GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN
Mai 2026
Charlottenburg
Bahnhof Zoo
Eine bewegte Geschichte
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2 | Gazette Charlottenburg | Mai 2026
Saisonstart in den preußischen Schlössern Von der Pfaueninsel bis Potsdam: Historische Anlagen wieder für Besichtigungen geöffnet Schon seit anfang april hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) zahlreiche Häuser und anlagen wieder geöffnet, die während der Wintermonate für die Öffentlichkeit geschlossen waren. Damit ist die preußische Schlösserlandschaft pünktlich zum Start der warmen Jahreszeit wieder in vollem Umfang zugänglich. Besonders für Berliner lohnt sich ein ausflug auf die Pfaueninsel: Das dortige Schloss startet nach seiner Wiedereröffnung im vergangenen Jahr in seine zweite Saison. Zudem öffnen das Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg seine Türen, gefolgt vom Neuen Pavillon. Wer den Blick lieber über die südwestliche Stadtgrenze nach Potsdam schweifen lässt, kann die Schlossküche Sanssouci sowie die Neuen Kammern besichtigen. Weitere Highlights wie das Chinesische Haus und die Bildergalerie kommen hinzu. Ein besonderer ausblick bietet sich vom Flatowturm im Park Babelsberg, der an den Wochenenden zugänglich ist.
und 17.30 Uhr unterwegs. Ehrenamtliche Fahrer steuern die Shuttles zwischen dem Besuchszentrum am Neuen Palais und dem Grünen Gitter. Die Fahrten sind kostenlos und bieten Platz für bis zu fünf Personen.
Für Naturfreunde gibt es zudem die Möglichkeit, Patenschaften zu übernehmen – das Spektrum reicht von Schaf- und Pfauenpatenschaften bis hin zu Blühpatenschaften für die Parkwiesen.
Digitale Begleiter und komfortable Wege
Baustellenbesuche und exklusive Einblicke
Kleine Terminauswahl
Der klassische audioguide bekommt zunehmend Konkurrenz durch das Smartphone. Die kostenlose app „Sanssouci“ dient mittlerweile in vielen Häusern als primäre informationsquelle und bietet Multimediatouren für Standorte wie das Schloss Charlottenburg, das Neue Palais oder das Schloss Rheinsberg an. Es wird empfohlen, die anwendung bereits vor dem Besuch herunterzuladen. Für Gäste, die weniger gut zu Fuß sind, kehrt ein bewährter Service zurück: im Park Sanssouci pendeln wie in den Vorjahren wieder zwei Elektro-Shuttles. Die Fahrzeuge sind bei trockenem Wetter täglich zwischen 11 Uhr
Das Veranstaltungsprogramm für die Sai- 3. Rheinsberger Schlossgartenfest: 16. Mai ab son 2026 verbindet altbewährtes mit selte- 10 Uhr, Eintritt frei. nen Einblicken. Da das Orangerieschloss in Meierei auf der Pfaueninsel: Sonderöffnung Sanssouci derzeit saniert wird und regulär am 17. Mai. geschlossen bleibt, ermöglicht eine Baustel- Garten-Denkmal-Pflege: Ein Spaziergang vom lenführung am 25. Mai um 15 Uhr einen Blick Park Sansscouci zum Belvedere Klausberg verhinter die Kulissen des imposanten Bauwerks. mittelt Einblicke in Baumpflanzungen und Das Schloss Babelsberg kann am 3., 10., 17., den Umgang mit dem Klimawandel, unter 21. und 24. Mai sowie an weiteren Terminen anderem am 31. Mai um 11 Uhr und 14 Uhr. bei Sonderführungen besichtigt werden. Das informationen zu Öffnungszeiten, weiteren Belvedere Klausberg sowie der Normannische Terminen und Tickets sind auf der Webseite Turm, beide ebenfalls in Potsdam, sind am der Schlösserstiftung unter www.spsg.de/ 24. Mai, 7. Juni, 13. September und 3. Okto- schloesser-gaerten/schloesser-gaerten-imber zu sehen. ueberblick zu finden.
Ovidgalerie im Gästeschloss Neue Kammern von Sanssouci. Foto: SPSG/Reinhardt und Sommer
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Gazette Charlottenburg | Mai Gazette Wilmersdorf | Mai2026 | 3 2026 | 3
Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf! finde ich, dass man eigene Speisen mitbringen kann – das schafft eine ungezwungene und offene atmosphäre. Gleichzeitig bitte ich alle Besucherinnen und Besucher, Rücksicht auf die Nachbarschaft zu nehmen. Wenn wir achtsam miteinander umgehen, bleibt der Weinbrunnen, was er sein soll: ein Ort der Begegnung und des respektvollen Miteinanders.
Der Kiez in voller Blüte – „Rüdi blüht“ am 30. Mai Zum Monatsende wird es noch einmal richtig bunt rund um den Rüdesheimer Platz. Beim Kiezfest „Rüdi blüht“ am Samstag, 30. Mai, zeigen die lokalen Gewerbetreibenden, wie viel Kreativität und Engagement in unserem Viertel steckt. Von 14 bis 18 Uhr erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm mit aktionen für die ganze Familie, kleinen Ständen, Musik und viele Mitmachmöglichkeiten. Ein Highlight ist die gemeinsame Gestaltung der großen „RÜDi“-Buchstaben, die im Laufe des Tages mit tausenden Blüten gefüllt werden.
