Wannsee
Liebermann-Villa ist seit 20 Jahren Museum
Ermäßigter Eintritt am 29. April

27.04.2026: Wer heute durch den die Liebermann-Villa und ihren Garten am Wannsee flaniert, kann sich kaum vorstellen, welche wechselvolle Geschichte dieses Grundstück hinter sich hat. Am Mittwoch, den 29. April, feiert die Liebermann-Villa ihr 20-jähriges Jubiläum als Museum. Ab 10 Uhr öffnet das Haus seine Türen. Anlässlich des runden Geburtstages gilt an diesem Tag ein ermäßigter Eintrittspreis – eine gute Gelegenheit, um in die Vergangenheit dieses historischen Ortes einzutauchen.
Das einstige Sommerhaus des berühmten Malers Max Liebermann wurde 1940 unter dem Druck der Nationalsozialisten an die Deutsche Reichspost verkauft. Liebermanns Witwe Martha nahm sich 1943 im Alter von 86 Jahren das Leben, um der drohenden Deportation zu entgehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa zunächst als Lazarett und später als chirurgische Abteilung des Städtischen Krankenhauses Wannsee. Nach der Rückgabe an die Familie im Jahr 1951 und dem späteren Verkauf an das Land Berlin erlebte das Grundstück ab 1971 eine eher ungewöhnliche Nutzung: Der Bezirk verpachtete die Villa an den Deutschen Unterwasser-Club.
Erst in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren rückte die historische Bedeutung des Anwesens wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Als 1992 in den Räumen des Tauchclubs eine Liebermann-Verkaufsausstellung stattfand, strömten 18.000 Interessierte an den Wannsee. Dies war die Initialzündung zur Rettung der Villa.
Den entscheidenden Wendepunkt brachte das Jahr 1995 mit der Gründung der Max-Liebermann-Gesellschaft. Engagierte Bürger setzten sich das ehrgeizige Ziel, das Haus als Museum wiederherzustellen. Es folgte ein jahrelanges, zähes Ringen um den Denkmalschutz, fehlende öffentliche Gelder und ein Ersatzgrundstück für den Tauchverein. 2002 glückte die Übernahme des Geländes. Anhand alter Fotografien und Liebermanns eigener Gemälde wurden Haus und Garten wieder rekonstruiert. Stützmauern, die alte Lindenhecke und der historische Fischotterbrunnen kehrten zurück. Schritt für Schritt wurden der Birkenweg, der reetgedeckte Teepavillon am Ufer und der weit ins Wasser ragende Liebermann-Steg originalgetreu wieder aufgebaut.
Heute, zwei Jahrzehnte nach der offiziellen Museumseröffnung im Jahr 2006, ist von den drastischen Umbauten der Nachkriegszeit nichts mehr zu spüren. Die Villa am Wannsee ist wieder das, was sie für Max Liebermann einst war: ein friedlicher Rückzugsort vor den Toren Berlins.



