Steuern & Finanzen
Zinsen rauf, Kaufkraft runter
EZB erhöht Leitzinsen
11.06.2026: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die Entscheidung, die am 11. Juni verkündet wurde, soll der anhaltenden Teuerung im Euroraum entgegenwirken. Für Sparerinnen und Sparer bedeutet das zwar leicht steigende Zinsen auf dem Sparkonto – die Inflation gleicht das jedoch in den meisten Fällen nicht aus.
Tagesgeld: Lockangebote täuschen über niedrige Standardzinsen hinweg
Wer sein Geld flexibel auf dem Tagesgeldkonto parken möchte, steht vor einer zweigeteilten Zinswelt. Zwar werben einige Banken mit zeitlich befristeten Aktionszinsen von durchschnittlich 3,60 Prozent für Neukunden – in Spitzenfällen werden sogar bis zu vier Prozent geboten. Nach Ablauf dieser Fristen fallen die Zinsen jedoch meist deutlich ab.
Die regulären Standardzinsen für Bestandskunden liegen im Schnitt bei lediglich 2,14 Prozent. Angesichts einer Inflationsrate von derzeit 2,6 Prozent in Deutschland bedeutet das für das Ersparte weiterhin einen realen Kaufkraftverlust.
Festgeld auf dem höchsten Stand seit Ende 2024
Etwas bessere Konditionen bieten Festgeldkonten, bei denen das Geld für einen vereinbarten Zeitraum fest angelegt wird. Für eine zweijährige Laufzeit erhalten Anlegende im Schnitt 3,00 Prozent Zinsen – ein Niveau, das seit Ende 2024 nicht mehr erreicht wurde. Bei einjährigen Laufzeiten liegt der Schnitt bei 2,93 Prozent, während eine dreijährige Bindung im Schnitt 3,03 Prozent einbringt.
Eine Analyse des Geldratgebers Finanztip zeigt jedoch, dass sich ein genauer Vergleich der Anbieter lohnt, da die Spanne zwischen den Angeboten groß ist. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die gewählte Bank unter eine gesetzliche europäische Einlagensicherung eines wirtschaftlich starken Landes fällt.
Bauzinsen bleiben stabil auf hohem Niveau
Wer den Kauf einer Immobilie plant, spürt die aktuelle Entscheidung der EZB kaum direkt. Die Bauzinsen für Kredite mit einer Zinsbindung von fünf bis zehn Jahren liegen derzeit bei rund 3,53 Prozent. Da sich Bauzinsen eher an den langfristigen Erwartungen des Kapitalmarkts orientieren, reagieren sie kaum auf kurzfristige Leitzinsänderungen. Nach einem starken Anstieg im Jahr 2022 bewegen sich die Konditionen für Immobilienkredite seither in einer Seitwärtsbewegung zwischen drei und vier Prozent.