100 Jahre Duftgeschichte – Parfümerie Harry Lehmann
Foto: BACW
Foto: britibay
Der Mai beginnt für mich jedes Jahr mit zwei eine fortwährende aufgabe. Tagen, die kaum unterschiedlicher sein könnKunst und Kultur gemeinsam entdecken ten und doch eng zusammengehören. am – Kiezspaziergang am 9. Mai 1. Mai, dem Tag der arbeit, stehen Solidarität, faire Bedingungen und der Wert der arbeit Beim Kiezspaziergang durch die City West im Mittelpunkt. Eine Woche später, am 8. Mai, zeige ich ihnen Orte, die unser kulturelles Legedenken wir des Endes des Zweiten Welt- ben heute prägen. Die Gegend rund um die kriegs in Europa und der Befreiung Gedächtniskirche war schon in den von der nationalsozialistischen Ge1920er-Jahren ein kulturelles Zenwaltherrschaft. Dieser Tag fordert uns trum – mit Theatern, Kinos, Cafés und auf, Verantwortung zu übernehmen Treffpunkten wie dem legendären – für unsere Geschichte und die LehRomanischen Café. Daran knüpfen wir an und richten zugleich den Blick ren daraus. Beide Tage prägen unser demokratisches Selbstverständnis. auf die Gegenwart. Wir treffen uns Sie erinnern uns daran, dass Freiheit, Kirstin Bauch am Samstag, 9. Mai, um 14 Uhr am Respekt und soziale Gerechtigkeit C/O Berlin im amerika-Haus in der keine Selbstläufer sind. Gerade in unruhigen Hardenbergstraße. Von dort aus besuchen Zeiten ist es mir wichtig, diese Werte sichtbar wir verschiedene Stationen: etablierte Häuser wie das Renaissance-Theater oder das Theater zu machen. des Westens ebenso wie kreative neue initiatiErinnern heißt Haltung zeigen – ven, etwa den Palast-Kiosk. Die Teilnahme ist Gedenken an Magnus Hirschfeld wie immer kostenfrei. alle interessierten sind Ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur in herzlich willkommen. informationen über die unserem Bezirk ist das Gedenken an Magnus bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im inHirschfeld. als arzt, Wissenschaftler und Mit- ternet unter www.kiezspaziergaenge.de. begründer der ersten HomosexuellenbeweEin Stück Sommer im Kiez – gung setzte er sich früh für die Rechte queerer Eröffnung des Weinbrunnens Menschen ein. Viele Jahre lebte und arbeitete er hier im Bezirk, in der Der Rheingauer Weinbrunnen startet am heutigen Otto-Suhr-allee. Samstag, 16. Mai in eine neue seine Saison. Für Sein Einsatz für aufklä- viele gehört das Winzerfest am Rüdesheimer rung und Gleichberech- Platz längst fest zum Berliner Sommer. Seit tigung ist bis heute von Jahrzehnten kommen Winzerinnen und Wingroßer Bedeutung. Dass zer aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, unserem sein institut von den Na- Partnerlandkreis, nach Wilmersdorf und brintionalsozialisten zerstört gen ihre Weine mit. Bis zum 12. September und er selbst ins Exil ge- ist der Weinbrunnen montags bis samstags zwungen wurde, gehört geöffnet und lädt dazu ein, den Tag gemeinzu den dunklen Kapiteln sam ausklingen zu lassen. Besonders schön unserer Geschichte. Umso wichtiger ist es, sein andenken zu bewahren und sein Wirken sichtbar zu machen. ich lade Sie ein, am Mittwoch, 13. Mai um 15.30 Uhr an der Stele gegenüber dem Rathaus Charlottenburg mit uns innezuhalten. Der Kampf für gleiche Rechte und gegen Diskriminierung endet nicht mit dem Blick zurück, er bleibt
in diesem Jahr feiert die Parfümerie Harry Lehmann in der Kantstraße ihr 100-jähriges Bestehen. Seit 1926 werden hier eigene Düfte entwickelt und nach Gewicht verkauft. Die Geschichte des Unternehmens erzählt zugleich die Geschichte Berlins, sie ist geprägt von Umzügen, Neuanfängen und großem Durchhaltevermögen. Die Wiedereröffnung nach einer zwischenzeitlichen Schließung freut mich besonders. Zum Jubiläum gratuliere ich der Parfümerie Harry Lehmann herzlich. Ein Unternehmen über ein Jahrhundert hinweg durch so unterschiedliche Zeiten zu führen, verdient höchste anerkennung. Für ihre anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburgwilmersdorf.de. Herzlich grüßt Sie ihre Kirstin Bauch
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4 | Gazette Charlottenburg | Mai 2026
Bahnhof Zoo – eine bewegte Geschichte Vom Regionalhalt zum Fernbahnhof und zurück alles begann eher klein und gemütlich. am 7. Februar 1882 wurde die Berliner Stadtbahn eröffnet – eine gemauerte Viaduktstrecke, die die Stadt von Ost nach West durchquert. Der Bahnhof Zoo war anfangs ein eher kleiner Haltepunkt für die Bahn, gedacht für die Berliner, die am Wochenende die exotischen Tiere im benachbarten
Zoologischen Garten bestaunen wollten.
Einer von vielen
kein besonders bedeutender. Die wichtigen Kopfbahnhöfe wie der anhalter Bahnhof, der Potsdamerund der Lehrter Bahnhof hatten im Stadtbild einen weit höheren Stellenwert.
Das änderte sich etwa zweieinhalb Jahre später, als die ersten Fernzüge rollten – der RegionalUmbau für Olympia bahnhof war zum Fernbahnhof erweitert worden. Der Bahnhof 1934 wurde der Bahnhof Zoo Zoo war einer von vielen Bahn- umgebaut. Die Olympischen höfen in Berlin und bei weitem Spiele kamen 1936 in die Stadt,
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bei diesem Ereignis sollte repräsentiert werden. Da passte der Bahnhof mit dem Flair der Kaiserzeit nicht mehr ins Bild. Der architekt Fritz Hane entwarf die markante, 169 Meter lange gläserne S-Bahn-Halle, die noch heute das Bild prägt. Während dieser Zeit erhielt der Bahnhof sein charakteristisches Gesicht. aber schon damals gab es Ver Rheingauer Weinbrunnen ist Montag bis Samstag vom 16. Mai bis zum 12. September von 15 bis 21.30 Uhr auf dem Rüdesheimer Platz für Sie geöffnet
Eröffnung am Samstag, 16. Mai 2026 um 15 Uhr Die Rheingauer Weingüter präsentieren ihre Weine & Sekte Sa. 16.5 bis Sa. 6.6.2026 Weingut Adam Basting Mo. 8. bis Sa. 20.6.2026 Weingut Ferdinand Abel
Gazette Charlottenburg | Mai 2026 | 5 zögerungen: Der Fernbahnsteig wurde Ende 1938 fertig und die Verglasung der 1940 errichteten Fernbahnhalle konnte erst Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgen.
dem Fahrplanwechsel am 28. Mai 2006 keine IC- und ICE-Züge mehr am Bahnhof Zoo halten zu lassen. Die Bürgerinitiative drückte ihren Ärger schließlich durch eine Kranzniederlegung für den letzten ICE aus, der dort hielt. Mittlerweile halten mit der Flixtrain und dem ÖBB Nightjet sowie vier ICE-Zügen nachts oder am frühen Morgen wieder Fernzüge am Bahnhof Zoo.
Tor zur Welt für eine halbe Stadt Nach Kriegsende wurde der Bahnhof Zoo zum wichtigen „Tor zur Welt“. Die ehemaligen Kopfbahnhöfe waren zerstört. In der geteilten Stadt fuhren die West-Berliner von hier aus in die Welt – mit Interzonen-, Transitund Fernzügen. Dabei führte die Deutsche Reichsbahn der DDR Regie. Wer sich auf dem Bahnhof von Reisenden verabschieden wollte, musste vorher eine Bahnsteigkarte kaufen. Der Bahnhof bot ein graues, trostloses Bild. In seinem Schatten, am Hinterein- nicht mehr so präsent ist und gang an der Jebensstraße traf sich auf andere Orte verlagert hat sich die Drogenszene, die durch – die Schattenseiten des Lebens in das Buch „Die Kinder vom Bahn- der Stadt rund um den Bahnhof hof Zoo“ traurige Berühmtheit sind nicht zu übersehen. Niedrigerlangte. Das Buch wurde ein schwellige Hilfe bietet die Bahninternationaler Erfolg – und es hofsmission in der Jebensstraße. zog immer wieder Neugierige Ende als Fernbahnhof zum Bahnhof, die sich die Originalschauplätze ansehen wollten. Die schmuddeligen Zeiten des Auch wenn die Drogenszene Bahnhofs sind Vergangenheit.
Burger in den Terrassen am Zoo
Die Deutsche Bahn achtete verstärkt auf die Sauberkeit des Bahnhofs und die Sicherheit der Reisenden. Vor 20 Jahren verlor der Bahnhof Zoo auch seine Bedeutung als Fernbahnhof. Der neue Hauptbahnhof wurde am 26. Mai 2006 offiziell eröffnet und die Bahn hatte bereits gegen den Protest einer Bürgerinitiative und Lokalpolitikern beschlossen, ab
Die 1950 erbauten Terrassen am Zoo werden mittlerweile von McDonald’s bewirtschaftet. Dort kann man nicht nur Burger und ähnliches, sondern auch im McCafé Kaffee und Kuchen bestellen. Immerhin etwas, was auch auf der Karte der alten, 2006 geschlossenen, Terrassen am Zoo stand. Bereits 1994 wurde der Shopping-Bereich umgestaltet. Im und am Bahnhof gibt es mehrere Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sowie einen bis 23 Uhr geöffneten Supermarkt. Der Bahnhof selbst wird zurzeit saniert, die geplante Fertigstellung bis 2027 wird voraussichtlich nicht einzuhalten sein.
