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Photovoltaik

Solarförderung steht vor dem Aus

Ab 2027 drohen deutlich geringere Einnahmen – Förderung nur noch bis Jahresende gesichert

11.02.2026: Hausbesitzer, die mit einer Solaranlage liebäugeln, sollten sich beeilen: Ab 2027 könnte die garantierte Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen wegfallen. Das geht aus Plänen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hervor. Wer noch in diesem Jahr eine Anlage installiert, sichert sich die Förderung hingegen für die nächsten 20 Jahre.

Derzeit erhalten Betreiber von Photovoltaikanlagen bis zu 7,78 Cent je Kilowattstunde für Strom, den sie ins öffentliche Netz einspeisen. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch, einer Anlage mit acht Kilowatt Leistung und einem Fünf-Kilowattstunden-Speicher nimmt so rund 412 Euro pro Jahr ein – über 20 Jahre summiert sich das auf mehr als 8.200 Euro.

Diese Einnahmen könnten künftig deutlich schrumpfen. Nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium wird geprüft, kleinere Dachanlagen künftig in die Direktvermarktung zu überführen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hält eine Förderung angesichts gesunkener Anlagenkosten für nicht mehr notwendig.

Bei der Direktvermarktung erhalten Anlagenbetreiber den Marktpreis für Solarstrom, der 2025 im Schnitt bei 4,5 Cent je Kilowattstunde lag. Nach Abzug von Vermarktungskosten bleiben nur noch etwa 3,8 Cent übrig. Der Beispielhaushalt würde so über 20 Jahre mehr als 4.000 Euro weniger einnehmen als mit der aktuellen Einspeisevergütung, rechnet der Geldratgeber Finanztip vor.

"Je kleiner die Anlage, desto proportional höher die Kosten", warnt Benjamin Weigl von Finanztip. Auch der Bundesverband Solarwirtschaft hält eine ungeförderte Direktvermarktung für kleine Anlagen derzeit für nicht massentauglich. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme kommt zu ähnlichen Schlüssen.

Für Hausbesitzer heißt das: Wer sich jetzt für eine Photovoltaikanlage entscheidet, kann sich die deutlich höhere Vergütung noch für zwei Jahrzehnte sichern. Ab 2027 wird es voraussichtlich deutlich komplizierter, eine rentable Anlage zu errichten.

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