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Lichtblicke

„Berliner Messinglampen“ für die Welt

Unternehmerin Anne Kamratowski gibt alten Lampenmodellen eine Zukunft. Fotos: BML GmbH
Unternehmerin Anne Kamratowski gibt alten Lampenmodellen eine Zukunft. Fotos: BML GmbH
Erschienen in Gazette Charlottenburg Februar 2017
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Berlin und seine Unternehmen mit ihren vielfältigen Produkten sind weit über die Bezirke hinaus in aller Welt vertreten.

Ein Unternehmen, das direkt an der Grenze zum Bezirk Charlottenburg in der Moabiter Sickingenstraße 20-28 ganz besondere Leuchten fertigt, ist die Berliner Messinglampen GmbH von Anne Kamratowski, die sie gemeinsam mit ihrem Bruder Martin führt. Seit fast 35 Jahren entstehen in der Manufaktur Leuchten nach historischem Vorbild, wie sie zu Kaiserzeiten einst in feinen Traditions-Betrieben Alt-Berlins wie Osram oder Elektro-Conrad in präziser Handarbeit hergestellt worden sind; damals, als elektrisches Licht mit verkabelten Lampen allmählich zum Standard wurde. Doch kriegs- und mauerbedingt verlagerte sich diese Industrie immer weiter Richtung Westen.

Das Unternehmen in Moabit knüpft an diese Tradition an und schenkt seinen Kunden viele leuchtende Lichtblicke.

Alt-Berlin lässt grüßen

Die Berlinerin Anne Kamratowski, die ursprünglich aus dem Antiquitätengeschäft kommt, merkte schon bald, welche große Nachfrage auch heute noch nach antiken Leuchten besteht, die der Antiquitäten-Markt jedoch nicht zu decken vermag. Also machte sie aus der Not eine Tugend und eröffnete vor rund 35 Jahren ihr Ladengeschäft „Berliner Messinglampen“ in dem vor dem Zweiten Weltkrieg für seine Leuchtfabriken bekannten Alt-Moabit.

Hier an der Spree fertigte und verkaufte sie die ersten Repliken alter Jugendstilleuchten. Modell dafür standen und stehen bis heute überwiegend Leuchten aus der Zeit des Jugendstils, wobei die schlichteren, schnörkelärmeren Varianten sich inzwischen steigender Nachfrage erfreuen. Dauerbrenner ist die Banker-Lampe, die häufig auf Schreibtischen zu finden ist und übrigens auch die Entstehungsgeschichte dieses Beitrages beleuchtet hat.

2002 expandierte das Unternehmen und fertigt nun mit seinen rund 50 Mitarbeitern in einer ehemaligen AEG-Werkshalle an der Sickingenstraße 20-28, die in Büro, Werkstatt und Lager aufgeteilt ist.

Qualitätsleuchten im Baukastensystem

„Wir beschäftigen überwiegend Mitarbeiterinnen, weil Frauen meist eine bessere Feinmotorik besitzen“, erklärt Sprecherin Barbara Krusch. Die ist notwendig, um aus den von überwiegend deutschen Zulieferern stammenden genormten Einzelteilen und Glasschirmen Leuchten-Kleinode höchster Präzisionsarbeit zu schaffen. Sie werden dann oft über Generationen als ganz besonderer Haushaltsgegenstand „fürs Leben“ geschätzt und weitergegeben, und auch nach Jahren sind dafür noch Ersatzteile erhältlich.

Inzwischen an der Spitze der Marktbewerber, arbeitet das Unternehmen mit dem internationalen Fachhandel zusammen. Es verfügt über einen weitgefächerten Kundenstamm, der vom Architekten für originalgetreu zu sanierenden Altbauhäuser über Firmen, Hotels und historische Gebäude bis hin zum Privatkunden reicht. Im Hotel Adlon findet man Leuchten aus dem Hause Berliner Messinglampen ebenso wie im China Club Berlin oder im Privatbereich der Bundeskanzlerin.

Online-Shop und eine Außenstelle in Iserlohn sind dem Unternehmen angegliedert, doch der persönliche Kontakt und die Erfüllung von individuellen Wünschen bei der Leuchten-Gestaltung werden großgeschrieben. Anlaufstelle für den Kunden ist und bleibt da das Ladengeschäft in Alt-Moabit 63 mit kleiner Werkstatt, in dem Benjamin Glimm mit viel Fachwissen und Empathie zum Kunden berät. Der hat die Möglichkeit, seine Wunschlampe aus einer immensen Variationsbreite an Kombinationsmöglichkeiten im Baukastensystem fertigen zu lassen. Dabei kann er beim Material der Gestelle von Decken-, Wand- und Standleuchten zwischen antik, Berliner Messing, poliert, Chrom und Nickel matt wählen, zwischen unterschiedlichsten Lampen­glocken in weißem, grünem und bei manchen Modellen zusätzlich sogar blauem und cremefarbenem Triplex-Opal-Glas, die in den deutschlandweit immer rarer werdenden Glashütten nach extra vom Unternehmen gestellten Holzformen gefertigt werden. Zahlreiche Sonderaufträge aus aller Welt erreichen die „Berliner Messinglampen GmbH“ immer wieder. Eine durchdachte Logistik ist da neben den hohen Qualitätsstandards für die Kundenzufriedenheit unverzichtbar.

Das Unternehmen stellt sich außerdem immer neuen Herausforderungen: Aktuell arbeitet es daran, mit LED-Leuchtmitteln unter dem Glas einen ebenso warmen Lichteffekt zu erreichen wie mit herkömmlichen. Denn gerade das unterscheidet die hochwertigen Qualitätsleuchten von billigen Nachahmungen: Durch eine natürliche weiße Innenschicht erzeugen sie ein Licht, das gemütliche, entspannte Stimmung verbreitet – sogar im Büro.

Indessen macht sich die nächste Unternehmer-Generation bereit, in die Fußstapfen von Anne Kamratowski zu treten. Man darf also auf die leuchtende Zukunft der Berliner Messinglampen GmbH gespannt sein.

Weitere Informationen und Ladenöffnungszeiten unter www.berlinermessinglampen.de

Jacqueline Lorenz

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