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6 | Gazette Charlottenburg | Mai 2026
Ge(h)meinsam unterwegs Von Baumführungen bis zum Schlosspark: Spaziergänge im Mai
Die Broschüre „Ge(h)meinsam unterwegs in Charlottenburg-Wilmersdorf“ steht unter www. berlin.de/-ii1650746 zur Verfügung. Grafik: BACW
GE(H)MEINSAM UNTERWEGS IN CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF
Wenn im Mai die Natur erwacht, zieht es viele lokale Vereine und initiativen nun eine BroMenschen nach draußen. Unter dem Motto schüre veröffentlicht, die alle Termine im Be„Ge(h)meinsam unterwegs“ wird Berlin in den zirk bündelt. kommenden Wochen zur Spaziergangs-Stadt. Das Programm richtet sich an alle altersauch in Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es gruppen, unabhängig von der persönlichen zahlreiche Möglichkeiten, den eigenen Kiez Fitness. Dabei geht es nicht nur um die Beund unbekannte Winkel zu Fuß zu entdecken. wegung an der frischen Luft, sondern auch Damit die…..und anwohner nicht lange nach dem um den austausch derhinaus Nachbarschaft. weitere Angebote und Hinweise über denmit Mai passenden angebot suchen müssen, haben Die auswahl der Rundgänge ist vielfältig: Sie
Spaziergangsmonat Mai 2026
reicht von fachkundigen Baumspaziergängen durch die Wohnviertel bis hin zu achtsamen Naturführungen im Schlosspark Charlottenburg. Wer sich für aktuelle Themen interessiert, kann an geführten Touren zur Klimaanpassung teilnehmen oder bei gemeinsamen Rundgängen mit anschließendem Kaffee und Kuchen neue Kontakte knüpfen. Simon Hertel, Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit, sieht in der aktion eine Chance für die Bürger: „Die Broschüre bietet zahlreiche anregungen, um sich zu bewegen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit zu tun.“ Die Touren bieten laut Hertel die Gelegenheit, den Bezirk aus einer neuen Perspektive zu erleben. Ein Großteil der angebote ist kostenfrei und so gestaltet, dass auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen teilnehmen können. Details zur anmeldung und zu den Treffpunkten sind direkt bei den jeweiligen Terminen in der Übersicht vermerkt. Zusammenstellung finden sich auch informationen zu regelmäßigen Gruppen, etwa für Nordic Walking oder nachbarschaftliche Runden. Die Broschüre steht ab sofort unter www. berlin.de/-ii1650746 zum Download bereit.
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Gazette Charlottenburg | Mai 2026 | 7
Neuer Treffpunkt für Jugendliche Ein etwas anderer Ansatz: Statt Jugendliche in ein Gebäude einzuladen, kommt die Jugendarbeit zu ihnen. Ab Samstag, 18. April, steht an der Ecke Wilmersdorfer Straße und Schillerstraße dauerhaft ein mobiler Wagen, der als niedrigschwelliger Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene dienen soll. Der sogenannte „HangOut“-Wagen wird um 13 Uhr von den beiden Bezirksstadträten Simon Hertel und Oliver Schruoffeneger gemeinsam mit dem Träger „outreach gGmbH“ eröffnet. Betreut wird er von sozialpädagogischen Fachkräften, die vor Ort für Gespräche und Beratung zur Verfügung stehen – ohne Anmeldung, ohne Hürden. Der Gedanke dahinter ist nicht neu, aber erprobt: Mobile Jugendarbeit erreicht erfahrungsgemäß gerade jene jungen Menschen, die klassische Beratungsstellen oder Jugend Foto: BACW
„HangOut“-Wagen startet in der Wilmersdorfer Straße
zentren selten aufsuchen. Wer ohnehin in der Fußgängerzone abhängt, soll künftig einen festen Anlaufpunkt vorfinden – mit Fachleuten, die zuhören, ohne gleich zu urteilen.
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8 | Gazette Charlottenburg | Mai 2026
Pionierin der abstrakten Kunst Werke von Marlow Moss im Georg Kolbe Museum Sie stand Piet Mondrian in nichts nach – und beeinflusste ihn sogar. Trotzdem verschwand Marlow Moss (1889 – 1958) jahrzehntelang aus dem Gedächtnis der Kunstgeschichte. Jetzt holt das Georg Kolbe Museum in Westend nach, was längst überfällig war: mit „Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss“ wird dort die erste große Einzelausstellung der britischen Konstruktivistin in Deutschland gezeigt. Moss war Gründungsmitglied der Pariser Avantgarde-Gruppe Abstraction-Création und bewegte sich im Zentrum der europäischen Moderne. Dass ihr Name dennoch kaum bekannt ist, Marlow Moss, Balanced Forms in Gunmetal on Cornish Granite, 1956hat traurige Gründe: Als Künst- 1957, Metal and granite, Gift of Miss Erica Brausen 1969, Tate, London. lerin jüdischer Herkunft musste � Foto: Tate sie vor den Nationalsozialisten fliehen und einen Großteil ihrer ist ein fragmentarisches Werk schaftliche Normen bewusst Werke in Frankreich zurücklas- – und genau dieses Fragment ist ablehnte und offen queer lebte sen. 1944 zerstörte ein Bomben- Ausgangspunkt der Ausstellung. – beides trug dazu bei, dass sie angriff diese Arbeiten. Was blieb, Hinzu kam, dass Moss gesell- vom etablierten Kunstkanon der
Nachkriegszeit ausgeschlossen blieb. Das Museum versammelt nun Leihgaben aus internationalen Sammlungen in Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, den USA und Deutschland. Gezeigt werden Skulpturen und Archivmaterialien, die Moss als radikale Stimme der Moderne neu lesbar machen. Vier zeitgenössische Künstlerinnen – Leonor Antunes, Tacita Dean, Florette Dijkstra und Ro Robertson – treten mit eigens für die Schau entwickelten Arbeiten in Dialog mit ihrem Werk und spannen so einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Ausstellung „Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss“ ist ab sofort im Georg Kolbe Museum (www.georg-kolbemuseum.de), Sensburger Allee 25, zu sehen. Sie läuft bis zum 26. Juli 2026.
Glanz für Stolpersteine Neue App koordiniert die Reinigung Wer durch die Straßen Berlins geht, übersieht sie oft: Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Während die Messingtafeln an belebten Hauptstraßen häufig durch das Begehen glänzend bleiben, verblassen sie in ruhigen Seitenstraßen schnell. Witterung und Stadtstaub lassen das Metall dunkel werden, bis die Namen der Verfolgten kaum noch lesbar sind. Es sei denn, sie werden von Freiwilligen geputzt – und um dieses Engagement in der Stadt besser zu vernetzen, ist seit November 2024 die Anwendung „stolperClean“ im Einsatz. Das digitale Werkzeug ist keine klassische App aus dem Store, sondern eine browserbasierte Web-App. Unter der Adresse www.stolperclean.de können Nutzer ohne Download und
Registrierung direkt auf eine interaktive Karte zugreifen. Ein Farbsystem von Grün bis Rot zeigt dabei auf einen Blick, wo ein Stein zuletzt gepflegt wurde und wo dringender Reinigungsbedarf besteht. Die Anwendung bietet mehr als eine bloße Bestandsaufnahme. Helferinnen und Helfer können den Zustand der Steine mit Fotos dokumentieren und so anderen Freiwilligen bei der Planung ihrer Routen helfen. Neben der genauen Lokalisierung bietet das Programm einen informativen Mehrwert: Über die App lassen sich die Biografien der Menschen aufrufen und vorlesen, deren Namen auf den Steinen stehen. So wird der Reinigungsgang gleichzeitig zu einem Moment des Gedenkens. Hinter dem Projekt steht die Stol �
Foto: Stolperstein-Initiative Stierstraße
perstein-Initiative Stierstraße aus Friedenau. Die Initiatoren legen Wert auf einen niederschwelligen Zugang. Wer möchte, kann seine Aktivitäten zwar in einem Profil speichern, eine Angabe von sensiblen Daten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern ist dafür jedoch nicht erforderlich.
