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Kühlen mit der Wärmepumpe

Für angenehme Raumtemperaturen an heißen Tagen

25.08.2026: Andauernde Sommerhitze ist längst kein Ausnahmeereignis. Das haben die vergangenen Monate gezeigt. Eine Kühl-Alternative zur Klimaanlage kann dabei die eigene Wärmepumpe sein. Denn manche Anlagen können nicht nur heizen, sondern auch für die Abkühlung von Innenräumen sorgen. Dabei wird zwischen aktivem und passivem Kühlen unterschieden. „Nicht jede Wärmepumpe eignet sich gleichermaßen zum Kühlen. Entscheidend sind die Technik der Anlage und die passenden Heizflächen“, sagt Simon Lautenbach, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW. Und: „Wer die Kühlfunktion nutzen möchte, sollte dies bereits bei der Planung berücksichtigen.“ Auf welche Dinge es dabei ankommt, hat die Verbraucherzentrale NRW in fünf Tipps zusammengestellt.

Unterschied aktives und passives Kühlen

Es gibt zwei unterschiedliche Arten der Kühlung mit einer Wärmepumpe. Das aktive Kühlen erfolgt mit einer sogenannten reversiblen Wärmepumpe. Dabei wird der Wärmepumpenkreislauf im Sommer umgekehrt. Die Wärme wird dann nicht mehr von außen ins Gebäude transportiert, sondern aus den Innenräumen nach außen abgeführt. Diese Form der Kühlung ist sowohl mit Luft-Wasser-Wärmepumpen als auch mit Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen möglich. Das passive Kühlen funktioniert dagegen ausschließlich mit Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Hier wird die Wärme des Gebäudes über einen Wärmetauscher an das kühlere Erdreich oder Grundwasser abgegeben. Diese Methode bietet deutlich weniger Kühlleistung als das aktive Kühlen. Dafür arbeitet sie besonders energiesparend. Als Nebeneffekt regeneriert die im Sommer eingebrachte Wärme die Erdsonde einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und verbessert so die Effizienz in der folgenden Heizperiode. Welche Kühlart grundsätzlich möglich ist, hängt deshalb von der vorhandenen Wärmepumpe ab.

Kühlfunktion vor der Anschaffung frühzeitig einplanen

Eigentümer sollten die Möglichkeit zum Kühlen möglichst schon vor der Anschaffung einer Wärmepumpe berücksichtigen. Für das aktive Kühlen wird eine Anlage mit reversibler Funktionsweise benötigt. Zusätzlich müssen geeignete Kühlflächen vorhanden sein. Klassische Heizkörper eignen sich für die Raumkühlung kaum. Ihre kleine Fläche und der geringe Temperaturunterschied begrenzen die Wirkung und an ihrer kalten Oberfläche kann Kondenswasser entstehen. Besser geeignet sind Flächenheizungen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Kühlfunktion auch bei bestehenden Wärmepumpen nachgerüstet werden. Ob dies möglich ist, hängt von der vorhandenen Technik ab.

Realistische Kühlleistung berücksichtigen

Wichtig ist zu wissen, dass passives Kühlen langsamer und gleichmäßiger erfolgt als bei einer klassischen Klimaanlage, denn bei einer Flächenheizung reagiert das System träge. Realistisch sind meist nur zwei bis vier Grad Abkühlung. Es empfiehlt sich daher, die Kühlregelung vorausschauend zu planen. Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen, insbesondere mit Flächenkollektoren, kann die Kühlleistung im Verlauf des Sommers nachlassen, weil sich das Erdreich allmählich erwärmt und der Temperaturunterschied sinkt. Das passive Kühlen eignet sich daher vor allem für eine leichte und gleichmäßige Gebäudeabkühlung. Ergänzend helfen Verschattung und nächtliches Lüften, den Kühlbedarf gering zu halten.

Taupunktüberwachung der Wärmepumpe beachten

Man sollte beim Kühlen mit einer Wärmepumpe auf eine zuverlässige Taupunktüberwachung achten, denn bei der Kühlung über Heizflächen wird die Luft nicht entfeuchtet. Die Regelung sorgt dafür, dass die Heizflächen, Leitungen und Verteiler nicht so kalt werden, dass sich dort Feuchtigkeit aus der Raumluft als Kondensat niederschlägt. Das würde zu unerwünschter Nässe führen und Schimmel begünstigen. Die Taupunktüberwachung verhindert dieses Risiko. Sie ist deshalb ein wichtiger Bestandteil eines sicheren Kühlbetriebs.

Energieverbrauch im Blick behalten

Das aktive Kühlen erhöht den Stromverbrauch der Wärmepumpe und belastet die Klimabilanz zusätzlich zum reinen Heizbetrieb. Um die Möglichkeiten der aktiven Kühlung auszuschöpfen, ist zudem eine Entfeuchtung der Raumluft notwendig. Dies kann zum Beispiel mit Gebläsekonvektoren oder Lüftungsanlagen erfolgen. Weit weniger aufwendig ist die Nutzung von Luft-Luft-Wärmepumpen zur Klimatisierung. Diese arbeiten technisch wie klassische Klimasplitgeräte und können im Sommer als solche verwendet werden. Besonders energiesparend ist hingegen das passive Kühlen mit einer Grundwasser- oder Erdwärmepumpe. Hier fällt lediglich zusätzlicher Strom für die Umwälzpumpen an. Das macht diese Form der Gebäudeklimatisierung besonders sparsam. Noch klimaschonender wird die Kühlung, wenn der benötigte Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage stammt. So lassen sich Wohnkomfort und Energieeffizienz sinnvoll miteinander verbinden.

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