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Tempelhof-Schöneberg

Es darf sprießen: „Mähfreier Mai“

Hohes Gras zum Schutz von Insekten und Boden

Gras, Kräuter und Blumen dürfen wachsen - mähfreier Mai im Bezirk. Foto: BATS/Marlena Handels
Gras, Kräuter und Blumen dürfen wachsen - mähfreier Mai im Bezirk. Foto: BATS/Marlena Handels

28.05.2026: Wer in diesen Wochen durch Tempelhof-Schöneberg spaziert, bemerkt an vielen Stellen ungewohnt hohes Gras und wilde Blüten. Das Bezirksamt verzichtet im Mai auf zahlreichen Wiesen und Grünflächen bewusst auf das Mähen. Ziel der Aktion „Mähfreier Mai“ ist es, das Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu sichern und gleichzeitig das Mikroklima im Bezirk zu verbessern.

Wichtiger Rückzugsort für Insekten

Hintergrund der Maßnahme ist der drastische Rückgang von Fluginsekten in Deutschland. Wie die Krefelder Studie aus dem Jahr 2017 belegt, hat sich die Biomasse der Fluginsekten seit 1989 um rund 76 Prozent verringert. Die ungemähten Flächen im Bezirk sollen als sogenannte Trittstein-Biotope dienen – kleine, geschützte Oasen, die es den Tieren ermöglichen, sich im städtischen Raum zu bewegen und zu überleben.

Schutz bei Trockenheit

Neben dem Artenschutz hat das hohe Gras noch einen weiteren Nutzen für das Stadtklima: Es schützt den Boden vor dem Austrocknen. Die dichten Halme verhindern, dass Sonnenstrahlen den Boden direkt erwärmen. Dadurch bleibt Feuchtigkeit länger gespeichert, und das bodennahe Klima bleibt kühler.

Laut Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck leistet jeder Quadratmeter Grün in der Großstadt einen wichtigen Beitrag zu Artenschutz, Biodiversität und Klimaanpassung. Das Bezirksamt setze sich daher für eine kontinuierliche Entsiegelung und eine klimaangepasste Gestaltung der Flächen im Bezirk ein.

Diese Flächen bleiben unberührt

Vom Mähverzicht im Mai sind im Bezirk alle angelegten Wildblumenwiesen sowie rund 25.800 Quadratmeter Straßenbegleitgrün auf Mittelstreifen betroffen. Zudem wird in folgenden Parkanlagen vorerst nicht gemäht:

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