Ziel ist es, die Pflege der über ganz Berlin verteilten Gedenktafeln sichtbarer zu machen. Denn auch wer selbst gerade kein Putztuch zur Hand hat, kann durch das bloße Erfassen des Zustands einen Beitrag leisten, damit die Erinnerung im Berliner Stadtbild dauerhaft glänzend bleibt.
Gazette Charlottenburg | Mai 2026 | 9
Berlins wilde Seiten entdecken „Langer Tag der StadtNatur“ am 30. und 31. Mai Wer an Berlin denkt, hat meist graue Häuserfassaden und dichten Verkehr im Kopf. Doch zwischen dem Beton und den Gleisen der Hauptstadt existiert eine erstaunlich vielseitige Wildnis. Um diese Vielfalt ins Bewusstsein zu rufen, findet am letzten Maiwochenende wieder der „Lange Tag der StadtNatur“ statt. Mit einem Programm aus über 500 Veranstaltungen an rund 150 Orten verwandelt sich die Stadt für knapp 30 Stunden in ein Entdeckungsgebiet für Naturinteressierte. Das angebot reicht von geführten Wanderungen durch abgelegene Moore bis hin zu nächtlichen Beobachtungen von Fledermäusen in den Stadtparks. Mehr als 300 Fachleute aus Wissenschaft, Naturschutz und Bildung begleiten die Exkursionen, um den Besuchern Tiere und Pflanzen näherzubringen, die sich an das Leben in der Metropole angepasst haben. Dabei geht
Zu den Höhepunkten im Programm zählen die naturkundlichen Schiffstouren über die Spree und durch den Westhafen. Unter der Leitung des Wildtierexperten Derk Ehlert lässt sich die Stadt entschleunigt vom Wasser aus betrachten. Neben diesen eher ruhigen Formaten gibt es auch spielerische angebote wie Familienrallyes, die darauf ausgelegt sind, den Forschergeist bei Kindern und Erwachsenen zu wecken. Organisiert wird das Ereignis von der Stiftung Naturschutz Berlin. Die Veranstaltung beginnt am Samstag, den 30. Mai 2026, um 13 Uhr und findet ihren abschluss das Festival eröffnen. Sie sieht in am Sonntag, den 31. Mai 2026, der bewussten Beobachtung der um 17 Uhr. Umgebung eine wichtige Grund- Das vollständige Programm ist lage für den Naturschutz: Wer die auf www.langertagderstadtnatur. kleinen Naturgeschichten vor der de einsehbar. Der Ticketverkauf eigenen Haustür entdecke, ent- startet am Montag, den 4. Mai, wickle oft ganz von selbst das sowohl online als auch über die Bedürfnis, diese artenvielfalt zu telefonische Hotline unter 030 / bewahren. 26 39 41 41. Naturkundliche Schiffstour mit dem Wildtierexperten Derk Ehlert. Foto: Stiftung Naturschutz Berlin/ C. Koormann
es nicht nur um Wälder am Stadtrand, sondern auch um essbare Pflanzen zwischen Pflastersteinen oder Tierspuren in sandigen Hinterhöfen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem aspekt der Neugier. Die Berliner Umweltsenatorin Ute Bonde wird
Bäume zu verschenken Charlottenburg-Wilmersdorf sucht private Standorte für Stadtbäume Wer ein Grundstück im Kiez besitzt, bekommt nun die Chance auf kostenlosen Zuwachs. Unter dem Motto „Baum sucht Grundstück zum altwerden“ startete das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf am 1. april 2026 eine neue Vergabeaktion. insgesamt 40 junge Bäume warten darauf,
auf privaten oder gemeinschaftlich genutzten Flächen Wurzeln zu schlagen.
Baumbestand stärken Die aktion richtet sich an Grundstückseigentümer, Wohnungsbaugenossenschaften, Wohnungseigentümergemeinschaften und
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Kitas im Bezirk. Ziel ist es, den Baumbestand in den Wohnquartieren zu stärken, um das Stadtklima angesichts zunehmender Hitzeperioden zu verbessern. Bäume fungieren in dicht bebauten Gebieten als natürliche Klimaanlagen und erhöhen die Lebensqualität für anwohner, insbesondere für Kinder und Senioren.
Rundum-Paket für Baumpaten Das angebot ist attraktiv gestaltet: Pro Grundstück können bis zu drei Bäume beantragt werden. Die Lieferung erfolgt kostenlos direkt bis zum vorbereiteten Pflanzloch. im Paket enthalten sind neben dem Jungbaum auch ein stützender Baumpfahl, Bindematerial, ein Schutzanstrich sowie eine detaillierte anleitung für die korrekte Pflanzung. im Gegenzug übernehmen die neuen Eigentümer die Verantwortung für das Einpflanzen und
die langfristige Pflege der Bäume. Um den Erfolg der aktion zu dokumentieren, bittet die Verwaltung zudem darum, vier Jahre nach der Pflanzung ein Foto des Baumes einzureichen.
Bewerbung bis August möglich interessierte können sich bis 31. august 2026 für die aktion bewerben. Da der Vorrat auf 40 Exemplare begrenzt ist, erfolgt die Vergabe nach dem Eingang der anmeldungen. Wer teilnehmen möchte, sendet das ausgefüllte Bewerbungsformular inklusive des geplanten Standorts per E-Mail an baumpartner@ charlottenburg-wilmersdorf.de. Die auslieferung der neuen Schattenspender ist für Ende Oktober 2026 geplant. Weitere Details zum ablauf und das benötigte Formular stehen unter www.berlin.de/-ii1447926 zur Verfügung.
10 | Gazette Charlottenburg | Mai 2026
Tierischer Nachwuchs im Museumsdorf Düppel Mit Gunnar, Mika & Co in die neue Saison Wer das Museumsdorf Düppel betritt, fühlt sich ins Mittelalter versetzt. Seit 50 Jahren kann man in diesem besonderen Freilichtmuseum nur eine halbe Stunde von der Innenstadt entfernt lebendige Geschichte hautnah erleben. Neben detailgetreu nachgebauter Dorfanlage sind hier auch tierische Highlights zu bestaunen: Da gibt es einen Wildtierpfad mit hölzernen Tieren und einen Erlebnisbereich für Kinder mit Klettertieren. Besonders beliebt bei Groß und Klein aber sind die lebendigen Vertreter von
Gunnar mit Pflegerin Cella.
alten Nutztierrassen aus dem Mittelalter, die inzwischen als vom Aussterben bedroht gelten. Mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit ist das Museumsdorf deshalb
bestrebt, dem Nachwuchs dieser Rassen Raum zu geben. Und so können aktuell an historischem Ort bei den Skudden niedliche Lämmer bewundert und kann der zukünftige Zuchteber Gunnar, ein rot-buntes Husumer Schwein, mit den im Museumsdorf schon alteingesessenen Düppeler Weideschweinen in Augenschein genommen werden. Damit die Tiere sich weiterhin wohl fühlen und für Besucher gut sichtbar
beobachtet werden können, sind umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten im Stall- und Auslaufbereich notwendig geworden, die ohne Spendenaktivität nur schwer umzusetzen sind.
