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Wort der Bezirksbürgermeisterin

Charlottenburg-Wilmersdorf Mai 2026

Foto: BACW
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Erschienen in Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf Mai 2026
Kirstin Bauch
Kirstin Bauch. Foto: britibay

Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf,

Der Mai beginnt für mich jedes Jahr mit zwei Tagen, die kaum unterschiedlicher sein könnten und doch eng zusammengehören. Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, stehen Solidarität, faire Bedingungen und der Wert der Arbeit im Mittelpunkt. Eine Woche später, am 8. Mai, gedenken wir des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa und der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Dieser Tag fordert uns auf, Verantwortung zu übernehmen – für unsere Geschichte und die Lehren daraus. Beide Tage prägen unser demokratisches Selbstverständnis. Sie erinnern uns daran, dass Freiheit, Respekt und soziale Gerechtigkeit keine Selbstläufer sind. Gerade in unruhigen Zeiten ist es mir wichtig, diese Werte sichtbar zu machen.

Erinnern heißt Haltung zeigen – Gedenken an Magnus Hirschfeld

Ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur in unserem Bezirk ist das Gedenken an Magnus Hirschfeld. Als Arzt, Wissenschaftler und Mitbegründer der ersten Homosexuellenbewegung setzte er sich früh für die Rechte queerer Menschen ein. Viele Jahre lebte und arbeitete er hier im Bezirk, in der heutigen Otto-Suhr-Allee. Sein Einsatz für Aufklärung und Gleichberechtigung ist bis heute von großer Bedeutung. Dass sein Institut von den Nationalsozialisten zerstört und er selbst ins Exil gezwungen wurde, gehört zu den dunklen Kapiteln unserer Geschichte. Umso wichtiger ist es, sein Andenken zu bewahren und sein Wirken sichtbar zu machen. Ich lade Sie ein, am Mittwoch, 13. Mai um 15.30 Uhr an der Stele gegenüber dem Rathaus Charlottenburg mit uns innezuhalten. Der Kampf für gleiche Rechte und gegen Diskriminierung endet nicht mit dem Blick zurück, er bleibt eine fortwährende Aufgabe.

Kunst und Kultur gemeinsam entdecken – Kiezspaziergang am 9. Mai

Beim Kiezspaziergang durch die City West zeige ich Ihnen Orte, die unser kulturelles Leben heute prägen. Die Gegend rund um die Gedächtniskirche war schon in den 1920er-Jahren ein kulturelles Zentrum – mit Theatern, Kinos, Cafés und Treffpunkten wie dem legendären Romanischen Café. Daran knüpfen wir an und richten zugleich den Blick auf die Gegenwart. Wir treffen uns am Samstag, 9. Mai, um 14 Uhr am C/O Berlin im Amerika-Haus in der Hardenbergstraße. Von dort aus besuchen wir verschiedene Stationen: etablierte Häuser wie das Renaissance-Theater oder das Theater des Westens ebenso wie kreative neue Initiativen, etwa den Palast-Kiosk. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www.kiezspaziergaenge.de.

Ein Stück Sommer im Kiez – Eröffnung des Weinbrunnens

Der Rheingauer Weinbrunnen startet am Samstag, 16. Mai in eine neue seine Saison. Für viele gehört das Winzerfest am Rüdesheimer Platz längst fest zum Berliner Sommer. Seit Jahrzehnten kommen Winzerinnen und Winzer aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, unserem Partnerlandkreis, nach Wilmersdorf und bringen ihre Weine mit. Bis zum 12. September ist der Weinbrunnen montags bis samstags geöffnet und lädt dazu ein, den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Besonders schön finde ich, dass man eigene Speisen mitbringen kann – das schafft eine ungezwungene und offene Atmosphäre. Gleichzeitig bitte ich alle Besucherinnen und Besucher, Rücksicht auf die Nachbarschaft zu nehmen. Wenn wir achtsam miteinander umgehen, bleibt der Weinbrunnen, was er sein soll: ein Ort der Begegnung und des respektvollen Miteinanders.

Der Kiez in voller Blüte – „Rüdi blüht“ am 30. Mai

Zum Monatsende wird es noch einmal richtig bunt rund um den Rüdesheimer Platz. Beim Kiezfest „Rüdi blüht“ am Samstag, 30. Mai, zeigen die lokalen Gewerbetreibenden, wie viel Kreativität und Engagement in unserem Viertel steckt. Von 14 bis 18 Uhr erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm mit Aktionen für die ganze Familie, kleinen Ständen, Musik und viele Mitmachmöglichkeiten. Ein Highlight ist die gemeinsame Gestaltung der großen „RÜDI“-Buchstaben, die im Laufe des Tages mit tausenden Blüten gefüllt werden.

100 Jahre Duftgeschichte – Parfümerie Harry Lehmann

In diesem Jahr feiert die Parfümerie Harry Lehmann in der Kantstraße ihr 100-jähriges Bestehen. Seit 1926 werden hier eigene Düfte entwickelt und nach Gewicht verkauft. Die Geschichte des Unternehmens erzählt zugleich die Geschichte Berlins, sie ist geprägt von Umzügen, Neuanfängen und großem Durchhaltevermögen. Die Wiedereröffnung nach einer zwischenzeitlichen Schließung freut mich besonders. Zum Jubiläum gratuliere ich der Parfümerie Harry Lehmann herzlich. Ein Unternehmen über ein Jahrhundert hinweg durch so unterschiedliche Zeiten zu führen, verdient höchste Anerkennung.

Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburg-wilmersdorf.de.

Herzlich grüßt Sie Ihre
Kirstin Bauch
Bezirksbürgermeisterin

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