheken in ganz Berlin – darunter auch Häuser in den südwestlichen Ortsteilen – öffnen im Festivalzeitraum ihre Türen für Vorträge, Mitmachexperimente und Quizrunden, kostenlos und ohne Voranmeldung.
Familienangebote und Festivalzentrum
Wer den Ausflug ins Festivalzentrum am Spreebogen plant, findet dort vom 6. bis 8. November rund 100 Programmpunkte. Erstmals richtet sich ein eigener Schwerpunkt an Kinder und Jugendliche: Am 7. November erklärt die TV-Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva ab 10.30 Uhr kindgerecht Grundlagen der Genetik, tags darauf lädt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt um 10 Uhr sowie um 12.15 Uhr zu einer Bühnenshow über das Leben im All ein.
Rund drei Viertel der berlinweit rund 300 Veranstaltungen sind kostenlos zugänglich, 90 Prozent der Orte rollstuhlgerecht. Der für das Festivalzentrum nötige Besucherpass ist kostenfrei online über die Website www.berlinscienceweek.com buchbar.