Zehlendorf
Geduldsprobe auf dem Teltower Damm
Bis 2031 werden auf zwei Kilometern Wasser- und Gasleitungen erneuert
20.07.2026: Wer in den kommenden Jahren auf dem Teltower Damm unterwegs ist, braucht starke Nerven. Zwischen der Leo-Baeck-Straße und dem ehemaligen Friedhof Schönow erneuern die Berliner Wasserbetriebe das unterirdische Leitungsnetz. Die Großbaustelle erstreckt sich über eine Länge von fast zwei Kilometern und soll knapp fünf Jahre in Anspruch nehmen – bis voraussichtlich April 2031. Zunächst wird die Baustelle eingerichtet. Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen am 27. Juli.
Das Bauprojekt ist komplex: Neben rund 3800 Metern Abwasserdruckleitungen, 820 Metern Trinkwasserleitungen und 250 Metern Regenwasserkanal werden in diesem Zuge auch die Gasleitungen durch die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) ausgetauscht. Um das Verkehrschaos möglichst in Grenzen zu halten, wandert die Baustelle in sechs Bauabschnitten schrittweise von Nord nach Süd.
Eine gute Nachricht gibt es für den alten Baumbestand am Teltower Damm. Um die empfindlichen Wurzeln nicht zu beschädigen, wird für die Dauer der Bauzeit eine provisorische Trinkwasserleitung oberirdisch auf dem östlichen Gehweg verlegt. Damit die Anwohner weiterhin auf ihre Grundstücke kommen, werden an den Zufahrten zwölf kleine Brücken über die Rohre gebaut.
Verkehrsführung: Freie Fahrt nur in Richtung Norden
Besonders für Autofahrer bringt die Großbaustelle deutliche Einschränkungen mit sich. In Richtung Norden (Zehlendorf Mitte) bleibt der Teltower Damm während der gesamten fünf Jahre befahrbar. Der Verkehr wird dafür je nach Baufortschritt an den Baugruben vorbeigeführt.
Wer jedoch in Richtung Süden fahren möchte, wird großräumig umgeleitet. Die Strecke führt dann über die Mühlenstraße, die Seehofstraße, den Dahlemer Weg und die Goertzallee.
Für die Linienbusse der BVG gilt eine kürzere Ausweichroute. Damit die Busse problemlos passieren können, hat der Bezirk die Straßenbeläge auf der Umleitungsstrecke über die Leo-Baeck-Straße, die Leuchtenburgstraße und den Nieritzweg bereits im Vorfeld saniert und störende Mittelinseln abgebaut. Das führte zuletzt allerdings dazu, dass die freiere Fahrbahn von einigen Autofahrern für unerlaubtes Rasen genutzt wurde. Der Bezirk kündigte daher an, mit zusätzlichen Schildern noch einmal deutlich auf das geltende Tempo-30-Limit hinzuweisen.
Die Zufahrt für Rettungsdienste, die Müllabfuhr sowie Ver- und Entsorgungsfahrzeuge bleibt laut Wasserbetrieben in allen Abschnitten und zu jeder Zeit gewährleistet.
Auftakt zwischen Leo-Baeck- und Laehrstraße
Den Startschuss macht ab September der rund 400 Meter lange erste Bauabschnitt zwischen der Leo-Baeck-Straße und der Laehrstraße. Allein in diesem Bereich werden die Bauarbeiter voraussichtlich ein knappes Jahr, bis August 2027, beschäftigt sein. Gearbeitet wird dort platzbedingt nacheinander erst auf der östlichen, dann auf der westlichen und abschließend wieder auf der östlichen Straßenseite.



