Gold
Gold auf Rekordhoch
So funktionieren Verkauf und sichere Aufbewahrung
30.01.2026: Der Goldpreis hat ein neues Allzeithoch erreicht: Die Feinunze kostete am 30. Januar zeitweise über 4.600 Euro. Wer Goldschmuck, Münzen oder anderes Altgold loswerden möchte, für den könnte jetzt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf sein. Der unabhängige Geldratgeber Finanztip erklärt, worauf Privatanleger beim An- und Verkauf achten sollten – und wie man Gold sicher lagern lässt.
Innerhalb eines Jahres ist der Goldpreis um rund 64 Prozent gestiegen. „Auch ein solcher Anstieg ist aber kein Garant, dass Gold weitersteigt und langfristig hohe Renditen abwirft“, warnt Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip-Chefredakteur. „Gold eignet sich aus unserer Sicht vor allem als Absicherung und sollte maximal zehn Prozent des Gesamtvermögens ausmachen.“
Gold verkaufen: Ankaufspreise vergleichen lohnt sich
Wer Goldbarren oder -münzen verkaufen möchte, sollte sich vorab gut informieren. Finanztip empfiehlt, zunächst den aktuellen Goldpreis in Erfahrung zu bringen – etwa über spezialisierte Online-Plattformen wie Gold.de und gold-preisvergleich.com. Sie ermittelten laut einer Finanztip-Untersuchung am zuverlässigsten die Bestpreise bei vertrauenswürdigen Händlern. Entscheidend für den Ankaufspreis sind nicht nur das Gewicht und Feingehalt, sondern auch Form – etwa Barren und Münzen –, zudem Jahrgang und Zustand.
Wer den Goldanteil seines Schmuckstücks kennt, kann den Wert mit einer Faustformel einfach berechnen: Goldanteil x Gewicht x Goldpreis pro Gramm in Euro
Bei einem 7 Gramm schweren 585er-Goldring wären das beim aktuellen Goldpreis (Stand: 30. Januar): 7 (Gewicht) x 0,585 (Goldanteil) x 139,45 (Goldpreis pro Gramm in Euro) = 571,05 Euro.
„Wer Gold verkauft, bekommt in der Regel nicht diesen Materialwert“, weiß Tenhagen. Goldhändler berechnen einen Abschlag von rund zehn Prozent ein. „Am einfachsten ist der Verkauf erfahrungsgemäß bei einem seriösen Händler vor Ort“, sagt Tenhagen. Idealerweise ist dieser Händler Mitglied im Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels. Denn beim Goldverkauf an einen Onlinehändler können Versand und Versicherung zusätzliche Kosten verursachen. „Gute Onlinehändler bieten eine Abholung an. Das kann zwar mehr kosten, dafür ist dann aber meist der gesamte Warenwert versichert“, rät der Finanzexperte. Selbst ein Paket per Post zu schicken ist meist nicht ratsam, da die maximale Versicherungssumme in der Regel bei 500 Euro liegt.
Steuerlich gilt: Wer physisches Gold mindestens ein Jahr besessen hat, kann es verkaufen und Gewinne steuerfrei kassieren. Für kürzere Zeiträume gilt die Freigrenze privater Veräußerungsgeschäfte von 1.000 Euro pro Jahr. Liegt der Veräußerungsgewinn über 1.000 Euro, müssen Anleger ihn als „sonstige Einkünfte“ in der Anlage SO der Einkommensteuererklärung angeben.
Alternative: In Gold über Wertpapiere investieren
Wer Gold nicht physisch kaufen möchte, kann alternativ Gold-Zertifikate oder börsengehandelte Exchange Traded Commodities (ETCs) erwerben. Dabei sollten sie jedoch die Risiken kennen: „Kursgewinne sind hier oft nicht nach einem Jahr steuerfrei“, so Tenhagen. Zudem sind diese ETCs kein Sondervermögen, sondern eine Schuldverschreibung mit Emittentenrisiko – der Herausgeber des Wertpapiers kann pleitegehen und dann ist das Geld möglicherweise weg.
Gold sicher lagern: Zuhause oder im Bankschließfach
Für die Aufbewahrung kommen grundsätzlich zwei Optionen infrage: ein fest verbauter Tresor zuhause oder ein Bankschließfach. Die Kosten für ein Schließfach bei der Bank liegen je nach Größe und Standort zwischen 100 und 150 Euro im Jahr.
In beiden Fällen rät Finanztip Anlegern, ihre Hausratversicherung zu prüfen: „Gute Versicherungen decken Gold sowohl bei Lagerung zuhause als auch im Bankschließfach ab“, weiß Tenhagen. Wichtig zu wissen: Die Banken haften bei Schließfächern oft nur für einen beschränkten Wert – unabhängig vom tatsächlichen Wert des Inhalts. Das hat der Bankraub in Gelsenkirchen noch einmal eindrücklich vor Augen geführt.