Liebenswerte Schafsköpfe… von klein bis groß können die Besucher derzeit im Museumsdorf besuchen. Da sind die fünf Mutterschafe und Bock Ragnar, die in diesem Jahr wieder für niedli chen Nachwuchs gesorgt haben. Gleich sieben Lämmer – darunter zwei Zwillingspärchen – erblickten seit Ende Februar das Licht der Welt und erkunden nun ihre Umgebung mit lustigen Lämmersprüngen. Besonders neugierig ist der kleine schwarz-weiße Mika, der mit seinen lockigen weißen Langhaarflecken besonders putzig aussieht. Aber auch Knut, Runa, Kasha, Falco, Lybbe und Lilith sind längst zu Publikumslieblingen geworden. Als Vertreter der alten nordischen Schafrasse „Skudde“ tragen sie im Museumsdorf Düppel dazu bei, ihre vor rund 2.000 Jahren von den Wikingern bevorzugte Rasse zu erhalten, die längst auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen steht. Derzeit leben nicht mehr als 2.000 Tiere dieser kleinsten deutschen und sehr robusten Schafrasse in unserem Land. Typisch für sie sind die aufwärts gerichteten Ohren, eine schwarz pigmentierte Nase sowie bei den erwachsenen Skuddenböcken das imposante schneckenförmige Gehörn und die Mähne. Das meist weiße Mischwoll-Vlies – seltener auch
Gazette Charlottenburg | Mai 2026 | 11 braun oder schwarz – wird nach der Frühjahrsschur von den Mitgliedern der Wollgruppe im Museumsdorf weiterverarbeitet.
...und ein Düppeler Sauhaufen mit Kuschel-Eber Mit ihren Düppeler Weideschweinen züchtet das Freilichtmuseum eine als ausgestorben geltende Nutztierrasse zurück: Vor Kurzem ist der kleine Gunnar aus dem bei Kiel gelegenen Haus- und Nutztierpark Arche Warder an die Spree gezogen. Im Museumsdorf soll er, sobald er zum erwachsenen Rotbunten Husumer Eber herangewachsen ist, gemeinsam mit den Sauen Ursula, Dakota & Co dafür sorgen, die Sattelvariante wieder herauszuzüchten, sozusagen als
Neuzucht nach mittelalterlichem Vorbild. Derzeit mobben ihn die alteingesessenen Eber noch. Aber mit dem kastrierten Eber (Bork) Gimli hat er einen großen Bruder an seiner Seite, der auf ihn aufpasst und ihm geduldig das große Eber-1x1 beibringt. Und wenn dann noch Tierpflegerin Cella zur Kuschelstunde kommt, fühlt sich Gunnar im Schweinehimmel. Auch die anderen Weideschweine, die wie die Schafe regelmäßig zur Landschaftspflege auf die Dorfweiden kommen, lieben es, sich die Borsten kraulen zu lassen, besonders jetzt im Frühling, wenn
Museumsdorf-Leiterin Dr. Julia Heeb freut sich über den neuen Schweinestall. das lose Unterfell juckt. „Die Unterwolle ist hier im Dorf schon zu Garn verarbeitete worden, und die ausgefallenen Borsten eignen sich bestens für Pinsel“, erklärt Cella. Neben ihr sorgen noch Tierpflege-Kolleginnen Daniela und Amelie, Auszubildende im 3. Jahr, dafür, dass es den tierischen Dorfbewohnern gut geht und die Schweinesuhle stets schön matschig ist. Zu Fressen gibt es Pellets und Maisschrot, dazu aussortiertes Gemüse und Obst vom Supermarkt, denn die Vorlieben der einzelnen Schweine sind unterschiedlich. So bevorzugt Gunnar Kohl – beim Kuscheln manchmal etwas störend. Ochsen leben nach dem altersund krankheitsbedingten Tod der beliebten Dorfochsen Max und Moritz derzeit nicht im Freilichtmuseum, die Anschaffung neuer ausgebildeter Zugochsen kleinerer Rasse ist jedoch in Überlegung. Die ökologische Tierhaltung ist eingebettet in das biodiverse Landschaftskonzept. Denn der nachhaltige Umgang mit der Natur gehört mit zur Vermittlungsarbeit des Museumsdorf Düppel. Besucher können sich davon überzeugen. Dabei wünschen
Lernende der Knobelsdorff-Schule OSZ Bautechnik beim diesjährigen Rundholzkurs.
sich Museumsleiterin Dr. Julia – erhalten die OSZ-Schüler im 2. Heeb und ihr Team manchmal Ausbildungsjahr die Möglichkeit, etwas mehr Rücksichtnahme auf sich im Museumsdorf Düppel im ihre vierbeinigen Dorfbewohner: Rahmen eines Rundholzkurses Die Tiere erhalten ausreichend fünf Wochen lang im historiund artgerechtes Futter über sches Zimmern mit der Axt zu ihre Pfleger. Füttern durch die üben. Angewiesen werden sie Besucher ist verboten. Auch ist dabei von Ludwig Steiger, Ardas Betreten der Gehege und chäotechniker im Museumsdorf das Klettern auf die Umzäunun- Düppel. gen unbedingt zu vermeiden. Es gibt also wieder viel neues zu sehen und zu erleben in der Baumaßnahmen zum Wohle neuen Saison des Museumsdorf von Mensch und Tier Düppel, in der auch der neu erIm Rahmen einer ersten Baupha- richtete Steinofen auf dem Dorfse wurde bereits der Schweine- platz zum Einsatz kommt. Kinder stall im Museumsdorf in Form erwartet etwas ganz besondeeines Ständerbaus erneuert, u. a. res: Statt Stockbrot gibt es nun aus Spendengeldern konnte für Flammenbrot im Museumsdorf. rund 60.000 Euro der lange be- – Mindestens genauso lecker, nötigte Neubau mit begrüntem aber deutlich umweltschonenDach realisiert werden. So ha- der, weil es keiner Holzstöcke ben nun schon mal die Düppe- und Äste bedarf. ler Weideschweine ein schönes neues Zuhause, das sämtlichen Hygiene-, Tierschutz- und Sicherheitsvorschriften entspricht und zusätzlich Besuchern die Möglichkeit gibt, mehr über artgerechte Tierhaltung zu lernen. Indessen wartet auch die Skuddenherde auf mehr Platz und Komfort. Die Kosten für diese Der neue Steinofen. zweite Bauphase dürften hierfür im sechsstelligen Bereich liegen, Programm und weitere Informasodass Spenden dafür dringend tionen unter www.stadtmuseum. benötigt werden. Die Stallanla- de/museum/museumsdor fge wird dazu verlegt, damit sie dueppel nach Fertigstellung näher am Und: Jeder Spendenbeitrag Weg liegt. So können Besucher hilft, das Schafstall-Bauprojekt zukünftig die Futterstelle im zu finanzieren und die LebensFreien besser einsehen und die bedingungen der Schafe zu verSchafe durch ein Fenster im Stall bessern. Spenden können vor auch besser beobachten. Ort im Museumsdorf Düppel Viele geschickte Hände von den oder per Überweisung auf das Schülerinnen und Schülern der Spendenkonto geleistet werden. Knobelsdorff-Schule OSZ Bau- � Jacqueline Lorenz technik kommen regelmäßig Spendenkonto bei Baumaßnahmen im MuseStiftung Stadtmuseum Berlin umsdorf Düppel zum Einsatz. Berliner Volksbank eG So waren sie auch am SchweineIBAN: DE94 1009 0000 8841 0320 13 stallbau beteiligt. Einmal jährlich BIC: BEVODEBBXXX Verwendungszweck: Schafstall – aktuell wieder in diesen Tagen
12 | Gazette Gazette Charlottenburg Charlottenburg | Mai & Wilmersdorf 2026 5
www.gazette-berlin.de
Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert Nach langem Warten endlich eine Zukunftsperspektive für die Siedlung Westend?
