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Charlottenburg

200 Jahre Luisenkirche

Luisenfest am 12. und 13. September

Luisenkirche der Evangelische Luisen-Kirchengemeinde Berlin-Charlottenburg.
Luisenkirche der Evangelische Luisen-Kirchengemeinde Berlin-Charlottenburg.

11.09.2026: Vor zwei Jahrhunderten erhielt das Gotteshaus im Herzen von Alt-Charlottenburg seinen heutigen Namen zu Ehren von Königin Luise von Preußen. Zum 200-jährigen Namensjubiläum lädt die Gemeinde am Samstag, 12. September, und Sonntag, 13. September 2026, zu einem zweitägigen Fest rund um den Gierkeplatz ein. Das Programm spannt einen Bogen von den preußischen Ursprüngen bis hin zu heutigen Debatten über Tradition und Stadtgesellschaft.

Den Auftakt bildet am Samstag um 19 Uhr ein Festkonzert in der Luisenkirche. Auf dem Programm steht neben Werken aus drei Jahrhunderten Kirchenmusik eine Uraufführung: Die Berliner Komponistin Ruth Wiesenfeld verbindet in ihrem interreligiösen Werk „Nachtgebet“ das bekannte Kirchenlied „Müde bin ich, geh zur Ruh“ mit jüdischen und muslimischen Nachtgebeten. Professionelle Musiker und ein eigens gegründeter Projektchor bringen die hebräischen, arabischen und deutschen Texte zu Gehör.

Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst, der historische Stationen der Kirche aufgreift. Von 12 Uhr bis 17 Uhr wird der Gierkeplatz anschließend zur Bühne für die Nachbarschaft: Neben Ständen lokaler Initiativen und einer Ausstellung zur Historie erwarten die Besucher ein historisches Karussell, ein Festcafé sowie eigens gebrautes Luisenbier.

Um 14 Uhr rückt die Namensgeberin der Kirche in den Fokus einer Podiumsdiskussion. Historikerin Monika Wienfort, Berlins Gleichstellungssenatorin Cansel Kiziltepe, Theologin Ruth Heß und Journalistin Helene Bubrowski analysieren das Spannungsfeld zwischen Mythos und Realität. Dabei geht es um die Frage, wie historische Rollenideale rund um Luise bis heute nachwirken – etwa im aktuellen Phänomen der sogenannten „Tradwife“-Bewegung im Internet.

Kulturell schließt der Sonntag mit Film und Schauspiel ab: Um 17 Uhr sind in der Kirche Szenen des Stummfilms „Königin Luise“ aus dem Jahr 1927 zu sehen, live an Orgel und Klavier begleitet von Kantor Jack Day. Um 19 Uhr folgt im wenige Schritte entfernten Café Theater Schalotte das Theaterstück „Immer wieder Sonntag…“. Entwickelt mit dem KantTheaterBerlin, beleuchten Ensemble und Laiendarsteller darin humorvoll den Weg der Gemeinde seit 1708 und gehen der Frage nach, welche Funktion Kirchen im heutigen Stadtleben noch erfüllen.

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