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Steglitz

Die jüdische Geschichte der Schloßstraße

Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek

Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, Grunewaldstraße 3 in Steglitz.

28.09.2026: Wer heute über die Schloßstraße bummelt, sieht überwiegend bekannte Ketten, Einkaufszentren und dichten Verkehr. Doch wie sich die Steglitzer Einkaufsmeile aus den Anfängen bis heute entwickelt hat wer sie maßgeblich prägte, ist weitgehend aus dem Stadtbild verschwunden. Die Ausstellung »Jüdisches Leben in der Schloßstraße 1900–1945« in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek holt diese Vergangenheit zurück ins Gedächtnis.

Vom Dorf zum Bezirk

Der Aufstieg des „größten Dorfes in Preußen“ begann Ende des 19. Jahrhunderts. Durch die Bahnverbindung zwischen Berlin und Potsdam mit Halt an der Albrechtstraße sowie die neuen Straßenbahnlinien rückte der Vorort näher an die Großstadt heran. Günstige Mieten und Bauland zogen zahlreiche Geschäftsleute an – darunter viele jüdische Familien, deren Unternehmergeist das Gesicht der Straße entscheidend formte. 1920 kam Steglitz als Bezirk zu Groß-Berlin.

40 Biografien

Vom Fachgeschäft über Handwerksbetriebe bis hin zu Warenhäusern, aber auch in Arztpraxen, Kanzleien und Kulturberufen: Jüdische Steglitzer prägten das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben vor Ort entscheidend mit. Anhand von acht konkreten Biografien und einer Übersicht über 40 ehemalige Gewerbebetriebe zeichnet die Ausstellung diesen Alltag nach.

Zerstörung und Schikane

Gleichzeitig thematisiert die Schau den tiefen Bruch ab dem Jahr 1933: Binnen weniger Jahre zerstörte der nationalsozialistische Terror die gewachsenen Strukturen vollständig. Jüdische Inhaber wurden aus ihren Geschäften gedrängt, die Bewohner schikaniert, vertrieben oder deportiert. Heute erinnern meist nur noch unauffällige Stolpersteine an die einstigen Nachbarn.

Erarbeitet wurde das Projekt ehrenamtlich von Sabine Davids, Dr. Dirk von der Heide und Barbara Wittkopf, die sich seit Langem in der Steglitzer Gedenkarbeit engagieren. Unterstützt und gefördert wurde das Vorhaben unter anderem durch den Dezentralen Kulturfonds, den evangelischen Kirchenkreis Steglitz sowie das bezirkliche Kulturamt.

Die Ausstellung wird von einem begleitenden Veranstaltungsprogramm flankiert und ist bis zum 14. November 2026 in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, Grunewaldstraße 3 zu sehen. Geöffnet ist Montag bis Freitag: 11 Uhr bis 19 Uhr, Samstag: 11 Uhr bis 16 Uhr.

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