13 Jahre Stillstand sollen endlich beendet werden – 13 Jahre, in denen die Deutsche Wohnen bis zu 100 Wohnungen leer stehen ließ, eine Zwischennutzung ablehnte und keinen Bußgeldbescheid vom Bezirksamt bekam. Es ist ein Skandal, wie hier zugesehen wurde, wie Wohnungen verkommen. Das soll der Vergangenheit angehören. Die BUWOG, Teil der Deutschen Wohnen,
Olympiastadion
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B‘90/Grünen-Fraktion
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Die ehemalige Alliiertensiedlung Westend (auch Britensiedlung genannt) ist eines der größten und am längsten andauernden Bauvorhaben im Bezirk und daher mit Blick auf den weiterhin hohen Bedarf an Wohnraum im Bezirk von entscheidender Bedeutung. Die nun angestrebte städtebauliche Qualifizierung zwischen dem Bezirksamt und der Vorhabenträgerin ist daher ein wichtiger Schritt, um einerseits das bestehende Bebauungsplanverfahren weiter voranzutreiben und andererseits mit Hilfe des „Bauturbos“ schnell in die Umsetzung zu kommen. Noch im Herbst 2026 soll dann die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert werden. Aus Sicht der CDU-Fraktion bietet die Qualifizierung erhebliche Verbesserungen für den Kiez. So sind neben zusätzlichen neuen Wohnungen, von denen ein Drittel aus Sozialwohnungen bestehen soll, einer Quartiersgarage, einem zusätzlichen Nahversorger und einem öffentlichen Spielplatz erstmals wichtige Verkehrsund Infrastrukturbelange berücksichtigt. Mit dieser Zukunftsperspektive für die Siedlung zeigt das Bezirksamt, wie eine moderne Stadtplanung umgesetzt werden kann. Alexander Pönack
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CDU-Fraktion
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Monatlich erscheint in der Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf ein Thema, zu dem die in der BVV vertretenen Fraktionen Stellung nehmen. Das Thema wird „reihum“ von einer der Fraktionen bestimmt. In dieser Ausgabe hat die CDU-Fraktion das Thema vorgeschlagen.
Die Siedlung Westend befindet sich zwischen Olympiastation und Heerstraße. will nun bauen. Aufgrund der veränderten Bedingungen sollen mehr Wohnungen gebaut werden, mit Kita und Lebensmittelgeschäft sowie einer Parkgarage. 30 Prozent der Wohnungen werden durch die Berliner Regelung preisgedämpft. Ein weiterer Teil wird den jetzt dort Wohnenden zu dem bisherigen Mietpreis vermietet. Lange Zeit haperte es in der Kommunikation mit den Mieter*innen. Die Deutsche Wohnen weigerte sich, eine Einwohnerversammlung durchzuführen, die wir vor zwei Jahren gefordert hatten. Im Herbst soll endlich eine Versammlung stattfinden, auf der die Bewohner*innen informiert werden. Gut, dass es hier endlich weiter geht. Wir hoffen, dass die BUWOG ein verlässlicher Bauherr sein wird. Und wir bestehen darauf, dass die bisherigen Verträge eingehalten werden. Ansgar Gusy Berlin
SPD-Fraktion
Zunächst das Positive: Nach 13 Jahren Planungsstillstand zur Zukunft der ehemaligen Britensiedlung geht es endlich weiter. Es entstehen 600 bis 650 neue Wohnungen, davon 30 Prozent Sozialwohnungen. Mit den ebenfalls preisgebundenen Verträgen für die Bestandsmieter ergeben sich bis zu 50 Prozent bezahlbarer Wohnraum. Es gibt jedoch
noch einige Fragen zu klären: Welchen Zuschnitt und welche Lage werden die günstigen Wohnungen im Vergleich zu den teuren Wohnungen erhalten? Zu welchen Konditionen werden die Stellplätze in der Quartiersgarage vermietet? Wie viel Aufenthaltsqualität werden die Freiflächen aufweisen? Die SPD-Fraktion begrüßt grundsätzlich, dass Bezirk und Investor sich endlich bewegen und ein großer Anteil bezahlbarer Wohnungen entsteht. Jedoch muss nun im neuen städtebaulichen Vertrag sichergestellt werden, dass auf dem Areal keine Zwei-Klassen-Gesellschaft entsteht und die neuen Wohnverhältnisse der preisgünstigen Wohnungen für die Bestandsmieter keine Verschlechterung zum aktuellen Zustand darstellen. Wir werden die Bestandsmieter weiterhin unterstützen. Claudia Spielberg, Nico Kaufmann
Linksfraktion Die Siedlung Westend ist als Alliierten-Siedlung 1954-1958 als zweigeschossiger Zeilenbau nahe dem Olympiastadion für Offiziere der britischen Besatzungsmacht gebaut worden. Seit deren Abzug sind die Wohnungen privat vermietet. Bereits seit 2013 ist der Neubau geplant. Ziel ist der Abriss teilweise maroder Bauten und verdichteter Neubau. Von 210 Wohnungen sind nur
1.200 ohne Bild 1.100 mit Bild Vorwort -CDU Grüne SPD Linke FDP afD BVV-Sitzung im Rathaus Charlottenburg. Foto: von Kentzinsky / BACW
noch 97 vermietet. Besitzerin ist die BUWOG, die zu Deutsche Wohnen, jetzt zur börsennotierten VONOVIA gehört. BUWOG-Geschäftsführerin Weis plant 650 neue Wohnungen im Dickensweg. Mindestens 30 Prozent, wahrscheinlich sogar 40-50 Prozent, sollen als geförderter Wohnraum entstehen. Die Linksfraktion fordert den Schutz der Bestandsmieter:innen durch eine Begrenzung der Miethöhe und hofft, dass der CDU-Baustadtrat hier nicht nachgibt. Alle leerstehenden Wohnungen sollten so lange wie möglich vermietet werden. Wichtig ist uns eine durchgehende Transparenz aller Bauschritte für die Bewohner:innen und eine zeitnahe Einwohnerversammlung. Es gibt eine Zukunft für die Siedlung. Rüdiger Deißler Alternative für
Deutschland
AfD-Fraktion
Es geht los!? Nach 13 Jahren mit ja, nein, vielleicht, aber nicht so, also mit typischem Berliner Enthusiasmus und Gestaltungswillen gibt es für die ehemalige britische Alliiertensiedlung eine Perspektive. Vielleicht. Das Gebiet mit rund 210 Wohnungen aus den 1950er-Jahren, teilweise bereits zu einem traurigen Geisterviertel verkommen, soll durch den Bau von mehr als 600 Wohnungen ab 2027 ersetzt werden. Der Investor (Deutsche Wohnen/Vonovia) plant eine moderne, dreigeschossige Siedlungsstruktur, überwiegend im mittleren Preissegment. Wir brauchen Wohnraum, insbesondere welchen, den man bezahlen kann. Mehr Wohnungen, mehr Angebot. Eigentlich klar. Die Nachbarschaft ist gespalten. Die einen hoffen auf bezahlbare Mieten und moderne Ausstattung. Die anderen fürchten Gentrifizierung und den Verlust gewohnten Umfeldes. Und falls sich dort Fledermäuse oder seltene Frösche schon gemütlich eingerichtet haben, drehen die Grünen durch. Oder Linke und SPD machen nach dem 20.09. mit ihren Enteignungsphantasien ernst. Fakt ist: Stillstand hilft niemandem. Vielleicht klappt‘s ja diesmal wirklich? Es bleibt (leider) spannend. Gregor Kadow
Gazette Charlottenburg | Mai 2026 | 13
Von Maulbeerbaum bis Moderne Dauerausstellung über die 275 jährige Geschichte des Schoeler-Schlösschens Das Schoeler-Schlösschen an der Wilhelms aue 126 hat viel gesehen. Als ältestes erhaltenes Wohnhaus in Wilmersdorf steht es für den Wandel vom einstigen Dorf zum modernen Stadtteil. Seit März ist diese wechselvolle Geschichte unter dem Titel „Von Maulbeerbaum bis Moderne“ dauerhaft für die Öffentlichkeit erlebbar.
