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Wannsee

Liebermann-Villa ist seit 20 Jahren Museum

Großes Sommerfest am 25. Juli

In der Liebermann-Villa wird Jubiläum gefeiert.
In der Liebermann-Villa wird Jubiläum gefeiert.

01.05.2026: Wer heute durch die Liebermann-Villa und idyllischen Garten am Wannsee flaniert, kann sich kaum vorstellen, welche wechselvolle Geschichte dieses Grundstück hinter sich hat. Mit ihren zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen bieten sich zum 20. Bestehen des Museums gute Gelegenheiten, das Flair dieses historischen Ortes auf sich wirken zu lassen.

Konzerte, Lesungen und Sommerfest

Das Jubiläumsjahr 2026 wird von einem umfangreichen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet: Drei Sonderausstellungen, Konzerte, Lesungen und Gesprächsformate laden dazu ein, das Jubiläumsjahr gemeinsam zu feiern. Höhepunkt ist das Sommerfest am 25. Juli 2026 im Liebermann-Garten mit einem bunten Programm für Groß und Klein.

Vom Sommertraum zum Lazarett

Im Jahr 1909 erwarb der bekannte Maler Max Liebermann das Grundstück am Ufer des Wannsees. Dort schuf er ein Refugium, in dem er mit seiner Familie von 1910 bis zu Liebermanns Tod im Jahr 1935 die Sommer verbrachte. Das Haus und der Garten wurden auf vielen seiner Bilder festgehalten. 1940 musste seine Witwe Martha Liebermann Villa und Grundstück unter dem Druck der Nationalsozialisten an die Deutsche Reichspost verkauft. Martha Liebermann nahm sich 1943 im Alter von 86 Jahren das Leben, um der drohenden Deportation zu entgehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa zunächst als Lazarett und später als chirurgische Abteilung des Städtischen Krankenhauses Wannsee. Nach der Rückgabe an die Familie im Jahr 1951 und dem späteren Verkauf an das Land Berlin erlebte das Grundstück ab 1971 eine eher ungewöhnliche Nutzung: Der Bezirk verpachtete die Villa an den Deutschen Unterwasser-Club.

Rekonstruktion von Villa und Grundstück

Erst in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren rückte die historische Bedeutung des Anwesens wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Als 1992 in den Räumen des Tauchclubs eine Liebermann-Verkaufsausstellung stattfand, strömten 18.000 Interessierte an den Wannsee. Dies war die Initialzündung zur Rettung der Villa. Den entscheidenden Wendepunkt brachte das Jahr 1995 mit der Gründung der Max-Liebermann-Gesellschaft. Engagierte Bürger setzten sich das ehrgeizige Ziel, das Haus als Museum wiederherzustellen. Es folgte ein jahrelanges, zähes Ringen um den Denkmalschutz, fehlende öffentliche Gelder und ein Ersatzgrundstück für den Tauchverein. 2002 glückte die Übernahme des Geländes. Anhand alter Fotografien und Liebermanns eigener Gemälde wurden Haus und Garten wieder rekonstruiert. Stützmauern, die alte Lindenhecke und der historische Fischotterbrunnen kehrten zurück. Schritt für Schritt wurden der Birkenweg, der reetgedeckte Teepavillon am Ufer und der weit ins Wasser ragende Liebermann-Steg originalgetreu wieder aufgebaut.

Heute, zwei Jahrzehnte nach der offiziellen Museumseröffnung im Jahr 2006, ist von den drastischen Umbauten der Nachkriegszeit nichts mehr zu spüren. Die Villa am Wannsee ist wieder das, was sie für Max Liebermann einst war: ein friedlicher Rückzugsort vor den Toren Berlins. Aktuelle Veranstaltungen unter www.liebermann-villa.de.

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