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Schöneberg

Spuren der Vergänglichkeit im Haus am Kleistpark

Mahsa Aleph hinterfragt das Verhältnis von Sprache, Erinnerung und Material

Jowhar, Textrollen. Bild: Mahsa Aleph
Jowhar, Textrollen. Bild: Mahsa Aleph

07.07.2026: Das Haus am Kleistpark präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung der in Berlin lebenden iranischen Künstlerin Mahsa Aleph. Unter dem Titel „What is washed returns as language“ (Was gewaschen wird, kehrt als Sprache zurück) befasst sich die Schau mit den Kreisläufen des Verschwindens und Wiederkehrens.

Mahsa Aleph, geboren 1990 im iranischen Ardabil, verknüpft in ihren Arbeiten Film, Installation und Text. Sie versteht Erinnerung nicht als bloße Bewahrung des Vergangenen, sondern als einen fortlaufenden Prozess der Veränderung und des Neubeginns.

Tinte und Tränenfänger

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zwei Arbeiten. Die raumgreifende Installation Jowhar (2021) nimmt Bezug auf einen Begriff arabischen Ursprungs, der im Persischen sowohl „Essenz“ als auch „Schreibtinte“ bedeuten kann. Aleph beschreibt Papierbahnen fortlaufend mit dem Satz: „Die Zukunft ist nichts anderes als ein Teil der Vergangenheit, der in Vergessenheit geraten ist.“

Während des Entstehungsprozesses wäscht die Künstlerin die Tinte wieder aus dem Papier und fängt das gefärbte Wasser in kleinen Gefäßen auf. Diese sogenannten „Tränenfänger“ verweisen auf eine historische Trauerpraxis im Iran, bei der solche Gefäße an Gräbern befestigt werden. Eine begleitende Videodokumentation veranschaulicht diesen Vorgang für die Besucher.

Jowhar, Textrollen und Tränenfänger mit Tinte, 2021. Foto: Mahsa Aleph
Jowhar, Textrollen und Tränenfänger mit Tinte, 2021. Foto: Mahsa Aleph

Ein Film über den Wandel Teherans

Die neuere Filmarbeit Reanimation (2026) dokumentiert die Randgebiete von Teheran. Gezeigt wird der materielle Wandel der Stadt: Türen abgerissener Häuser werden auf Deponien gesammelt und dienen als Baumaterial für neue, provisorische Unterkünfte. Der Film lenkt den Blick auf die Menschen in diesen Übergangsräumen und zeigt, wie aus den Fragmenten des Alten neue Lebensräume entstehen.

Begleitprogramm

Neben den regulären Öffnungszeiten lädt die Galerie zu zwei Begleitveranstaltungen ein: Gespräch zur Ausstellung (Artist Talk): Donnerstag, 27. August um 19 Uhr mit Mahsa Aleph und der Kunsthistorikerin Julia Rosenbaum.

Finissage und Führung: Sonntag, 20. September um 16 Uhr mit Mahsa Aleph und der Kuratorin Dr. Kristina Schrei.

Die Ausstellung ist vom 10. Juli bis 20. September Haus am Kleistpark, Grunewaldstraße 6–7, 10823 Berlin zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Kein barrierefreier Zugang.

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