Fiktives von ehemaligen Bewohnern Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Räume des historischen Hauses und verknüpft die Chronik des Gebäudes mit der allgemeinen Entwicklung Wilmersdorfs. Dabei setzt das Konzept nicht nur auf klassische Informationstafeln: An einer Hörstation können die Gäste fiktiven Alltagsgeschichten ehemaliger Bewohner lauschen, die einen lebendigen Eindruck vom Leben in vergangenen Jahrhunderten vermitteln sollen.
Bitte um Mithilfe Das Schlösschen möchte zudem eine Brücke in die Gegenwart schlagen und bittet die Nachbarschaft um Mithilfe. Gesucht werden historische Fotos und Bilder, die das Haus oder das alte Wilmersdorf dokumentieren.
Dauerausstellung über die Geschichte des Hauses und des Ortsteils. � Foto: Schoeler-Schlösschen Diese Leihgaben sollen künftig quartalsweise wechselnd in einer Vitrine gezeigt werden. Auch ein Podcast-Projekt ist in Arbeit, das persönliche Geschichten von Anwohnern sammeln soll, die eine besondere Verbindung zu dem Standort haben.
Die Dauerausstellung kann kostenfrei besucht werden. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Führungen werden nach vorheriger Anfrage angeboten.
Frühjahrspilze – Gift oder Genuss Botanischer Garten bietet kostenlose Pilzberatung Sobald die Temperaturen steigen und der Regen einsetzt, sprießen in den Wäldern, Parks und Gärten die ersten Pilze. Doch der Schein trügt oft: Was im Sammelkorb wie eine Delikatesse aussieht, kann sich als lebensgefährliche Mahlzeit entpuppen. Die Experten des Botanischen Gartens mahnen deshalb zur besonderen Vorsicht bei der frühen Pilzsuche. Besonders beliebt sind im Frühjahr die Morcheln. Doch sie haben einen tückischen Doppelgänger: In sandigen Kiefernwäldern wächst zur gleichen Zeit die hochgiftige Frühjahrslorchel. Auch der essbare Mairitterling wird oft mit dem Ziegelroten Risspilz verwechselt. Das Problem dabei: Der giftige Risspilz ist anfangs ebenfalls weißlich und färbt sich erst später rot – oft erst dann, wenn es für den Sammler bereits zu spät ist. Hansjörg Beyer, Pilzberater im Botanischen Garten, warnt davor,
Die hoch giftige Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) ist ab Ende März zu finden und kann leicht mit essbaren Morcheln verwechselt werden. � Foto: H. Beyer / Botanischer Garten Berlin sich bei der Bestimmung allein auf Technik zu verlassen. Pilz-Apps oder künstliche Intelligenz auf dem Smartphone seien keine Garantie für Sicherheit. Im Zweifels fall sollte immer ein menschlicher Experte zu Rate gezogen werden. Sogar bei Baumpilzen wie dem Schwefelporling ist Vorsicht geboten. Dieser ist zwar grundsätz lich essbar, nimmt aber Giftstoffe auf, wenn er an Bäumen wie der Eibe wächst. Wer sich über seinen Fund unsicher ist, muss kein Risiko eingehen. Der Botanische Garten bietet eine kostenlose Beratung an, um Klarheit in den Korb zu bringen. Die Beratung findet immer montags statt, von 15 bis 16 Uhr in der Botanikschule, Raum E05, Unter den Eichen 5, 12203 Berlin. Weitere Informationen und Termine unter www.bo.berlin/de/ihrbesuch/kostenlose-pilzberatungim-botanischen-garten/. Sollte es trotz aller Vorsicht zu einem Verdacht auf eine Pilzvergiftung kommen, ist schnelles Handeln lebenswichtig. Der Giftnotruf für Berlin und Brandenburg ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 030 19240 erreichbar. Alternativ sollte sofort medizinische Hilfe aufgesucht werden.
14 | Gazette Charlottenburg | Mai 2026
Samstags in die Jugendverkehrsschule Verkehrsregeln im geschützten Raum spielerisch lernen Wer das sichere Radfahren abseits vom hektischen Großstadtverkehr üben möchte, hat in Charlottenburg auch am Wochenende Gelegenheit dazu. Seit Ende März ist die Jugendverkehrsschule in der Loschmidtstraße 6 – 10 auch an Samstagen für das Üben der Verkehrsregeln geöffnet. Möglich macht dies der Einsatz ehrenamtlicher Helfer, die den Platz bis Ende Oktober an jedem Samstag von 10 Uhr bis 13 Uhr betreuen. In dieser Zeit können Kinder, Jugendliche und Familien das „freie Fahren“ nutzen, um die Verkehrsregeln spielerisch zu
� vertiefen oder einfach nur sicher in die Pedale zu treten. Neben dem neuen Wochen bis Freitag stehen die Türen regulär zwischen 13 Uhr und 16 Uhr offen. An Sonn- und Feiertagen bleibt das Gelände hingegen geschlossen. Ein wichtiger Hinweis für die Sicherheit vor Ort: Da die Aufsichtspflicht bei den Begleitpersonen liegt, dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren den Platz nur in Begleitung eines Erwachsenen oder einer mindestens 16 Jahre alten Person Foto: BACW/Plath befahren. Für Rückfragen ist das end-Angebot bleibt die Einrich- Team telefonisch unter tung auch unter der Woche ein 030 902 92 56 15 oder mobil unfester Anlaufpunkt: Von Montag ter 0151 29 27 53 20 erreichbar.
Klagen digital einreichen Streitigkeiten bis 10.000 Euro vollständig online möglich Wer in Berlin eine offene Rechnung eintreiben will, musste bisher den üblichen Weg gehen: Anwalt einschalten, Formulare ausfüllen, auf Termine warten. Das soll sich jetzt ändern. Ab dem 15. April 2026 erprobt das Amtsgericht Schöneberg als erstes Berliner Gericht ein vollständig digitales Klageverfahren. Der Senat beschloss das Pilotprojekt am 31. März auf Initiative von Justizsenatorin Dr. Felor Badenberg. Grundlage ist eine Änderung der Zivilprozessordnung, die Ende 2025 auf Bundes Das Amtsgericht Schöneberg kann digital geklagt werden. ebene verabschiedet wurde und Gerichten die Einführung solcher Online-Verfahren ermöglicht. Ziel
ist es, den Zugang zu Gerichten bei niedrigen Streitwerten zu erleichtern und die gerichtliche Arbeit moderner sowie effizienter zu gestalten. Konkret richtet sich das Angebot an alle, die Zahlungsforderungen bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro geltend machen wollen – also etwa bei nicht bezahlten Handwerkerrechnungen, ausstehenden Mieten oder Kaufpreisstreitigkeiten. Das Verfahren läuft dabei vollständig digital ab: von der Klageeinreichung bis zur Verhandlung, die per Video
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stattfinden kann. Persönliches Erscheinen vor Ort soll damit in vielen Fällen überflüssig werden. Finanziell soll sich der neue Weg ebenfalls lohnen: Die Gerichtsgebühren im Online-Verfahren sind gegenüber dem klassischen Zivilprozess gesenkt worden. Zunächst gilt das Angebot ausschließlich für Verfahren im Bezirk des Amtsgerichts Schöneberg. Ob und in welcher Form es ausgeweitet wird, dürfte sich erst in einigen Jahren zeigen – die Erprobungsphase ist auf bis zu zehn Jahre angelegt.
