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Gaspreise

Was tun bei steigenden Gaspreisen?

Worauf Verbraucher bei Gasverträgen jetzt achten sollten

14.09.2026: Der Konflikt im Nahen Osten lässt die Hoffnung auf stabile Gaspreise schwinden – mit möglichen Folgen für die anstehende Heizsaison. Seit Anfang Juli sind die europäischen Großhandelspreise für Gas um etwa 90 Prozent gestiegen. „Viele Gasanbieter, die überregional anbieten, preisen dies bereits in ihren Neukundenverträgen ein. Aktuell beginnen selbst die günstigsten Tarife bei elf bis zwölf Cent pro Kilowattstunde plus Grundpreis, das Preisniveau ist damit schon recht hoch“, sagt Christina Wallraf, Energieexpertin der Verbraucherzentrale NRW. „Manchmal bieten aber noch lokale Stadtwerke bessere Konditionen an.“ Um gut für die kommende Heizperiode aufgestellt zu sein, hat die Verbraucherzentrale NRW vier Tipps zusammengestellt.

Aktuellen Gasvertrag prüfen

Haushalte sollten ihren aktuellen Gasvertrag prüfen: Wie hoch sind die Preise, wie lange läuft der Vertrag noch und hat der Vertrag eine Preisgarantie? Um sich gegen mögliche steigende Gasbörsenpreise abzusichern, ist eine Preisgarantie empfehlenswert, die die kommende Heizperiode abdeckt. Wer noch einen laufenden Vertrag mit Preisgarantie für die nahende Heizsaison hat, ist gut aufgestellt, denn dann sind Preiserhöhungen aufgrund steigender Börsenpreise nicht möglich. Haben Verbraucher einen Vertrag ohne Preisgarantie, sollten sie prüfen, wie lange der Vertrag noch läuft und abwägen, wie groß die Preisdifferenz zwischen dem alten und dem möglichem neuen Tarif ist. Die Grundversorgung lässt sich jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Bei Sonderverträgen kommt es vor allem auf die restliche Vertragslaufzeit an. Der nächste Kündigungszeitpunkt steht in der letzten Jahresrechnung oder ergibt sich aus den Vertragsunterlagen. Tipp: Bei bestehenden Verträgen, die noch länger laufen, aber keine Preisgarantie haben, können sich Verbraucher bereits heute nach Anschlussverträgen bei ihrem jetzigen Anbieter oder bei Alternativanbietern erkundigen.

Welche Preisbestandteile sollte die Preisgarantie abdecken?

Preisgarantien decken meist nicht den gesamten Gaspreis ab, sondern garantieren, dass ausschließlich bestimmte Preisbestandteile unverändert bleiben. Aber alle der Verbraucherzentrale NRW bekannten Preisgarantien schützen vor Preiserhöhungen wegen steigender Gasbeschaffungskosten. Da dies aktuell der Faktor mit der größten Preisunsicherheit ist und die größten Preissprünge auslösen kann, bietet jede Art von Preisgarantie einen guten Schutz. Noch besser geschützt ist, wer eine Preisgarantie wählt, die auch gegen steigende Netzentgelte absichert. Preiserhöhungen sind dann nur noch möglich, wenn sich Steuern, Abgaben oder Umlagen ändern. Die Preisgarantie sollte mindestens die kommende Heizperiode absichern.

Worauf bei Bonustarifen zu achten ist

Tarife mit Bonus versprechen beim Anbieterwechsel oft die größte Ersparnis. Doch nicht selten verdanken sie ihre Attraktivität allein dem hohen Bonus im ersten Jahr – während Arbeits- und Grundpreis überdurchschnittlich hoch ausfallen. Nach Ablauf des ersten Vertragsjahres wird ein solcher Tarif deshalb häufig teuer, weshalb ein rechtzeitiger Wechsel fest eingeplant werden sollte. Doch Vorsicht: Der Neukundenbonus wird oft erst nach zwölf Monaten ununterbrochener Belieferung ausgezahlt. Da die Belieferung in der Regel jedoch erst nach Vertragsschluss beginnt, enden die zwölfmonatige Erstvertragslaufzeit und damit auch die Kündigungsmöglichkeit meist schon deutlich früher. Verbraucherfreundlicher ist in der Regel ein Sofortbonus, der meist nach 30 oder 60 Tagen ausgezahlt wird, oder ein Bonus, der monatlich den Abschlag senkt. Grundsätzlich gilt: Vor Vertragsschluss die Bonus-Bedingungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters prüfen und in den Vergleichsportalen den Bonus nicht in die Gesamtkosten einberechnen lassen, denn so findet man Tarife, die niedrige Kosten aufweisen und häufig noch zusätzlich einen Bonus mitbringen.

Vergleichsportale richtig nutzen

Für den Tarifvergleich sind Online-Vergleichsportale hilfreich, allerdings sollte man deren Voreinstellungen anpassen. Um möglichst viele Angebote zu sehen, sollte der Filter für eine direkte Wechselmöglichkeit über das Portal deaktiviert werden. Auch voreingestellte Empfehlungen können die Auswahl einschränken. Das angezeigte Tarifergebnis sollte nach dem Gesamtpreis sortiert werden. Vor dem Abschluss empfiehlt es sich, den neuen Anbieter zusätzlich kurz im Internet zu recherchieren und sich nicht allein auf Bewertungen oder die Platzierung in Vergleichsportalen zu verlassen.

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