Gazette Charlottenburg | Mai 2026 | 15
Die erfolgreiche Sammelaktion geht weiter. �
Foto: BVG, Florian Bündig
Kleiderspenden im U-Bahnhof BVG und Hilfsorganisationen führen erfolgreiche Sammelaktion fort Wer in den vergangenen Wintermonaten in Berlin mit der U-Bahn unterwegs war, hat sie vielleicht gesehen: Sammelstellen für Kleidung und Gebrauchsgegenstände direkt auf dem Bahnsteig oder in der Vorhalle. Die Bilanz der gemeinsamen Aktion der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der Berliner Stadtmission und der Johanniter fällt positiv aus. Insgesamt 130 große Säcke voller Hilfsgüter kamen zwischen November und März zusammen. Da die Not von obdachlosen Menschen nicht mit den steigenden Temperaturen endet, geht das Projekt nun in die Verlängerung. Die neue Sammelrunde, die sich bis in den Oktober erstreckt, ist gestartet. Das Konzept ist denkbar einfach: Spenden können direkt auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder nach Hause abgegeben werden, ohne weite UmImpressum
wege in Kauf nehmen zu müssen. Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG, betont, dass die U-Bahnhöfe als zentrale Orte des Stadtlebens der ideale Punkt seien, um unkompliziert Hilfe im Alltag zu verankern. Während im Winter vor allem dicke Schlafsäcke und Wintermäntel gefragt waren, verschiebt sich der Bedarf in Richtung Sommer. Besonders dringend wird derzeit Männerkleidung benötigt. Zudem werden Dinge des täglichen Bedarfs gesucht, die bei Hitze oder Regen Schutz bieten. Dazu gehören Trinkflaschen, Schirme, die auch als Schattenspender dienen, sowie Hygieneartikel. Wichtig ist, dass alle abgegebenen Textilien sauber und in einem funktionsfähigen Zustand sind. An mehreren Terminen im kommenden Halbjahr stehen die Helfer der Stadtmission und
Gazette Charlottenburg · Mai Nr. 5/2026 · 44. Jahrgang Das Gazette Verbrauchermagazin erscheint monatlich in Charlottenburg, Wilmersdorf, Steglitz, Zehlendorf sowie Schöneberg & Friedenau.
Online-Ausgaben www.gazette-berlin.de Verlag
Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4 · 14478 Potsdam ☎ 0331 / 379 734 50
Redaktion
Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 379 734 52 redaktion@gazette-berlin.de
Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 630 26 88
Anzeigen
Karin Keiser · ☎ 030 / 822 34 93 · anzeigen@gazette-berlin.de
Nächste Ausgabe Juni Nr. 5/2026 Anzeigen-/Redaktionsschluss 15.05.2026 Erscheinung 04.06.2026
der Johanniter an wechselnden Standorten bereit. Die Aktion deckt dabei verschiedene Stadtteile ab – vom zentralen Gleisdreieck bis hin zum Rathaus Steglitz im Südwesten der Stadt. Die Termine im Überblick: • U Wuhletal: 4.5. von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr sowie 5.5. von 15 Uhr bis 18 Uhr • U Wedding: 1.6. von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr sowie 2.6. von 15 Uhr bis 18 Uhr • U Rathaus Steglitz: 6.7. von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr sowie 7.7. von 15 Uhr bis 18 Uhr • U Lichtenberg: 7.9. von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr sowie 8.9. von 15 Uhr bis 18 Uhr • U Innsbrucker Platz: 5.10. von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr sowie 6.10. von 15 Uhr bis 18 Uhr Weitere Informationen auf www.bvg.de/de/ service-und-kontakt/spendenaktion.
16 | Gazette Charlottenburg | Mai 2026
Fair Play und Jagd nach Toren Berliner StraßenCup 2026 startet im Mai Der Fußball kehrt dorthin zurück, wo für viele die Leidenschaft beginnt: auf die Bolzplätze der Stadt. Mit dem Berliner StraßenCup 2026 startet ein Turnierformat für Kinder und Jugendliche, bei dem sportlicher Erfolg und menschliches Miteinander Hand in Hand gehen. Das Ziel der Turnierserie ist es, Teamgeist und Toleranz zu fördern, während die Teilnehmer um den Einzug in das große Finale spielen.
Fairplay zählt Das Besondere an diesem Wettbewerb: Ein Sieg allein reicht nicht immer aus. Um sich für die Endrunde zu qualifizieren, müssen die Teams auch in der Fairplay-Wertung überzeugen. Damit rücken Werte wie Respekt und Höflichkeit auf dem Platz direkt in den Fokus des sportlichen Geschehens. Organisiert wird das Projekt vom Verein 1892HiLFT, der dabei von Partnern aus dem Umfeld von Hertha BSC unterstützt wird. Grafik: 1892HILFT e. V.
Turniere in Berlin und im Umland
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Neu-Westend Startschuss zum StraßenCup 2026 ist am 23. Mai auf dem Bolzplatz der DietrichBonhoeffer-Grundschule (Spandauer Damm 205-215, 14050 Berlin). Map data © OpenStreetMap contributors
Markisen
Der Startschuss fällt am 23. Mai 2026 in Charlottenburg. auf dem Bolzplatz der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule in Charlottenburg treten die ersten gemischten Teams gegeneinander an. in den darauffolgenden Monaten zieht die Turnierserie weiter durch verschiedene Bezirke und macht auch im Berliner Umland Station. Die Teams bestehen aus mindestens fünf, höchstens sieben Spielerinnen und Spielern. Jungen können bis zum alter von 13 Jahren, Mädchen bis zum alter von 14 Jahren teilnehmen. Eine Betreuungsperson, die älter als 18 ist, muss pro Team vor Ort sein. Die Qualifikationstermine im Überblick: • 23.05.2026: Charlottenburg (Mixed-Teams) • 26.06.2026: Reinickendorf (Mixed-Teams) • 26.07.2026: Wedding (Reines Mädchenturnier)
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• 26.09.2026: Falkensee (Mixed-Teams)
Finale in der Mall of Berlin Der anpfiff erfolgt in der Regel gegen 10 Uhr. Wer sich auf den Berliner asphaltplätzen beweist und durch faires Verhalten punktet, darf sich auf einen besonderen abschluss freuen. Das große Finale wird als blau-weißes Highlight am 4. Oktober 2026 in der Mall of Berlin ausgetragen. Dort verwandelt sich das Einkaufscenter in eine Fußballarena, in der die besten und fairsten Teams der Stadt den Pokal unter sich ausspielen. interessierte können sich über die sozialen Netzwerke des Veranstalters ein Bild von der Stimmung der vergangenen Jahre machen. auf instagram gibt es unter fairkicktbesser www.instagram.com/berlinerstras sencup zahlreiche Eindrücke der bisherigen Turniere. Weitere informationen und anmeldung unter www.berlinerstrassencup.de.
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